Der Test

Nissan Leaf mit mehr Akku: Reicht’s wirklich?

Nissan Leaf
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Der Nissan Leaf soll jetzt mit einer vollen Batterie 250 Kilometer weit kommen. 

Die Angst, wegen einer geringen Reichweite und mit leerem Akku liegen zu bleiben, hält bislang viele Autofahrer vom Kauf eines Elektroautos ab. Nissan macht sein E-Auto, den Leaf, jetzt alltagstauglicher.

Mit einer größeren Batteriekapazität soll das bislang meistverkaufte Elektroauto in Europa bis zu 250 Kilometer weit kommen – und damit rund 50 Kilometer weiter als bisher. Wir haben den japanischen Stromer getestet, der ab Januar 2016 mit der neuen 30 kWh leistungsstärkeren Batterie ab 28.060 Euro plus einem monatlichen 79 Euro teuren Akkuleasing oder ab 33.960 Euro inklusive Batterie zu haben ist.

Beim Start der rund 200 Kilometer langen Rundfahrt über einen 1500 Meter hoch gelegenen Pass zeigt die Batterieladeanzeige auf dem Tacho beruhigende 100 Prozent an. Die Reichweite wird in großen, farblich unterlegten Ziffern mit 215 Kilometern ausgewiesen – sie wurde dem Fahrstil des letzten Fahrers vom Bordcomputer entsprechend berechnet.

Mehr Reichweite mit einer vollen Batterie

Der 109 PS starke und natürlich emissionsfreie E-Motor treibt uns absolut lautlos an. Beim Ampelstart in der Stadt sind wir klare Sieger. Das zaubert einem Ökofan durchaus ein kleines triumphierendes Lächeln auf die Lippen. Auch in den vielen Kurven bei der Bergauffahrt macht der Leaf richtig Spaß. In 11,5 Sekunden erreicht die 1,5 Tonnen schwere fünfsitzige Limousine ihre Höchstgeschwindigkeit von 144 km/h. Den Eco-Modus schalten wir nicht ein, dafür die Klimaanlage. Die Rechnung dafür bekommen wir auf dem Passsattel: Nur noch 22 Prozent Batteriekapazität!

Bergab mutieren wir daher zu Sparfüchsen. Am Lenkrad wird die grüne Eco-Modus-Taste gedrückt, am Gangwahlhebel der Automatik die B-Taste für Bergabfahrt eingestellt. Statt des Gaspedals wird nun nur noch das Bremspedal getreten. Schon nach wenigen Kilometern stellt sich der Erfolg ein: Die gewonnene Bremsenergie wird der Batterie zugeführt, die Ladeanzeige und Reichweite steigt auf 41 Prozent. Den Ausgangspunkt erreichen wir nach 200 km sicher und problemlos und haben sogar noch 20 Prozent Batteriereserve für weitere 35 Kilometer! Test bestanden!

Nissan Leaf Kofferraum.

Das Reichweitenplus des Leaf wird durch eine neue, leistungsstärkere Batterie erreicht: Die speichert jetzt 30 kWh – das sind sechs kWh mehr als die bisherige. Darüber hinaus hat Nissan das Leaf-Infotainmentsystem verbessert: Es zeigt per App auf dem 7-Zoll-Bildschirm oder Smartphone nicht nur verfügbare Ladestationen an, sondern auch, ob diese gerade frei sind. Europaweit stehen für E-Autos derzeit 2300 Schnellladestationen parat, an denen ein Stromer in nur 30 Minuten zu 80 Prozent geladen werden kann. Daheim an der Steckdose dauert der Ladevorgang an einer Wallbox rund sechs und an der herkömmlichen Steckdose acht Stunden.

Der neue Nissan Leaf

Uwe Fajga

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