Müde oder wach?

Sekundenschlaf: Neue Technologie soll helfen      

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Ein Lkw-Fahrer am Steuer.

Plötzlich fallen die Augen zu - es sind oft nur Sekunden, doch beim Autofahren können sie dramatische Folgen haben. Forscher haben eine Technik entwickelt, die sofort erkennt, wenn der Fahrer einnickt.

Immer mehr Assistenzsysteme sind im Auto im Einsatz. Die Technik soll das Autofahren erleichtern und vor allem sicherer machen. Im besten Fall, um Unfälle im Straßenverkehr zu verhindern, denn trotz aller Hightech sitzt noch immer ein Mensch am Steuer. 

Vor allem übermüdete Fahrer gehören nicht hinters Lenkrad. Verantwortliche Automobilisten setzen sich nur ausgeschlafen ans Steuer. Denn der Sekundenschlaf kann tödlich sein. Mehr als ein Viertel der tödlichen Unfälle auf Autobahnen werden, nach einer Studie des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GdV), auf übermüdete Fahrer zurückgeführt. Um das Einnicken am Steuer zu verhindern, arbeiten Autobauer schon seit Jahren an verschiedenen Systeme und verbessern diese.

Forscher an der Washington State University Spokane (WSU) haben nun eine neue und günstige Technologie entwickelt, die sofort erkennt, wenn der Fahrer einnickt. Der Müdigkeitswarner basiert auf der Lenkbewegungen. Ein Sensor misst die Position des Lenkrads. Die gesammelten Daten geben Auskunft, ob der Fahrer wach oder schläfrig ist.

Gerade durch die Bewegungen vom Lenkrad lasse sich, laut Forschungsleiter Prof. Hans Van Dongen, besonders früh vorhersagen, ob der Fahrer müde ist. Und zwar lange bevor das Auto aus der Spur oder von der Straße driftet. Das sei ein Vorteil gegenüber den teueren auf Kameras basierten Systemen.

"Auf schneebedeckten oder kurvigen Straßen, in der Dunkelheit oder bei blassen oder fehlenden Fahrbahnmarkierungen sind sie unzuverlässig", sagt der Forscher.

Grundlage für die Auswertung waren Test mit Probanden in einem Fahrsimulator. Die 29 Studienteilnehmer mussten dafür zehn Tage lang nach einem Nachtschicht-Zeitplan leben.

Kampf dem Sekundenschlaf - Müdigkeitswarner

Müdigkeitswarner sind bei vielen Modellen schon serienmäßig an Bord. Bei einem Müdigkeitswarner erkennt das Auto anhand von verschiedenen Infos, wenn die Aufmerksamkeit des Fahrers nachlässt. Autohersteller setzen bei diesem Assistenzsystem auf unterschiedliche Techniken. Auch die Begriffe dafür sind verschieden.

  • Mercedes-Benz: Attention Assist
  • Volvo: Driver Alert
  • Volkswagen: Müdigkeitserkennung
  • Ford: Müdigkeitswarner

Der Mercedes-Müdigkeitswarner mit dem Namen Attention Assist wertet unter anderem auch Daten aus dem Lenkverhalten aus. Wenn es Zeit für eine Pause ist, leuchtet eine Kaffeetasse als Symbol im Cockpit auf.

Mehr zu der Entwicklung der WSU sehen auf YouTube.com.

Tipps zum Rasten und Ruhen

  • Ausgeschlafen und erholt starten
  • Pausen und Zeitpuffer einkalkulieren und den persönlichen Biorhythmus berücksichtigen.
  • Staugefährdete Routen nach Möglichkeit meiden, ebenso stauträchtige Tage wie Ferienanfang und -ende.
  • Spätestens nach zwei Stunden Fahrt eine Pause einlegen.
  • Ein kurzer Schlaf („Power Napping“) kann helfen, wieder fit zu werden.
  • Nach sieben Stunden eine längere Pause oder eine Zwischenübernachtung planen.
  • Reichlich trinken und leicht verdauliche, vitaminreiche Speisen zu sich nehmen.
  • Sport oder Dehnübungen in der Pause machen und die Kinder sich richtig austoben lassen.

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ml

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