Filmstar im Test

BMW S 1000 RR - „Mission Impossible“ im Alltag

BMW S 1000 RR
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Autor Volker Pfau testete den Supersportler im Alltag.

Im Film geht das so einfach. Da wird Tom Cruise in Mission Impossible – Rogue Nation von einer Handvoll böser Buben gejagt, doch er gibt mal kurz mit seiner BMW S 1000 RR ordentlich Gas, und weg ist er.

Im Alltag geht das nicht, auch wenn man den 199 PS starken Supersportler unterm Hintern hat. Aber dafür hatten wir ihn auch nicht als Testmaschine bestellt – wir wollten wissen, wie er sich im Alltag schlägt: Wird es eine „Mission Impossible“?

Es ist natürlich kein Zufall, dass BMW den Edelrenner so publikumswirksam in Szene setzte. Die S 1000 RR wurde nach nunmehr fünf Jahren komplett überarbeitet und steht nun noch spektakulärer ausgestattet beim Händler: Sechs PS mehr leistet nun der Vierzylinder mit 999 Kubikzentimetern, womit das 204 Kilogramm schwere Bike ein sensationelles Leistungsgewicht von 1,06 kg/PS hat. Es wird ein Ritt auf der Rakete.

Die Sitzposition ist erstaunlich aufrecht und dauerhaft angenehm. Sportlich zwar, aber auch mit 1,80 Metern Körpergröße muss man sich nicht komplett zusammenfalten, sondern kann die ersten Kilometer im Stadtverkehr durchaus erträglich absolvieren. Es bleibt Muse, die Funktionen der diversen elektronischen Helferlein in Ruhe auszuprobieren und einzustellen. Passiert man dann endlich das Ortsschild, darf am Gas gedreht werden.

Tom Cruise hängt im Film Schurken auf seiner BMW S 1000 RR locker ab.

Aber bitte dezent! Die S 1000 RR geht nämlich einfach nur irre ab. Den Raketenstart übt man am besten auf der Autobahn, denn dank Schaltautomatik (Aufpreis 410 Euro) sind atemberaubende Beschleunigungen möglich: Dafür einfach den Gashahn offen lassen und die Gänge ohne zu kuppeln hochschalten – bis 200 km/h vergehen da gerade mal sieben Sekunden. Der Motor kann übrigens bis 14 500 U/min gedreht werden, die Höchstgeschwindigkeit ist mit (durchaus realisierbaren) 299 km/h angegeben. Die Quittung erscheint dann umgehend auf der Tankanzeige: Nach einem Parforceritt signalisierte diese eine Verbrauch von über zwölf Litern auf 100 Kilometer.

Es geht aber auch weniger wild, dann liegt der Verbrauch unter sechs Litern. Und das ist das eigentlich Überraschende. Denn gerade beim (legalen!) Landstraßenritt zeigt die supersportliche BMW ihre Allrounder-Qualitäten. Sie lässt sich wunderbar leicht um Kurven zirkeln, der Motor hat jederzeit genug Durchzug, und die Bremsen packen bissig, aber stets beherrschbar zu. Es wird zum vergnüglichen Spiel, den Wert für den gefahrenen maximalen Schräglagenwinkel immer ein bisserl weiterzutreiben, der im Cockpit angezeigt wird – man sollte aber den Blick nicht zu intensiv den Anzeigen widmen, denn diese sind für die Basisinformationen ausreichend, für Details aber viel zu winzig, und lenken darum vom aktuellen Geschehen ab.

Dass die BMW S 1000 RR die Mission Sport exzellent absolviert, überrascht bei diesem Supersportler nicht, dass sie aber die Mission Alltag auch souverän schafft, ist der große Pluspunkt der neuen Version. 17 400 Euro muss man allerdings dafür dem Händler über den Tresen schieben, mit Race- und Dynamic-Zusatzpaketen noch mal 1700 Euro mehr. Dafür fährt man dann aber nicht nur einen Filmstar, sondern ein fantastisches Bike.

Volker Pfau

Volker Pfau

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