Schlafwagenbrand: Deutsche Bahn verurteilt

Paris - Zwölf Menschen starben, als vor zehn Jahren in einem Schlafwagen der Deutschen Bahn ein Feuer ausbrach. Jetzt ist das Unternehmen zu einer Geldstrafe verurteilt worden.

Rund zehn Jahre nach der Brandkatastrophe in einem Schlafwagen der Deutschen Bahn hat ein französisches Berufungsgericht das Unternehmen zu einer Geldstrafe in Höhe von 160.000 Euro verurteilt. Die Richter in Nancy sahen es am Dienstag als erwiesen an, dass die DB AutoZug GmbH bei Sicherheitsvorkehrungen schlampte und damit den Tod von zwölf Menschen mit verantworten muss. „Wir respektieren das Urteil“, sagte ein Bahn-Sprecher danach. Es solle nun mit Blick auf mögliche Rechtsmittel geprüft werden.

In erster Instanz war die Bahn noch freigesprochen worden. Im Mai 2011 verurteilte ein Gericht lediglich einen deutschen Zugbegleiter wegen fahrlässiger Tötung und Körperverletzung zu einer einjährigen Haftstrafe auf Bewährung. Die Verurteilung wurde am Dienstag bestätigt. Die Richter verdoppelten allerdings das Strafmaß auf zwei Jahre, sagte ein Gerichtssprecher in Nancy.

Zu dem Brand war es in der Nacht zum 6. November 2002 auf der Strecke von Paris nach München gekommen. Der verurteilte Zugbegleiter hatte eine Tasche auf einer eingeschalteten Herdplatte in seinem Dienstabteil abgestellt. Daraufhin brach ein Feuer aus. Zu den vielen Opfern war es wahrscheinlich gekommen, weil die Schlafwagen verriegelt waren. Dies war damals üblich.

Die Staatsanwaltschaft monierte allerdings in dem Verfahren das Fehlen eines zweiten Feuerlöschers sowie mangelhafte Hinweise auf die Nothammer zum Einschlagen der Scheiben. Die französische Bahn SNCF, die den Zug zusammen mit der Deutschen Bahn betrieb, wurde freigesprochen. 

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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