Pick-up

Nissan Navara NP300: Der Edel-Arbeiter

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Gut drauf auch im Gelände: Der Nissan Navara NP300 ist liegt mit seinen Crossover-Qualitäten voll im allgemeinen Pick-up-Trend – der Absatz geht nach oben.

Können Sie sich die Straßen Nordamerikas ohne Pick-ups vorstellen? Auch in Down Under gehört die Mischung aus SUV und Pritschenwagen zum alltäglichen Bild.

Seit einigen Jahren sind sie auch schon in Europa häufiger zu sehen. So betrug der Absatz von Pick-ups in Deutschland zuletzt 14 000 Exemplare pro Jahr mit Trend nach oben. Einen Anteil von 15 Prozent hält dabei Nissan mit dem Navara – und er soll wachsen. Jetzt haben die Japaner, die voller Stolz auf 80 Jahre Erfahrung in diesem Segment zurückblicken, ihren neuen, den Nissan NP300 Navara, vorgestellt. Das Versprechen: Nach etwa 15 Minuten vergessen Sie, dass Sie in einem Arbeitstier sitzen! Wir haben schon mal Probe gesessen und bei Testfahrten auf Straßen und im Gelände kräftig aufs Gaspedal gedrückt.

1. Der King Cab

Als Erstes steigen wir in einen Navara mit King Cab, also in ein Fahrzeug mit einfacher Kabine und einem 2,3-Liter-Diesel mit 160 PS. Von außen wirkt der goldlackierte und 5,33 Meter lange Navara mit seiner neu definierten Motorhaube robust, zuverlässig, fast so, wie man sich einen fürs Volksfest schick gemachten Preisbullen vorstellt. Innen sitzt man kommod, die Instrumente sind sachlich, übersichtlich und modern konzipiert, ein wenig mehr Seitenhalt könnten die ansonsten komfortablen Sitze bieten. Aber, hallo, wer so auf die Baustelle oder in den Forst aufbricht, hat keinen Grund zur Klage. Der Motor röhrt kräftig rustikal (Verbrauch bei unserer Testfahrt 8,4 Liter), die Schaltwege sind bisweilen etwas lang, und das Einlegen der insgesamt sechs Gänge hakelt manchmal. Aber wie gesagt: Mit so einem Fahrzeug fährt man(n) nicht in die Oper, sondern zur Arbeit.

2. Der Double Cab

Richtig viel drauf: Der Nissan Navara bringt viel auf seiner Ladefläche unter. Er ist ein echter Lastesel.

Ganz anders ist die Anmutung im Double Cab mit 190-PS-Diesel. Mit der lifestyligen Variante des Pick-ups – diesmal in Bitterschokoladenbraun – lösen die Japaner ihr Versprechen ein. Man fühlt sich schnell, als säße man in einem der beliebten Crossover der Nissan-Familie, also wie in einem Quashqai oder X-Trail. Platz, Ambiente, Haptik stimmen. Diesmal ist unser Pick-up mit einem Automatikgetriebe ausgestattet und es arbeitet tadellos. Auf den hinteren Sitzen herrschen Komfort, Kopf- und Beinfreiheit. Die Fahrgeräusche im Inneren sind kaum wahrnehmbar und die Straßenlage ist für so ein großes Gefährt fulminant. Kernelement der Doppelkabinenversionen ist eine neu entwickelte Mehrlenker-Hinterradaufhängung mit Schraubenfedern. Laut Nissan einmalig im Segment. Sie sorgt für den bereits beschriebenen Fahrkomfort und verbessert das Handling. Die King-Cab-Versionen fahren weiterhin mit Blattfedern. Doch es ist wohl nur eine Frage der Zeit, bis man auch hier mit Schraubenfedern aufwarten wird.

3. Keine Last mit der Last

Natürlich legt man sich einen Pick-up vor allem dann zu, wenn man viel zu transportieren hat – Baumaterialien etwa oder auch mal ein Motorrad. Die Nutzlast des neuen Navara beträgt eine Tonne – das entspricht etwa 42 Zementsäcken, 1000 Litern Wasser oder dem Gewicht eines Nashorns. Die Anhängelast beträgt stolze 3,5 Tonnen – das schafft kein VW Amarok. Die Länge der Ladefläche konnte beim Double Cab um knapp sieben Zentimeter auf nunmehr 1,58 Meter verlängert werden, beim King Cab beträgt sie 1,79 Meter. Wer seinen Pick-up mit Hardtop, Überrollbügel und Co. austatten will: Nissan bietet hier 125 Zubehörteile, die kaum einen Wunsch offen lassen. Und: Ab sofort gibt es die Fünfjahres- oder 160 000-Kilometer-Garantie von Nissan.

4. Die Sicherheit

Damit man mit seinem Pick-up stets sicher ankommt, verfügen schon die Basisversionen serienmäßig über sieben Airbags, eine Bergan- und Abfahrhilfe bei allen Varianten mit zuschaltbarem Allradantrieb, elektronisches Hinterachsdifferenzial mit begrenztem Schlupf (gleicht die Radgeschwindigkeiten ab und verbessert das Handling auf schlechtem Boden) sowie autonomen Notbremsassistenten. Einzigartig ist der Around-View-Monitor, der beispielsweise beim Rangieren eine 360-Grad-Rundumsicht liefert. Uns fehlte hier eigentlich nur ein Toter-Winkel-Warner.

5. Im Gelände

Richtig viel Platz: Fünf Person auf zwei Ebenen –die Double Cab bringt‘s so.

Das macht wirklich Spaß! Wir pflügen mit dem King Cab den Berg hinauf. Damit das gelingt, haben wir den „4LO“-Modus gewählt: Hier werden permanent alle Räder angetrieben, zusätzlich ist ein mechanisches Sperrdifferenzial zugeschaltet. Und so schüttelt uns der Untergrund zwar kräftig durch, doch stetig und ohne „Abzusaufen“ geht es hinauf.

Fazit

Wir sehen uns schon mit Bauarbeiterhelm und Arbeitshandschuhen im dicksten Dreck werkeln. Wir können uns aber auch vorstellen, mit dem angehängten Segelboot den nächsten Hafen anzulaufen. Geht beides mit dem Navara, dem Crossover aus robustem Lasttier und edlem Zugpferd. Ab sofort bestellbar, ab Mitte Januar im Handel. Los geht’s preislich bei 22.517 Euro für die Einzelkabine mit 160- PS-Diesel.

Nissan NP300 Navara

Katrin Basaran

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