Sanfter Stadtflitzer

Smart: Das Nicken ist Geschichte

Unser Autor und ein Smart Forfour: Die weichen Schaltvorgänge ohne Zugkraftunterbrechung der twinamic sorgten für Fahrspaß ohne das ebenso legendäre wie lästige Smart-Nicken. Aufpreis für den Forfour 1425 Euro; für den Fortwo 1275 Euro.
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Unser Autor und ein Smart Forfour: Die weichen Schaltvorgänge ohne Zugkraftunterbrechung der twinamic sorgten für Fahrspaß ohne das ebenso legendäre wie lästige Smart-Nicken. Aufpreis für den Forfour 1425 Euro; für den Fortwo 1275 Euro.

In den ersten beiden Generationen gehörte das ruckartige Kopfnicken beim Schalten eines Smarts quasi dazu – jetzt wird nur noch der Kaufpreis des Stadtflitzers abgenickt. Warum?

Warum? Weil die Stuttgarter künftig auf Doppelkupplung statt auf automatisiertes Schaltgetriebe setzen. Das leidige Thema Zugkraftunterbrechung, Verursacher des „Smart-Nickens“, ist damit vom Tisch – und der Fahrer ab sofort entspannt unterwegs.

So sanft fährt sich der Smart Fortwo 

Twinamic nennt sich das vollautomatische Getriebe, das den Smart Fortwo künftig noch sanfter durch die Städte kurven lässt. 1275 Euro Aufpreis kostet das sechsgängige Doppelkupplungsgetriebe (DCT), das im Kleinstwagensegment einzigartig ist. War es bei der Markteinführung der dritten Smart Generation Ende 2014 noch dem 71-PS-Modell vorbehalten, gibt es das Getriebe nun auch für die 90-PS-starke Turboversion des Flitzers. „Der Smart ist ein Premiumfahrzeug, und die Menschen wollen ihn mit Premiumfeatures kaufen“, erklärt Smart-Chefin Annette Winkler.

Diese Features müssen sich die Kunden allerdings auch einiges kosten lassen. Mindestens 13.000 Euro kostet der 90-PS-Turbo-Smart mit twinamic, den wir ebenso wie einen Forfour einer Testfahrt unterzogen. Die Kunden scheinen hohe Preise freilich nicht abzuschrecken, 80 Prozent von ihnen ordern ihren Stadtflitzer nicht in der Basisversion. Aber auch wenn die Mitbewerber teils deutlich günstiger sind, liefert der Smart auf der Strecke gute Argumente für einen Kauf.

Mehr Komfort bei Schaltvorgängen: Das vollautomatische Doppelkupplungsgetriebe twinamic ist jetzt optional für weitere Modelle erhältlich.

Dank des neuen Getriebes ist der Fortwo in der Stadt zügig unterwegs, das Schalten verläuft schnell und unkompliziert. Die neue Automatik ist vor allem im Großstadtdschungel purer Luxus, auf Wunsch kann per Knopfdruck in den Sportmodus geschaltet werden. Dann wird der Flitzer noch ein wenig flotter, was angesichts des Gewichts von gerade 940 Kilogramm auch kein Wunder ist. Unverändert ist die Länge von 2,69 Metern geblieben – Kürze trifft es in dem Fall wohl noch besser. Der Wendekreis des Fortwo hat sich sogar verringert (6,95 Meter).

Smart in der Stadt

Im Stadtverkehr ist auf den Dreizylinder Verlass: Kaum eine Parklücke ist zu klein für ihn, bei verstopften Straßen könnte man ihn wahrscheinlich sogar über Fahrradwege schicken. Das testeten wir selbstverständlich aber nicht. Nur in einem Punkt konnte der Smart den Anforderungen nicht ganz gerecht werden: Gegenüber dem angegebenen Normverbrauch von 4,1 Litern standen in unserer Testfahrt knapp sechs zu Buche. Zu viel Power im Sportmodus macht sich scheinbar schnell bemerkbar. Aber der Kleine ist ja ohnehin kein Rennwagen, der auf der Autobahn an seine Grenzen kommt. Wer sich dort öfter aufhalten will oder muss, der sollte den Smart Forfour genauer unter die Lupe nehmen. Im Vergleich zum Fortwo kostet er in der einfachen Ausstattung mit twinmatic 800 Euro mehr, dafür lässt sich bei gleicher Motorisierung etwas mehr aus ihm herauskitzeln. 165 km/h schafft der Größere der beiden Kleinen in der Spitze – zehn km/h mehr als der Fortwo.

Der neue Smart: Fortwo oder Forfour

Der neue Smart

Sven Westerschulze

Sven Westerschulze

Sven Westerschulze

E-Mail:Sven.Westerschulze@tz.de

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