Halbliter-Bikes

Zwei Halbe von Honda: CB 500 F & CBR 500 R

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Tester Volker Pfau mit der Honda CBR 500 R.

Nach Jahren der sträflichen Missachtung der Ein- und Umsteiger, die nur ein leistungsbeschränktes Motorrad fahren dürfen oder wollen, stehen plötzlich jede Menge attraktiver Mittelklasse-Modelle beim Händler.

Die Einführung der 48-PS-Regelung hat wohl den letzten Schub gegeben – und Honda hat bei der Vielfalt des Angebotes eindeutig die Nase vorn. Auch dank der nun präsentierten CB 500 F und CBR 500 R. Wir haben die beiden Halbliter-Bikes bereits gefahren.

Angetrieben werden die unverkleidete CB 500 F und die dank Vollverkleidung sportlich anmutende CBR 500 R von einem Zweizylinder mit 471 ccm Hubraum, 48 PS (35 kW) Leistung und einem maximalen Drehmoment von 43 Nm. Weil vollgetankt immerhin 192 Kilogramm (CBR: 194 Kilogramm) auf der Waage stehen, dürfen keine großen Erwartungen an Fahrleistungen, Durchzug und Endgeschwindigkeit gestellt werden. Aber das sind auch nicht die entscheidenden Kaufkriterien.

Aufgesessen: Die Hondas bieten vollen Spaß und sind zudem im Preis attraktiv.

Attraktiv macht die Honda-Halben ihr Preis, ihr Charakter und der Spaß, den man auch als Motorradfahrer mit sechsstelliger Kilometerleistung mit ihnen haben kann. Den Maßstab für die Bewertung muss man natürlich fairerweise am Vorhandenen ausrichten. Das bedeutet, dass CB und CBR kein allzu üppiges Platzangebot aufweisen, dass der Motor für ansatzweise zügiges Vorankommen ordentlich Drehzahlen braucht und dass die Preiskalkulation messerscharf geführt werden musste, um vom Kunden attraktive 5.490 Euro für die CB beziehungsweise 5.990 Euro für die CBR verlangen zu können (jeweils plus 265 Euro Nebenkosten). Billig-Bikes sind es jedoch keineswegs geworden.

Auch wenn Motor, Chassis, Armaturen und Cockpit identisch sind, so hat doch jede – zumindest in Bezug auf die Sitzposition – ihren eigenen Charakter. Auf der unverkleideten CB ist man eher vorderradorientiert platziert, auf der CBR sitzt man sportlich-gekrümmt, aber nicht unbequem. Einigkeit herrscht wiederum bei der Charakteristik des Zweizylinders: Ohne Drehzahlen geht gar nichts. Unter 3000 U/min stottern die Hondas vor sich hin, erst ab 5000 U/min tut sich was in Sachen Beschleunigung und in Richtung roter Bereich, der bei 8800 U/min beginnt, kann man den beiden fast schon Spritzigkeit attestieren. Voll ausgedreht sollen maximal 175 m/h möglich sein.

Erfreulich handlich lassen sich die beiden inner- und außerorts bewegen, zielgenau steuern sie die anvisierten Punkte an und reagieren auch auf Korrekturen nicht unwillig. Bei schlechtem Fahrbahnbelag oder Längsrillen kommt allerdings erheblich Unruhe auf, da zeigt das Fahrwerk seine Grenzen. Lob verdient sich wiederum die Bremsanlage, die gut dosierbar ist und effektiv verzögert.

Ein weiterer Pluspunkt: ABS ist serienmäßig. Wie weit man mit vollem 16-Liter-Tank kommt, konnten wir bei der Präsentation nicht feststellen, der von Honda angegebene Verbrauch von 3,7 Liter auf 100 Kilometer scheint machbar. Die zwei Halben bieten also vollen Spaß – und der wird Anfang Juli noch um das Adventure-Bike CB 500 X erweitert.

Volker Pfau

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