Fahrbericht

Heute mach' ich blau! Peugeot Django 150 Sport

Peugeot Django 150 Sport
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Peugeot Django 150 Sport.

Die Farbe, die Form! Beim Anblick des hellblauen Peugot Django 150 kommen Retro-Fans ins Seufzen. Doch wie fährt sich der kleine Franzose?  

Peugeot steht bei den Zweirädern vor allem für sportlich gestylte Klein- und Leichtkraftroller und komfortable Maxi-Scooter. Dazwischen hat sich mittlerweile aber auch ein Retro-Modell etabliert: der Peugeot Django. Mit ihm lassen die Franzosen ein wenig ihren S 57 aus den 1950er-Jahren wieder aufleben.

Rasch hat Peugeot ein kleines Modellimperium um den Django erschaffen. Es gibt in mit diversen Hubräumen, auch als Zweitakter, als zweifarbig lackiertes Luxusmodell und als ID, bei dem sich laut Hersteller über 110.000 Konfigurationsmöglichkeiten realisieren lassen. 

Retro: Peugeot Django 150 Sport

Schick sehen sie alle aus, dennoch sticht die Ausführung Sport mit ihrem auffallend hellem Blauton und den drei Startnummern besonders hervor. Wie alle Modell der Baureihe begeistert auch der durch Chrom- und Aluakzente, die insbesondere an den Spiegeln gut zur Geltung kommen, sowie den Jet-förmig gestalteten Lenker, der eine nostalgische Augenweide ist, und bei dem zwei funktionslose Aufsätze sogar noch an Triebwerke erinnern. 

Peugeot Django 150 Sport.

Das Digitaldisplay mit Temperatur-, Tank-, Kilometer- und Uhranzeige wird vom schlichten, aber schön gezeichneten Ziffernblatt des bei Dunkelheit blau illumierten Analogtachos umrahmt. Apropos illuminiert: Peugeot hat dem Django eine (Stand-) Lichtleiste um das Markenlogo spendiert. 
Natürlich steht in diesem Segment auch im Fall des Django das „Sport“ in der Modellbezeichnung nicht für Spitzensport, sondern vor allem für dynamisches Design. Dennoch bietet Peugeot – anders als beispielsweise Piaggio bei der Vespa Primavera – sein Modell erfreulicherweise auch in Deutschland als 150er an. Das macht gegenüber dem 125er zwar nur ein PS mehr bei 500 Umdrehungen in der Minute weniger aus, aber das ist in diesen Bereichen schon durchaus ein spürbarer Unterschied. Und zwei Newtonmeter mehr Drehmoment können ebenfalls nicht schaden.

Locker durch den Stadtverkehr

Wie schon beim großen Dreirad-Roller Metropolis ist das Triebwerk auch beim Django eine seiner großen Stärken. Mit ausreichend Verve legt der 150er los. Die zügige Beschleunigung hält bis 80 km/h an, erst dann verliert der Einzylinder etwas an Schwung, ehe ihm bei etwa 95 km/h die Puste ausgeht (bergab klettert die Tachonadel auch schon einmal leicht über die 100er-Marke). 

Peugeot Django 150 Sport.

Nur beim Kaltstart verschluckt sich der Einzylinder gerne einmal auf dem ersten Meter. Natürlich geht Sicherheit vor, dennoch könnte der Kraftschluss der Automatik nach dem Drehen am Gasgriff ruhig etwas eher erfolgen. Ansonsten begeistert der Django 150 nicht nur durch seine Leistung, sondern auch durch sein Fahrwerk. Das Handling ist tadellos, wunderbar leicht wieselt der Peugeot durch den Stadtverkehr und nimmt auch Landstraßenkurven bei höherem Tempo willig, wenngleich in Rechtslagen ein leichter Drang nach außen spürbar wird. Die Bremsen (am linken Hebel als Combined-System ausgelegt) packen ausreichend kräftig zu. Auch bei stärkeren Verzögerungswerten bleibt der Peugeot gut in der Spur.

Klappe fürs Smartphone

Für einen Scooter dieser Größenordnung bietet die Frontverkleidung guten Wind- und Wetterschutz. Hinter der Verkleidung finden sich zwei nur per Schlüssel zu öffnende Klappen. Die eine öffnet ein Fach mit Halterung und Steckdose für das Smartphone, die andere gibt den Zugang zum Tank frei. Löblich ist die integrierte Halterung für den Tankdeckel, wegen der Lage ist der Einfullstutzen aber nicht sonderlich gut zu sehen und mit dem einen oder anderen Spritzer Benzin müssen Neulinge durchaus rechnen. Wie bei vielen anderen Modellen sollte auch beim Django das Helmfach unter der Sitzbank nicht überschätzt werden. Es ist nicht klein, aber auch nicht für jeden Helm groß genug. Nicht umsonst bieten etliche Hersteller ja mittlerweile spezielle Scooter-Helme an, die etwas kleiner gehalten sind.

Peugeot Django 150 Sport.

Was sich die Entwickler allerdings dabei gedacht haben, den Blinkerschalter so weit nach innen zu platzieren, dass man für das Anzeigen des Richtungswechsels die Hand ein Stück weit vom Gummigriff wegzuziehen muss, entzieht sich unserer Kenntnis. Für unseren Geschmack könnte auch der Seitenständer etwas kürzer ausfallen, denn die Fuhre steht mit ihm doch immer noch recht waagerecht. Die zweigeteilte Sitzbank ist zwar nett anzusehen, aber nicht hundertprozentig optimal gestaltet. Das Polster zieht sich unnötig weit nach vorne, wo auch die seitlichen Beinabschrägungen keinerlei Sinn ergeben. Zum anderen erlaubt der raltiv harte Abschluss des Fahrersitzes eine leicht hinten verlegte sportive Haltung nur für kurze Zeit, womit der Zusatbezeichnung des Modells nicht ganz gerecht wird, und gerade die kleinen Ausbuchtungen im Fußraum dazu eigentlich förmlich einladen.

Fazit: 

Nobody is perfect. Auch der Peugeot Django nicht. Der hohe Stylingfaktor und der muntere Motor sowie das agile Handling sind aber spitze. Fahrfreude ist garantiert. Und darauf kommt es ja letztendlich bei einem „Sport“-Modell an. 

Peugeot Django 150 Sport

  • Motor: 1-Zylinder, 4-Takt, luftgekühlt, 151 ccm 
  • Leistung: 8,3 kW / 11 PS bei 8000 U/min 
  • Max. Drehmoment: 11 Nm 
  • Höchstgeschwindigkeit: ca. 95 km/h 
  • Getriebe: Variomatik 
  • Tankinhalt: 8,5 Liter 
  • Sitzhöhe: 770 mm 
  • Bereifung: 120/70 R 12 
  • Preis: 3599 Euro

ampnet/jri

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