Die Neuen 2014

Mit Volldampf

BMW Motorrad
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Durchstarten und abheben: BMW.

Nach wie vor ächzt die Motorradindustrie unter schlechten wirtschaftlichen Voraussetzungen. Auf dem ganzen Globus ist der Markt rückläufig – nur nicht in Deutschland.

Italienischer Kraftprotz: Die Ducati Monster 1200 hat 135 PS und wiegt 209 Kilogramm.

Hier melden fast alle Anbieter ein Plus in der Zulassungsstatistik, 2013 wurden 2,6 Prozent mehr Motorräder verkauft als 2012, und so blicken alle mit Optimismus auf die neue Saison. Dementsprechend attraktiv ist das Angebot, das natürlich nicht nur für den hiesigen Markt präsentiert wird. Und demensprechend mutig ist so manche der Neuerscheinungen – im Design polarisierende Modelle wie die BMW R nineT oder Honda F6C hätten sich die Hersteller vor wenigen Jahren noch nicht zu präsentieren gewagt.

Vernunftfrage: Honda hat in der Mittelklasse – hier mit der NC 750 S – ein attraktives Angebot.

Erfreulich ist beim Blick aufs aktuelle Neuheitenprogramm vor allem, dass die Mittelklasse weiter gestärkt wird und viele neue Einsteigermotorräder bei den Händlern stehen. Die Einführung der 48-PS-Klasse beim Führerschein hat eine wohltuend belebende Wirkung aufs Angebot. Besonders Honda tut sich mit neuen, attraktiven, innovativen und vor allem bezahlbaren Motorrädern hervor. Dieses Beispiel macht Schule, die Mitbewerber ziehen nach; zur Freude derjenigen Kunden, die fürs Zweiradhobby nicht Unmengen ausgeben können oder wollen.

Wiedergeburt einer Legende: Indian Chief Classic.

Einen kräftigen Schub erhält in diesem Jahr auch das Segment der unverkleideten Powerbikes: BMW, KTM, Ducati und Kawasaki haben brandneue Landstraßenbrenner vorgestellt, die um die 200 Kilogramm schwer sind und eine Leistung von bis zu 180 PS haben. Da ist rasanter Spaß garantiert, und wer sich nicht im Griff hat, riskiert schnell mal den Führerschein oder gar die eigene Unversehrtheit.

Lebenszeichen: Suzuki meldet sich mit der neuen V-Strom 1000 bei den Großenduros zurück

Die Abkehr von den supersportlichen Modellen und der PS-Gigantomanie belebt auch das Segment der Cruiser. Triumph und Yamaha stellen hier neue Modelle ins Schaufenster, aber vor allem von den amerikanischen Herstellern gibt es Spektakuläres zu vermelden: Zum einen nimmt Harley-Davidson eine neue Mittelklasse (Street 500 und 750) ins Programm, die bei uns vermutlich aber erst 2015 verkauft wird, zum anderen sollen nun auch wieder Fahrzeuge der wiederbelebten Traditionsmarke Indian auf deutschen Straßen rollen. Da sich der Polaris-Konzern der Marke mit dem Indianerkopf angenommen hat, dürfte das Comeback auf solider wirtschaftlicher Basis stehen und erfolgversprechend verlaufen.

Nostalgie pur: Mit der SR 400 erinnert Yamaha an alte (und auch an erfolgreichere) Einzylinder-Zeiten.

Erfreulich sind auch die Lebenszeichen von den in den vergangenen Jahren in Schockstarre verfallenen japanischen Herstellern Suzuki und Yamaha. Bevor diese Marken, die hierzulande schon mal zu den Marktführern zählten, endgültig in der Bedeutungslosigkeit verschwinden, zeigen sie für 2014 mit V-Strom 1000 (Suzuki) und mit SR 400, MT-09, XV 950 und XVS 1300 (Yamaha), dass sie doch noch ein paar gute Ideen haben.

Volker Pfau

MOTORRÄDER AUF DER IMOT

Die Neuheiten der Saison 2014 werden vom 14. bis 16. Februar auf der 21. IMOT im MOC in München- Freimann präsentiert. Geöffnet täglich von 9 bis 18 Uhr, Eintritt 14 Euro, Jugendliche 4 Euro, Kinder (bis 12 Jahre) frei. Infos unter www.imot.de.

Volker Pfau

Volker Pfau

E-Mail:Volker.Pfau@tz.de

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