Mit viel Vergnügen

Dreirad Quadro 350 S: Gib dir die Kurve!

Quadro 350 S
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Dreirad-Vergnügen: Dank der einzigartigen Neigetechnik liegt die Quadro stets sicher auf der Straße.

Dreiräder sind längst keine Exoten mehr auf unseren Straßen, man hat sich an diese etwas skurril wirkenden Gefährte gewöhnt. Es ist ja auch eine feine Sache für Autofahrer...

... die – sofern sie vor dem 19. Januar 2013 ihren Führerschein gemacht haben – dafür keine Extra-Erlaubnis brauchen. Eine preisgünstige Möglichkeit, sich mal den Wind um die Nase blasen zu lassen, bietet das Dreirad Quadro 350 S für 7.195 Euro.

Es handelt sich dabei um eine sportlichere Version des vor zwei Jahren präsentierten 350 D (6495 Euro) mit einem neuen Einzylindermotor mit 346 ccm, der nunmehr 27 PS Leistung vorweist. Das Aggregat geht kernig zur Sache und bringt das 208 Kilogramm schwere Dreirad angemessen zügig auf Trab. Außerorts genügt das vollkommen, um souverän voranzukommen und Überholmanöver ohne Herzklopfen angehen zu können. Auf der Autobahn klettert die Anzeige im Cockpit bis auf knapp 130 km/h, um dann bei 8000 U/min abrupt in den Begrenzer zu rennen – aber das Betonband sollte man ohnehin nur in Ausnahmefällen benutzen, so unterwegs zu sein, macht wenig Spaß.

Das wahre Dreirad-Vergnügen fängt stattdessen da an, wo die Kurven beginnen. Dank des hydraulisch-pneumatischen Neigetechniksystems HTS, das Quadro als einziger Hersteller anbietet, liegt das Dreirad stets satt und sauber auf der Straße. Mit etwas Übung und entsprechender Überwindung kann man dann eine ziemlich flotte Kurvenfahrt hinlegen. Wo andere Zweiräder, insbesondere Roller, in den Kurven ziemlich wabbelig werden, senkt sich der Qua­dro stattdessen noch einen Tick weiter nach innen, und selbst schlechter Fahrbahnbelag oder nasser Asphalt sind dabei kein Problem. Die Bremsen werden bei Verzögerungsaufgaben nicht überfordert, allerdings muss man dafür auch ordentlich zupacken.

Dem eher sportlichen Charakter des Quadro 350 S entspricht die etwas straffe Federung, die aber keine negativen Auswirkungen auf den Fahrkomfort hat. So hält man es problemlos bis zur nächsten Befüllung des 13,2-Liter-Tanks aus – die im optimalen Fall erst nach deutlich über 300 Kilometern ansteht, denn unser sparsamster Verbrauchswert lag bei gerade mal 3,0 Liter auf 100 Kilometer. Wir haben allerdings bei Vollgasfahrten auch fast fünf Liter auf 100 Kilometer geschafft.

Kritik muss sich der sehr fummelige und billig wirkende Blinkerschalter gefallen lassen. Die Ins­trumente im Cockpit sind klar und übersichtlich, bei Nacht sogar sehenswert. Erfreulich, dass die Italiener trotz des günstigen Preises eine Temperaturanzeige von Luft und Kühlflüssigkeit spendieren, dazu einen Warnblinker und eine Fernentriegelung des Tankdeckels.

Volker Pfau

Volker Pfau

Volker Pfau

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