Schönheiten auf Rädern

Pariser Autosalon: Trends und Neuheiten

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Dieter Zetsche (Chef der Daimler AG) mit dem neuen Mercedes-AMG GT.

Paris - Oh là là: die wichtigsten Trends und Modelle (über 80 Premieren) auf dem Pariser Autosalon (4. bis 19. Oktober) in der Übersicht.

Oh là là! In Paris sind Autos gerade ganz groß in Mode. Kein Wunder – immer wenn die wichtigste Messe der Welt, die IAA, turnusgemäß pausiert, gibt die Industrie in Frankreichs Hauptstadt Gas. Die wichtigsten Trends und Modelle (über 80 Premieren) auf dem Pariser Autosalon (4. bis 19. Oktober) in der Übersicht.

Rudolf Bögel 

Die Raumwunder

Der neue Renault Espace.

In Paris schlägt die Stunde der Kombis und Familien­kutschen. Lang ersehnt und endlich da ist der Ford Mondeo, der aber angesichts der überarbeiteten oder sogar ganz neu gemachten internen Konkurrenz von B-max und S-max fast untergeht. Ein echter Star des Pariser Salons kommt natürlich aus Frankreich: Voilà, hier ist der neue Renault Espace, der Urvater der Familien-Vans. Er sieht nicht nur schick aus, er bietet vor allem unendlich Platz auf 4,85 Meter Länge und hat ein charmantes Design nebst riesigem Touch-Screen. Im Dacia Lodge Stepway können ebenfalls bis zu sieben Personen sitzen, er soll um die 14 000 Euro kosten. Deutlich mehr Geld (um die 70 000 Euro) muss man in den Erwerb des flottesten Kombi stecken, der derzeit auf dem Markt zu haben ist, den Mercedes C 63 AMG als T-Modell. Er hat wahlweise bis zu 510 PS und ein wuchtiges Drehmoment von 700 Nm. Der V8-Motor entspringt einer neuen Familie von Twin-Turbo-Aggregaten. Dessen Urvater werkelt im neuen Porsche-Jäger AMG GT.

SUV

Der neue Land Rover Discovery Sport.

SUV, soweit das Auge reicht. Die immer noch zweistelligen Zuwachsraten in diesem Segment wirken wie ein Turbo auf die Branche. Das coolste und innovativste Design hat der Lexus NX 300 mit seiner kompromisslos kantigen Optik. Mindestens so mutig wie einst BMW, die aus dem viel gescholtenen rüpelhaften Coupé-SUV X 6 einen Trendsetter und Bestseller gemacht haben. Und der steht aufgefrischt ebenfalls an der Pariser Porte Versailles. Auffällig, dass er nicht mehr so ganz auffällig ist. Aus klobig wird mächtig, und der Flegel aus München langsam erwachsen. Spannend vom Design auch: der neue Land Rover Discovery Sport, ein smarter SUV (ab 31 900 Euro), der Ende Februar nach Deutschland kommt und den es statt mit Allrad- auch mit Frontantrieb gibt. Dann wären da noch: Der Fiat 500 X (ein Derivat der erfolgreichen 500er-Familie), der Ford Edge (der endlich auch nach Europa kommt), der neue Kia Sorrento (etwas größer, aber flacher, als 2,2-Liter-Turbodiesel oder 2,4-Liter-Benziner) und der Volvo XC 90 (ein Prügel von Kombi-SUV, in dem bis 7 Personen bequem Platz finden).

Die Hybridwelle

Der Lamborghini Asterion (in der griechischen Mythologie ein Gott, der übersetzt Sternenherrscher heißt).

Hybrid ist in! Und alle müssen (schließlich dräuen schon 2020 neue Schadstoff-Obergrenzen) mitspielen. Der VW-Konzern beispielsweise schickt gleich zum Start des neuen Passat eine GTE-Variante hinterher. Dabei soll die Kraft der zwei Herzen nicht mehr kosten als ein Diesel. Nur so, ist man in Wolfsburg überzeugt, kann man die Hybrid-Fahrzeuge auch an den Mann respektive Frau bringen. In zwei Antriebswelten unterwegs ist auch Porsche. Der Cayenne SE hybrid bringt es auf eine Systemleistung von 416 PS und kann je nach Terrain bis zu 36 Kilometer elektrisch fahren. Nicht mehr ganz neu, aber ebenfalls in Paris zu sehen: der Mercedes S 500 Plug-In hybrid, der es auf einen (rechnerischen) Durchschnittsverbrauch von 2,8 Litern bringt und der als Technologieträger und Vorbote von weiteren zehn Hybridmodellen aus dem Hause Daimler gilt. Die neue sportliche Speerspitze dieser Technologie ist der Lamborghini Asterion (in der griechischen Mythologie ein Gott, der übersetzt Sternenherrscher heißt). Ein Plug-In Hybrid mit 910 PS (610 mit Benzin erzeugt, 300 elektrisch von drei E-Motoren), einem Verbrauch unter vier Litern und einem emissionsfreien Betrieb bis zu 50 Kilometern.

Die großen Kleinen

Der Skoda Fabia.

Hier gibt es gleich vier Stars, die alle aus Deutschland kommen. Mit dem neuen Skoda Fabia ist der VW-Tochter endlich auch ein optischer Wurf gelungen. Ein echtes Raumwunder ist dabei der Kombi mit seiner niedrigen Ladekante. Den Rückenwind von über 100 000 verkauften Adams nimmt Opel gerne mit.

Der neue Corsa.

Der neue Corsa, vorgestellt von Markenbotschafterin Claudia Schiffer, soll Spitzentechnologie bei den Assistenzsystemen zu erschwinglichen Preisen an Bord haben. Noch kleiner, wendiger und hipper wird die neue Generation des Smart, er dürfte das Zeug zu einem Kultauto haben. Und dann gab es noch eine echte Weltpremiere. Der Mercedes-Bestseller B-Klasse (350 000 verkaufte Exemplare seit Ende 2011), kommt aufgefrischt auf den Markt. Optisch ist der Sportstourer an seinen neuen Stoßfängern, einer breiteren Kühlerverkleidung und dem integrierten Tagfahrlicht zu erkennen. Innen ist der Bildschirm auf 8 Zoll (20,3 Zentimeter) angewachsen und bei den Motoren gibt es fünf Diesel mit einem Verbrauch ab 3,6 Liter und vier Benziner ab 5,4 Liter.

Die Spaßmobile

Audi hat

Ein Hingucker: das 2er Cabrio.
Der neue Mercedes AMG GT mit 510 PS.

nicht gezögert und schickt die offene Variante des TTS auf den Pariser Laufsteg. Ein Auto mit Schick und Charme. Die zweite Weltpremiere aus München neben dem BMW X 6 ist das neue 2er Cabrio, ebenfalls ein echter Hingucker. Ein Traum, vor allem weil die Italiener schon beim Coupé mit der Produktion nicht nachkommen, dürfte der Alfa 4 C Spider bleiben. Dabei ist der schon bei der Premiere optisch eine Ikone. Das wird auch der neue Mercedes AMG GT mit 510 PS werden. Der Porschejäger hat alle Gene eines echten Sportwagens. Noch bevor Konzernchef Dieter Zetsche aus dem Sportler klettert, lässt er den brabbelnden Sound mit einem Druck aufs Gaspedal erklingen. Ein kräftiges Lebenszeichen der Treibstoffaggregate in einer zunehmend elektrischer werdenden Autowelt.

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