Ziemlich lecker

Wie ein süßes Croissant - Peugeot 108

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Autor Andreas Thieme sieht den knuffig runden Peugeot 108 in der Spitzengruppe der Kleinwagen. Der Einstiegspreis liegt bei knapp 9000 Euro.

Sein Vorgänger war ein Bestseller, jetzt soll er ihn überholen: Mit dem 108 bringt Peugeot einen flotten Kleinwagen auf den Markt, der sich gegen zwölf Modelle der Konkurrenz behaupten muss.

Schaffen will er das mit vier Karosserie- und sieben Designvarianten – und dem Anspruch, das ideale Auto für Stadt und Ballungsgebiete zu sein. Ab dem 19. Juli gibt es den Franzosen beim Händler (Einstiegspreis: 8.890 Euro). Wir haben ihn in Paris getestet.

Mit den aktuellen Kleinwagen ist es wie morgens in der französischen Bäckerei: Aus lauter süßen Teilchen soll man eines wählen. Lange satt macht keines, aber für den kleinen Genuss sind sie alle gut. Also nimmt man jenes, dessen Anblick am meisten verführt. Und wenn man so will, hat Peugeot mit dem 108 einen kleinen Leckerbissen entwickelt.

Alle sieben thematischen Design-Varianten sehen keck aus – und fallen auf. Darauf setzt der 108, um sich abzuheben und jüngere Leute wie auch Senioren zu begeistern.

Als Drei- oder Fünftürer ist er erhältlich – schon die kleinere Version bietet serienmäßig sechs Airbags, ESP, Bordcomputer, Reifendruckkontrollsystem und LED-Tagfahrlicht. Mit sparsamem Dreizylinder Aggregat (68 PS), Fünfganggetriebe plus Stopp-Start-Funktion oder in der Fünfgang-Automatikvariante fährt sich der 108 leicht, aber wenig kraftvoll. Wie ein ganz anderes Auto fühlt sich die stärkere 82-PS-Variante mit PureTech-Motor an: Er hört sich saftig an, schaltet flüssiger, nimmt Kurven mit großer Dynamik und hat auch Kondition auf Steigungen.

3,8 bis 4,3 Liter Verbrauch auf 100 Kilometer gibt Peugeot an, im Test kamen wir aber nie unter fünf – trotzdem kein schlechter Wert! Auch von außen kann er sich sehen lassen: Gelungen ist die hochwertige Chromleiste, vorne schließt die Linienführung die Scheinwerfer mit ein und formt sie zu einem Gesicht. Das Seitenprofil wirkt kraftvoll und stimmig. Die hinteren Rücklichter sehen aus wie Krallen – das verleiht Profil! Ein Schmankerl ist das optionale elektrische Stoffverdeck, das bei schönem Wetter fast das gesamte Dach freigibt (76 x 80 cm).

Mit 2,34 Meter hat Peugeot den Radstand erweitert – 3,47 Meter lang und 1,62 Meter breit ist der kleine Franzose nun insgesamt, wiegt 840 Kilogramm und hat einen Wendekreis von 9,60 Meter. Diese Maße machen ihn fit für die Stadt, das Parken gelingt spielerisch. Das Einsteigen nur bedingt: Die Vordertüren wirken großzügig, hinten können aber nur kleine Kinder sitzen. Der Kofferraum fasst mit 243 Litern eher Handgepäck, ist aber durch umlegbare Sitze auf 868 Liter erweiterbar.

Das Interieur ist im 108 verständlicherweise sehr einfach gehalten. Immerhin taugt das Lenkrad durch seine markant griffige Struktur. Mit dem optionalen Mirror Screen lässt sich die Benutzeroberfläche im Smartphone auf den sieben Zoll großen Bildschirm in der Mittelkonsole übertragen. Von hier aus kann man Musik oder Videos ansteuern, aber auch Textnachrichten vorlesen lassen und navigieren. Das ist gesetzlich erlaubt (im Gegensatz zur Handy-Nutzung am Steuer), funktioniert im Test aber nur bedingt. Denn die Navigation über Google Maps streikt im Tunnel und verwirrt an Schleifenkreuzungen. Bislang sind (vorerst) auch nur ältere Smartphone-Modelle wie das Samsung Galaxy S3 oder Apples iPhone 4 und 4s kompatibel. Ansonsten passt der Screen aber optisch super ins ­Cockpit.

Fazit

Oh, là, là! Der Peugeot 108 ist ein preiswerter Stadtflitzer – gut motorisiert, optisch schick und mit spannenden Extras wie dem Stoffverdeck oder Mirror Screen. In der leistungsfähigeren Motorvariante gehört er sicher zur Spitzengruppe der aktuellen Kleinwagen.

Peugeot 108

Peugeot 108

Andreas Thieme

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