Neuer Hyundai ix35

Evolution & Revolution

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Design, leicht aufgefrischt: der neue Hyundai ix35 in Front-...

Hyundai präsentiert die zweite Ausgabe seines ix35. Das Modell ist mit über 56.000 Exemplaren einer der Verkaufsschlager der Südkoreaner bei uns.

Innen: hochwertigere Materialien.

Auch das Facelift nach drei Jahren hält an der bewährten Hyundai-Designsprache „Fluidic Sculpture“ – europäischer Look innen und außen – fest, und retouchiert nur hie und da sanft. Trend: Preis-Leistungs-Verhältnis gut, aber auf höherem Niveau. Und das gekonnt: Dem neuen ix35 steht die Aufwertung durch Bi-Xenon-Scheinwerfer, wuchtige Seitenplanken, serienmäßige LED-Tagfahrlichter sowie nette Details wie die schicke Navi-Sharkfin-Antenne richtig gut zu Gesicht.

...und Heckansicht.

Drinnen gibt’s feinere und hochwertigere Materialien, Aluminium-Blenden an den Armaturen, ein auf sieben Zoll gewachsenes Display mit Rückfahrkamera. Wir konnten das neue Topmodell, einen 2.0-Liter-Direkteinspritzer (122 kW/166 PS) schon mal in Berlins Straßenverkehr testen. Zwischen Prenzlauer Berg und Karl-Marx-Ring zeigte der Benziner zwischen den Ampelphasen recht sportlichen Antritt – auch wenn wir seine wahren Werte (10,4 Sekunden auf 100, Spitze 196 km/h) natürlich nicht voll auskosten konnten. Dafür aber das fein straffe Fahrwerk und die präzise Lenkung (jetzt mit Dreistufen-Lenkunterstützung Flex-Steer-System). Der Einstiegsbenziner mit 1,6 Litern (99 kW/135 PS) und die drei Dieselaggregate (von 85 kW/116 PS bis 135 kW/184 PS ) sind ansonsten nur leicht verändert: Hyundai hat sich auf die Verbesserung von Verbrauchs- und Abgaswerten konzentriert. So drückt die neue Niedrigdruck-Abgasrückführung den Ausstoß beim großen Diesel (184 PS) von 187 auf 180 g/km. Fazit: Insgesamt gelungenes Facelift eines bewährten Konzepts. Preise ab 20.970 Euro.

Wasserstoff! In fünf Minuten ist der ix35 voll betankt.

Ein bisschen Revolution gibt’s auch noch: Mit dem ix35 geht Hyundai als weltweit erster Hersteller mit der Wasserstoffbrennzelle tatsächlich in Serie! Rund 1000 Fahrzeuge hofft man bis 2015 in Europa, USA und Asien abzusetzen. Zu echter Serie gehört allerdings echte Masse und Preistransparenz für den privaten Endkunden. Beides gibt’s bei fehlender Wasserstoff-Infrastruktur hierzulande (in der Republik gerade mal 30 H²-Tankstellen, drei davon in Berlin, eine in München) noch nicht. Die Leasing-Preise für den Fuel-Cell sind daher noch „Verhandlungssache“.

Im Hyundai ix35 ist hinten gut Platz.

Und die Zielgruppe (noch): Behörden, Institutionen und Flottenkunden. Dennoch gebührt Hyundai ein Lob für die Pionierleistung! Fahrtechnisch kann man auch nicht meckern: Stille beim Anlassen, zwischendurch Sphärenklänge und ein echt guter Abzug! Die selbst entwickelte Brennstoffzelle, der Lithium-Polymer-Akku und der E-Motor legen zusammen 100 kW/136 PS für das auf ökologisch-bewusste 160 km/h Spitze abgeriegelte Gefährt frei. Und noch was ist beim Öko-ix35 drin: rund 600 Kilometer mit einer H²-Tankfüllung! Damit kommt „Alternativ“ durchaus endlich in Reichweite. Der Rest ist (Förderungs-)Politik. Bei Hyundai jedenfalls habe man sich auf Wasserstoff als den Antrieb der Zukunft „committet“, wie es im Managerdeutsch heißt. Mal schauen, wie lang es bis zur Zukunft dauert.

Oliver Menner

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