Abseits der Piste

Auf allen Vieren - der Skoda Yeti 4X4 im Test

Skoda Yeti 4x4
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Schotterpiste mit Wasserlauf – na und? Der Skoda Yeti 4x4 bringt allerlei nützliche Assistenten für das Fahren abseits der Piste mit.

Brauche ich bei meinem neuen Auto Allrad? Ist der 4x4-Antrieb nur ein nettes „Schön, dass ich es habe“-Ding? Kann ich es mir sparen? Was sind die Vor-, was sind die Nachteile?

Eine Suche nach Antworten bei der Skoda Experience in Wien:

Die Tschechen haben 2013 ihre Allrad-Palette runderneuert. Seit 2008 hat sich die Zahl der 4x4-Auslieferungen verdreifacht, meistverkaufter ist der Octavia. Skodas Allrader, so verraten die Experten, sind mit sogenannten Haldex-Kupplungen ausgestattet. das sind elektronisch gesteuerte Lamellenkupplungen.

Sie ermöglichen beim permanenten Allradantrieb die variable Verteilung der Antriebskraft zwischen der Vorder- und Hinterachse. Die Verstellung erfolgt stufenlos und wird vom Steuergerät geregelt, das permanent das ideale Antriebsmoment für die Hinterachse berechnet. Im Schub oder bei geringer Last erfolgt hingegen der Antrieb über die Vorderachse, das soll Kraftstoff sparen. Weil die Verteilung der Schubkraft auf Vorder- oder Hinterachse so variabel ist, kann der Wagen auf nahezu jedem Untergrund maximale Leistung auf die Straße bringen.

Das heißt: glatte Straßen durch Schnee, Eis oder Aquaplaning sind kein Problem. Beim Anfahren nicht, auch nicht bei Anstiegen. Im Zusammenspiel mit Assistenten wie ABS, ESC und EDS soll sich ein Allrad-Skoda auch in Grenzbereichen bestens manövrieren lassen. So weit die Theorie. In der Praxis steigen wir in unterschiedliche Skodas jeweils mit Front- oder eben Allradantrieb.

Tatsächlich lässt sich auf mit Wasser präparierten Pisten schnell und unmittelbar feststellen: Ein Allrader reagiert generell flexibler, lässt sich leichter trotz glatter Oberflächen unter Kontrolle halten – in Kurven und bei Anfahrten ebenso wie mit höheren Geschwindigkeiten. Auf plötzlich auftauchende Hindernisse lässt sich schneller und dynamischer reagieren – das kann im Alltag auf spiegelglatten Straßen schwere Unfälle verhindern. Was spricht dann überhaupt gegen Allrad? Meist gibt es ihn nur gegen einen Aufpreis und auch nicht zu vergessen – Allrad verbraucht bis zu 0,5 Liter Sprit mehr auf 100 km.

Der Skoda Yeti 4x4 im Gelände

Nur selten hat der urbane Mensch Gelegenheit, einen SUV ins Gelände zu schicken. Und ist dann umso erstaunter, was so ein Auto alles kann. Wir hatten Gelegenheit, aus dem Skoda Yeti mit Allradantrieb den Offroader herauszukitzeln, wobei wir sicher sind, dass wir seine Grenzen nicht mal ansatzweise erreichten. Per Knopfdruck aktivieren wir den Offroad-Modus und mit ihm allerlei Assistenzsysteme. Das Befahren einer steileren Böschung (ca. 20 Grad) mit unbefestigtem Untergrund sieht zunächst harmlos aus, wir fahren zügig an, die Antischlupfregelung ASR Offroad greift perfekt.

Allrad hilft auch hier - bei einer sogenannten Verschränkung.

 „Beherzt und gleichmäßig aufs Gas“, gibt der Instructor via Funkgerät durch. Machen wir, die Elektronische Differenzialsperre EDS Offroad verteilt die Kraft auf die vier Räder – wir bleiben trotzdem in einem Erdloch hängen. Zurückrollen und wieder mit Anlauf. Diesmal klappt's. Oben angekommen, soll es jetzt abwärts gehen. Doch die Abfahrt mit 80 Prozent ist so steil, dass wir den Weg nicht sehen. Der Instructor lässt uns vorsichtig vorfahren, wir kippen – ab zehn Grad greift jetzt automatisch der Bergabfahrassistent. Weg von Bremse und Gas – das kostet Überwindung, aber wir rumpeln jetzt automatisch mit etwa 8 km/h den Hang hinunter. Die Leistung der EDS Offroad testen wir noch einmal bei einer sogenannten Verschränkung im Gelände. Das heißt, wir fahren so, dass ein Rad in der Luft hängt. Kein Problem: Über das Regelsystem wird das Rad gebremst und die Kraft auf das gegenüberliegende Rad verteilt – so lange, bis wieder alle vier Räder Grip haben.

Der neue Skoda Yeti hat zwei Gesichter

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K.B.

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