Kombi der Extraklasse

Das neue T-Modell von Mercedes

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Kombi der Extraklasse: Das neue T-Modell der Mercedes C-Klasse.

C-Klasse? Nein: Dieser Kombi gehört in seine eigene Extraklasse. Schon der erste Eindruck ist alles andere als schlicht: Riesen-Kühlergrill, breit grinsende Scheinwerfer – sportliche Linie, Limo-Look.

Die S-Klasse grüßt. Gefühlte Oberklasse auch drinnen: die (fast überreichlichen) Funktionen fein in Leder, Lack und edles Alu(plastik) eingebettet. Dazu haben Daimlers Entwickler in den neuen Stern auf ihrem Trikot allerlei Technikschnicks und Assistenzsysteme gepackt, die man so sonst nur im Luxussegment abrufen kann: ein feines Head-up-Display, ein (sicherlich etwas gewöhnungsbedürftiges zusätzliches) Touchpad an der Mittelkonsole fürs Display oben, Staupilot mit Lenkeingriff, Verkehrszeichenerkennung, Abstandsregler, Lenk-, Spurhalte-, Toterwinkelassistent, App-Kontakt zum Auto per „connect me“ – ach, was nicht noch alles ...

Ach ja. Und ein Kombi ist er ja auch noch: Mit 490 Litern passen im Vergleich zum Vorgänger aber nur fünf Liter mehr rein. Und bei umgeklappter Rückbank (jetzt dreigeteilt, 40:20:40) insgesamt 1510 Liter (macht plus zehn Liter). Das ist okay, aber bei zehn Zentimetern mehr Länge (nun 4,70 Meter) und acht Zentimetern mehr Radstand nicht berauschend. Auf Augenhöhe mit Audis A4, aber weniger als etwa der aktuelle Passat wegstecken kann. Doch ums banale Bepacken bei Baumarkt, Ikea & Co. geht’s beim neuen T-Modell (das „T“ stand mal für „Transport und Touristik“) auch nicht mehr wirklich. Irgendwie kann man sich die Klientel dieses Gefährts maximal beim lockeren Golfbag-Lüpfen vorstellen – durch die automatisch aufschwingende Heckklappe. Entwicklungsleiter Christian Früh spricht daher auch von einer „rollenden Wellness-Oase“ …

Schick auch hinten: Tester Oliver Menner mit dem C-Klasse-Kombi.

Das ist die C-Klasse dann aber auch: Lautlos massiert sich der Raumgleiter durch kurvige Landstraßen. Für vollends Schwerelosigkeit sorgt (gegen Aufpreis von satten 1400 Euro) die ebenfalls der S-Klasse entführte locker-leichte Luftfederung. Das Ganze macht einfach Laune – dank reibungsloser Abstimmung zwischen Fahrwerk, Motoren und Getriebe – wenn man schön im Comfort-Modus bleibt und brav die Finger lässt von der Fahrteinstellung "Sport" oder gar "Sport+".

Sonst wird’s – bei allen Motoren – ein wenig ruppig. Zumindest hier bleiben wir also leistungsmäßig in der Mittelklasse: Zum Start ab September gibt’s die aus der Mercedes C-Klasse Limousine bekannten Diesel mit 85 kW/115 PS bis 150 kW/204 PS, drei Benziner, von 115 kW/156 PS bis 245 kW/333 PS, sowie einen Dieselhybrid mit 150 kW/ 204 PS (und 20 kW/27 PS E-Motor).

Wenn man jetzt unbedingt maulen wollte, könnte man das eventuell bei der Übersicht nach vorne. Zumindest bei der sternlosen Avantgarde-Linie weiß man nie so genau, wo Ende ist. Und: Haben wir da tatsächlich bei all dem lautlosen Schweben und Dahingegleite noch so etwas wie ein dezentes Windgeräusch vernommen, ab etwa 150 Sachen? Was soll’s. Aus dem Lastesel ist ein Vollblut geworden. Und das tut, wie gesagt, gut – rundum. Ach, ja: Die Preise für so viel Wohlgefühl starten bei 35.224 Euro.

Nobel Kombi: T-Modell der Mercedes C-Klasse

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Oliver Menner

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