Bieder war gestern

Die neue V-Klasse von Mercedes

Mercedes V-Klasse: Der neue Van
+
Konkurrenz zum T-Modell: Die Stuttgarter blasen mit der neuen V-Klasse zum Angriff auf VW.

Aus Viano wird V-Klasse, aus einem bisher eher biederen Vertreter unter den Schwergewichten im Van-Segment eine attraktive Großraumlimousine. Ein Schwabenstreich?

Die Erfinder sprechen vom Mercedes unter den Vans. Sie planen mit der V-Klasse als neues Mitglied in der Pkw-Familie den Generalangriff auf ein Universalgenie, das sich VW T-Modell nennt und als Multivan samt Ableger in der Hitliste ganz oben steht.

Die neu entwickelte V-Klasse hat es in sich. Innen setzt sie mit hochwertigen Materialien und viel Chic Maßstäbe. Sie prahlt mit feinstem Pkw-Ambiente, trumpft bei Platzangebot, Variabilität, Komfort und Sicherheit mächtig auf und gestattet Konfigurationen, wie man sie aus der Personenwagen-Oberklasse kennt. Dennoch: Die Großraumlimousine hat sich zwar optisch herausgeputzt. Gegen den Charme des legendären T-Modells von VW tut sich die Konkurrenz aber schwer.

Ob familien-, freizeit sowie businessorientierte Kunden – sie alle werden die neue Mercedes V-Klasse auf ihrer Rechnung haben. Je nach Geschmack und Bedarf lässt sich der Van individualisieren. Zwei Radstände, drei Fahrzeuglängen (4,8 bis 5,3 Meter), bis zu acht Sitzplätze, drei Motorisierungen, zwei Ausstattungslinien, zwei seitliche Schiebetüren, Einzelsitze, Zweisitzbank, Dreisitzbank, Sport- und Designpaket beinhaltet das Wunschprogramm. Dazu kommen viele elektronische Heinzelmännchen, die sich um Komfort, Sicherheit und Infotainment kümmern. Das meiste gibt es leider nur gegen Aufpreis.

Praktisch ist die separat zu öffnende Heckscheibe für kleineres Gut. Zusammen mit der zweiten Ladeebene eine pfiffige Lösung. Die hinteren Sitze lassen sich schieben und drehen, wie man will. Wer die Heckklappe nicht als Fitnessgerät für die Armmuskulatur nutzen will, wählt zum Öffnen und Schließen die elektrische Betätigung. Vieles ist möglich in dieser V-Klasse. Bis hin zum Ausbau der etwa 28 Kilo schweren Einzelsitze, um z.B. sperriges Sportgerät zu transportieren.

Edel, flexibel, komfortabel: Die Großraumlimousine hat innen mächtig viel zu bieten.

Von den drei doppelt aufgeladenen Vierzylinder-Turbodieseln mit jeweils 2,1 Liter Hubraum hat uns der kraftvolle 250 BlueTec mit 190 PS am besten gefallen. Er ist beeindruckend spurstark (von null auf100 km/h in 9,1 Sekunden) und mit 8,5 Liter pro 100 Kilometer Testverbrauch erfreulich sparsam. Für den in dieser Klasse beispiellosen Fahrkomfort sorgen neben sanft schaltender Siebengangautomatik (Serie) bequeme Sitze, leichtgängige Lenkung und ausgewogene Federung. Mit vier Fahrprogrammen hat man außerdem die Wahl, ökonomisch, komfortabel oder sportlich unterwegs zu sein. Ob so viel elektronische Marschverpflegung überhaupt sein muss? Da imponieren uns eher die geringen Geräusche an Bord. Ein zusätzlicher Wohlfühlfaktor, der es Mozart, Elvis oder anderen Musikgrößen ermöglicht, sich über die Burmester-Anlage bestens zu präsentieren. Da verfliegt dann auch schnell der Ärger über die spiegelnden Rundinstrumente vor den Augen des Fahrers.

Das Äußere ist Geschmackssache

Mercedes verspricht noch einige Überraschungen. So wird es später noch eine Top-Motorisierung geben (AMG?), dazu den Allradantrieb und eine Camping-Version. Appetitanreger ist die V-Klasse Edition 1, ein exklusives und dementsprechend umfangreich ausgestattetes Modell zur Premiere im Mai für 67.378 Euro. Weitaus günstiger ist die Einstiegsvariante V 200 CDI (136 PS), die ab 42.900 Euro angeboten wird. Dazwischen liegt mit 43.911 Euro der V 220 CDI (163 PS).

Mit der neuen V-Klasse hat Mercedes die Großraumlimousine neu definiert. Sie ist sicherer, komfortabler und viel behaglicher und setzt Maßstäbe in diesem Segment. Über die äußere Verpackung kann man sich streiten.

Manfred Gleissner

auch interessant

Meistgelesen

Dieser schräge Typ überlebt jeden Autounfall
Dieser schräge Typ überlebt jeden Autounfall
Pinkel-Pause im Stau kostet Schweizer 550 Euro 
Pinkel-Pause im Stau kostet Schweizer 550 Euro 
Porsche Panamera: Sprintstar in kaiserlichem Gewande
Porsche Panamera: Sprintstar in kaiserlichem Gewande
E-Auto aus den 1970er Jahren knackt Weltrekord
E-Auto aus den 1970er Jahren knackt Weltrekord

Kommentare