BMW R 1200 R überzeugt mit sportlichen Qualitäten

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Sportliche Optik, flotte Gangart: Die BMW R 1200 R überzeugt durch Design und Dynamik.

Sie gilt als das BMW-Boxer-Modell schlechthin. Die unverkleidete R 1200 R verkörpert wie keine Zweite die Tradition der weiß-blauen Motorradgeschichte, die mit der R 32 vor über 90 Jahren begann.

Dank der charakteristischen Reaktionen des Zweizylindermotors tragen diese Modelle den Spitznamen Gummikuh. Nun steht zum Saisonstart 2015 die nächste Generation bereit – wir konnten die vollkommen neu entwickelte Roadster schon ausgiebig fahren.

Als viertes Modell der Boxer-Baureihe erhielt die neue Roadster den flüssigkeitsgekühlten Motor, der 1170 ccm Hubraum hat, 125 PS leistet (15 PS mehr als die Vorgängerin) und über ein maximales Drehmoment von 125 Nm verfügt. Da fällt es kaum ins Gewicht, dass das vor uns stehende Modell mit 231 Kilogramm acht Kilo mehr wiegt als die R 1200 R des Jahrgangs 2011.

Im Cockpit, das mit drei unterschiedlichen Anzeigemodi aufwartet, signalisiert ein Balken im Display, ab wann der Motor auf Betriebstemperatur ist und somit die volle Drehzahl zur Verfügung steht. Das ist bereits kurz nach dem Start der Fall, und so nehmen wir das kurvenreiche Hinterland von Benidorm an der Costa Blanca in Angriff, wo die BMW für erste Ausfahrten zur Verfügung stand.

Die Eingewöhnung an das umgestaltete Cockpit und die verfügbaren elektronischen Assistenzsysteme ist kurz, das Gefühl der Vertrautheit und Sicherheit stellt sich umgehend ein, als hätte man diese R 1200 R schon ewig gefahren. Und so geht’s schnell raus aus der Stadt. Die Frage nach dem Sinn des an unserem Modell eingebauten Schaltassistenten (400 Euro) beantwortet sich bald: Damit ist man noch einen Tick flotter unterwegs und kann sich noch mehr aufs Fahren konzentrieren. Das ist auf den engen, serpentinenreichen Straßen dringend notwendig, und doch zeigt sich gerade hier die neue Stärke der Roadster: Die Kuh kann fliegen.

Zackig legt sich das gar nicht so leichte Motorrad in die Kurven, kernig beschleunigt der Motor. Wer elektronische Helferlein geordert hat (zum Beispiel elektronische Fahrwerkseinstellung und wählbare Fahrmodi) kann sich erstaunlich flott bewegen, und da der Zweizylinder an Power und Durchzug zugelegt hat, ist man in einem Tempo und mit einer Dynamik unterwegs, die einem fast den Atem raubt. Die exzellente Bremsanlage (mit abschaltbarem ABS) erfüllt höchste Anforderungen und wird auch bei derartiger Gangart nie vor Probleme gestellt.

Natürlich geht es auch auf die gemütliche Tour. Da kann man die BMW dank durchzugsstarkem Motor schaltfaul bewegen und sich den Fahrtwind um die Nase blasen lassen.

Als Grundpreis stehen für die neue R 1200 R 12.800 Euro in der Liste. BMW-üblich gibt es aber noch diverse Ausstattungspakete und Sonderzubehör, so dass es kein Problem ist, den Preis für die Roadster auf über 15 000 Euro zu bringen. Besonders Freunde der sportlichen Gummikuh werden zur Kasse gebeten: Das Design-Paket Style 1 mit weißer Lackierung, roter Rahmenfarbe, Motorspoiler und Windschild  kostet 350 Euro extra. HP-Kupplungs- und Bremshebel kosten je 100 Euro, ein Akrapovic-Endschalldämpfer 984 Euro und gefräste und einstellbare Fahrerfußrasten schlagen mit 440 Euro zu Buche. Andererseits: So knackig hat aber auch noch keine Roadster ausgesehen, so schön ist noch keine Gummikuh geflogen.

Die neue BMW R 1200 R

Die neue BMW R 1200 R

Volker Pfau

Volker Pfau

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