Platz ohne Ende

Skoda Rapid - große Klappe, viel dahinter?

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Autor Klaus Heydenreich prüft den Rapid F.

Da reißt einer ganz schön die Klappe auf! Und was steckt dahinter? Das werden wir genau überprüfen. Denn was Skoda mit dem Rapid versucht, das ist eine Ansage.

Limousinen sind nicht jedermanns Sache, aber der Rapid kann sich sehen lassen.

Einen Kompakten mit Stufenheck, der an das Platzangebot eines Kombis heranreicht und am unteren Ende der Preisskala einsortiert wird. Das alles mit sparsamen Motor und moderner Technik. Dahinter steckt die Idee, ein Auto zu bauen, das sich auf der ganzen Welt verkaufen lässt: Während die Europäer auf Kombis mit viel Platz stehen, bevorzugen z. B. Russen, Türken oder Amerikaner oft Limousinen. Aber weil Skoda das Ziel hat, weltweit bis 2018 von jetzt 940 000 verkauften Autos auf 1,5 Millionen zu wachsen, musste der Rapid her.

Also nichts wie ran an den Skoda, der uns noch vor dem Start in einem Punkt überzeugt: In den Kofferraum passen 550 Liter, die sich mit umgeklappten Rücksitzlehnen auf 1490 Liter aufpumpen lassen. Dazu ist im Sitzbereich viel Raum für ein Auto dieser Klasse – den Platztest hat der Rapid also bestanden.

Skoda Rapid Limousine 1.4 l TSI

Leistung: 122 PS bei 5000 U/min
Höchstgeschw.: 206 km/h
Drehmoment: 200 Nm bei 1390 U/min
Hubraum: 1595 ccm
Betriebe: 7-Gang-DSG
Verbrauch Drittelmix: 5,8 l/100 km (Werksangabe)
6,8 l/100 km (Testverbrauch)
Kofferraumvolumen: 550–1490 l
Testwagenpreis: 20.660 Euro

Die günstigste Variante der Limousine kostet 13.990 Euro und somit nur wenig mehr als der 50 Zentimeter kürzere VW Polo. Das aber ist nur der Einstiegspreis mit einer eher mauen 75-PS-Motorisierung (5,8 Liter Normverbrauch). Wer es schneller mag, muss den 1,2-Liter-Turbobenziner wählen (86 oder 105 PS) – und schon geht es mit dem Preis erst bei 15.110 Euro los. Der 105-PS-Diesel liegt bei 18.410 Euro, dürfte aber die beste Kombination aus guten Fahrleistungen und geringem Verbrauch sein. Und wer schließlich den Topbenziner mit 122 PS, Siebengang-DSG, Start-Stopp-System und Bremsenergie-Rückgewinnung nimmt, der landet bei der Premium-Ausstattungsstufe Elegance bei 22.660 Euro. Heißt: Den Billigtest besteht der Rapid nicht ganz – aber günstiger als die Konkurrenz ist er allemal.

Erkauft wird der Preis mit der Reduzierung aufs Wesentliche: Alles funktioniert, doch wirklich hochwertig kommt der Rapid nicht daher, was bei der Zielgruppe aber vielleicht nicht nötig ist, denn die weiß, dass Skoda gute Autos baut.

Bleibt die Stilfrage

Limousinen sind nicht jedermanns Sache, aber eines muss man dem Rapid lassen: Er eckt nicht an, kommt relativ smart daher, versucht sich sogar mit einer bulligen Frontpartie. Das tut ihm gut – verstanden haben die Skoda-Manager die Kundenwünsche schon. Im Herbst soll der Rapid als Kombi kommen, dann wird’s richtig interessant.

Klaus Heydenreich

Mehr zum Thema:

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