Der große Wurf

Größer, höher, länger – der neue BMW 3er GT

BMW 3er GT
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Kleiner und feiner: Das breite, gewöhnungsbedürftige Heck des 5er GT sucht man vergebens – hier ist die Linie stimmig

Wenn die Designer im Hause BMW einem Fahrzeug die Bezeichnung GT verpassen, üben sich Fans und Fachleute gemeinhin in Zurückhaltung.

Denn mit dem 5er GT haben die Münchner vor einigen Jahren einen Wagen hingestellt, der mit seinem breiten, kantigen Heck, nun ja, gewöhnungsbedürftig ist. Nun versuchen sich Designer und Ingenieure an einem neuen Gran Turismo, diesmal auf Basis des erfolgreichen und wichtigen 3er. Vor einer Woche auf dem Salon in Genf vorgestellt, konnten wir ihn diese Woche erstmals fahren. Und um das Ergebnis vorwegzunehmen: Diesmal ist BMW ein wirklich ernstzunehmender Wurf gelungen. Die Kombination aus Limousine, Kombi und Coupé sieht nicht nur sportlich-schick (und viel eleganter als der 5er GT) aus, sondern hat auch einiges zu bieten – vor allem im Innenraum.

Größer, höher, länger – so lässt sich der 3er GT im Vergleich zu den kleineren Brüdern der Baureihe, vor allem zur Kombivariante 3er Touring am besten beschreiben.

Größer

Bis zu 1600 Liter Stauraum bietet der GT, dessen Rückbank dreifach geteilt werden kann. Das sind 25 Liter mehr als beim Touring. Manko dabei: Die Ladekante ist ein Stückerl höher, was im Idealfall Muskeln auf­baut, auf der Gegenseite aber auch zu Rückenschmerzen führen kann.

Höher

Der GT ist sechs Zentimeter höher als der Touring und kommt damit an die Maße eines X1 heran. Das bietet im Inneren eine sensationelle Kopffreiheit auf allen Plätzen. Zusätzlich ist das Einsteigen gerade für ältere Menschen deutlich komfortabler. Im Übrigen auch durch einen weiteren Clou: Die Türen sind rahmenlos. Das sieht nicht nur schick aus, sondern bringt nochmals zwei Zentimeter mehr Freiheit beim Ein- und Aussteigen.

Länger

Zwanzig Zentimeter plus bringen gut sieben Zentimeter mehr Beinfreiheit im Fond. Da sitzt es sich nun fast wie in einer dicken Limousine. Die traditionell eher etwas geduckte Sitzhaltung im 3er ist im GT passé.

Platz da: Mit einer Körpergröße von 1,94 Metern genoss Schiebel auch hinten ordentlich Freiheit

Viele gute Gründe also für den Gran Turismo, der vom Fahrverhalten her ­ein reinrassiger 3er ist. Fahrvergnügen bereitet schon der 320d mit seinen 184 PS und der – leider nur gegen stolze 2150 Euro Aufpreis erhältlichen – Achtgang-Automatik (EU-Verbrauch 5 Liter, Spitze 226 km/h). Das Flaggschiff, der 335i, setzt da noch einen drauf: 306 PS, Verbrauch 7,7 Liter, Spitze 250 km/h.

Zum Verkaufsstart gibt es den 3er GT mit zwei Diesel- und drei Benziner-Varianten ab 36.150 Euro. Dieser Preis – 1500 Euro mehr als der 3er Touring – ist der Preis für das Mehr an Platz. Schade nur, dass vieles bei BMW seinen Preis hat. So etwa die gängigen Assistenzsysteme wie Start-Stopp, Einparkhilfe, Rückfahrkamera oder auch das Head-up-Display – für alles muss der Kunde extra in die Tasche langen.

Der neue BMW 3er Gran Turismo

Der neue BMW 3er Gran Turismo

Und wer ist dieser Kunde, wer soll sich den Gran Turismo nun holen? Projektleiter Martin Delitz nennt drei potenzielle Käufergruppen: „Aktive Singles und Paare mit sportlichen Hobbys und viel Platzbedarf, Familien, die keine Familienkutsche wollen, und ältere Menschen, die Wert auf einen bequemen Einstieg und Komfort legen.“ Größer, höher, länger – im GT mit „einem Schuss Individualität“ versehen, schwärmt Delitz. Der Wagen ist übrigens auch ein reinrassiger Bayer: zwar nicht gebaut wie die 3er-Brüder in München, dafür aber im BMW-Werk in Dingolfing. Verkaufsstart: 15. Juni.

Peter Schiebel

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