318 PS

So viel Polo steckt in der Rallye-Rakete

Polo R WRC
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Polo R WRC Fliegen kann man mit dem Serien-Polo zwar nicht. Dennoch hat er einiges mit dem Rallye-Renner gemein. Die VW-Piloten Jari-Matti Latvala und Miikka Anttila wollen mit dem Polo-Flitzer heuer den WRC-Hattrick schaffen.

Als Serienmodell ist der VW Polo ein Bestseller, als Rallye-Sportler ein Superstar: Der 318 PS starke Polo R WRC ist auf dem besten Weg zum Titel-Hattrick bei der diesjährigen FIA Rallye-Weltmeisterschaft (WRC).

Eine Rechnung hat das deutsche Team noch offen: Das Heimrennen, das heuer vom 20. bis 23. August rund um Trier stattfindet, konnte VW mit dem Renn-Polo noch nie gewinnen. Wir haben miterlebt, wie das VW-Motorsportteam den dritten Titelgewinn in Folge plant. Und gecheckt, was der Serien-Polo mit der WM-Rakete gemein hat.

Fakt ist: Die Rallye-WM ist für die Motorsportler von VW so wichtig wie für den FC Bayern der Champions-League-Titel. Dabei dominiert VW die Rallye-WM wie der FC Bayern die Bundesliga. Bei fünf der bislang acht Weltmeisterschaften stand der französische VW-Pilot Sébastien Ogier (31) ganz oben auf dem Siegerpodest, einmal sein finnischer Teamkollege Jari-Matti Latvala (30). Titel Nummer sieben soll jetzt bei der ADAC Deutschland-Rallye folgen. Insgesamt gibt es weltweit übrigens 13 Rennen über Schotter- und Asphaltpisten. Neben VW sind derzeit noch Ford, Hyundai und Citroën mit insgesamt 27 Fahrerteams am Start.

Zu den Rennen in Europa geht das VW-Team mit sieben Trucks und rund 80 Tonnen Material auf Tour. Neben den drei 318 PS starken und je 350.000 Euro teuren Polo R-Rennern haben sie alle Ersatzteile, Werkzeug und eine kleine Werkshalle an Bord. Außerdem reist ein mobiles Büro sowie ein Aufenthaltsraum fürs Team mit integrierter Küche mit.

VW-Motorsportchef Willy Rampf.

Reparaturen und Wartung der Autos sind zeitlich begrenzt und werden streng von Kontrolleuren des Automobil-Dachverbandes FIA beaufsichtigt: 15 Minuten am Vormittag, 30 Minuten am Mittag und 45 Minuten am Abend. Außerhalb dieser Zeiten dürfen nur Fahrer und Beifahrer am Fahrzeug arbeiten und nur Werkzeuge und Ersatzteile verwenden, die sie an Bord haben. Einen Reifenwechsel schaffen Weltmeister Ogier und sein Beifahrer Ingrassia z. B. in nur zwei Minuten!

Die VW-Renner tragen zwar den Namen Polo, doch mit dem Serienmodell haben sie wenig gemein. Aber: „Die Silhouette des Serienautos muss beibehalten werden. Rohkarosse sowie Blechteile wie Dach, Motorhaube, Heckklappe und Türen müssen dem Polo-Serienmodell 1:1 gleichen“, so Motorsportdirektor Willy Rampf.

Bei den Rallye-Autos darf u.a. das Fahrwerk abgeändert werden, zudem gibt’s im Renn-Polo Allrad. Vorgeschrieben sind ein Rennmotor mit vier Zylindern mit maximal 1,6 Liter Hubraum und einer maximalen Drehzahl von 8500 Touren. Das Mindestgewicht des Polo muss 1350 kg inklusive Fahrer, Beifahrer und Ersatzrädern betragen. Das Interieur beschränkt sich auf einen Überrollkäfig, zwei Sportschalensitze mit Fünfpunkt-Gurten, ein Lenkrad mit Schaltwippen sowie einen Handbremsstängel. Und was bringt VW der Millionenaufwand im Motorsport? „Das gewonnene Knowhow fließt in die Serie und umgekehrt“, sagt Willy Rampf und verweist auf Gewichtsreduzierungen bei Motor, Front und Türen sowie auf die Rennsitze, die auch auf den Serienpolo übertragen werden. Damit der Kleine im Alltag zum Flitzer taugt.

U. Fajga

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