Sportlich: BMW M2 Coupé

Die BMW-Tochter M GmbH bringt das Power-Programm M2 Coupé. Foto: BMW
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Die BMW-Tochter M GmbH bringt das Power-Programm M2 Coupé. Foto: BMW
272 kW/370 PS stark und mindestens 56 700 Euro teuer ist das Coupé. Foto: BMW
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272 kW/370 PS stark und mindestens 56 700 Euro teuer ist das Coupé. Foto: BMW
Der BMW M2 ist quasi ein Enkel des 2020 Turbo. Foto: BMW
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Der BMW M2 ist quasi ein Enkel des 2020 Turbo. Foto: BMW
Das Coupé kann in 4,3 Sekunden von 0 auf 100 km/h beschleunigen. Foto: BMW
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Das Coupé kann in 4,3 Sekunden von 0 auf 100 km/h beschleunigen. Foto: BMW
Die Rückbank ist klein und dunkel. Vorne sitzt man sportlich. Foto: BMW
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Die Rückbank ist klein und dunkel. Vorne sitzt man sportlich. Foto: BMW
Der M2 fährt leistungsstark, verbraucht aber mindestens 7,9 Liter mit einem CO2-Ausstoß von185 g/km. Foto: BMW
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Der M2 fährt leistungsstark, verbraucht aber mindestens 7,9 Liter mit einem CO2-Ausstoß von185 g/km. Foto: BMW

BMW bekennt sich wieder zur sprichwörtlichen Freude am Fahren. Nach Familienautos wie dem Grand Tourer und Sparmodellen wie dem i3 locken die Bayern jetzt mit einem neuen M2.

Berlin (dpa-infocom) - Das 1er M Coupé von 2011 quasi über Nacht ausverkauft und der M235i aktuell eines der erfolgreichsten Modelle in der 2er-Reihe: Eindrucksvoller hätten die BMW-Kunden ihren Wunsch nach bezahlbaren Sportwagen kaum ausdrücken können.

Jetzt macht die sportliche Tochter M GmbH Nägel mit Köpfen und rundet ihr Power-Programm mit einem M2 nach unten ab. Das Coupé ist 272 kW/370 PS stark und mindestens 56 700 Euro teuer. Mit traditionellem Heckantrieb und betont großzügigen Sicherheitssystemen stiehlt der M2 selbst den wenigen stärkeren Modellen in der Kompaktklasse die Schau.

Ein M3, der zu heiß gewaschen wurde

Technisch ist der M2 dabei eigentlich ein zu heiß gewaschener M3. Denn die Lenkung, die Vorderachse und die Hinterachse samt des elektronisch geregelten Sperrdifferentials haben die Entwickler vom großen Bruder übernommen. Die drei Liter großen Reihensechszylinder haben zumindest den gleichen Hubraum, selbst wenn dem Benjamin am Ende 15 Prozent Leistung fehlen.

Die Coupé-Karosse mussten die Entwickler ordentlich aufblasen, damit die Technik überhaupt unter das Sportdress passt. Die Folge ist ein Design, das vor Kraft nur so strotzt. Die Nüstern sind weit gebläht wie bei einem Rennpferd im Foto-Finish und die Kotflügel über den dicken bereiften 19-Zöllern wurden so weit ausgestellt, als müsse das Blech gleich bersten.

Im Geist des legendären 2002 Turbo

Wo er sich die Technik von den großen Brüdern leiht, hat er seine Gene von einem ganz anderen Modell. Denn im Grunde ist der M2 der legitime Enkel des 2002 Turbo, mit dem die Bayern in den 1970ern schon einmal für Furore gesorgt und das Image des Biedermanns abgestreift haben: Genau wie damals ist er ein Dampfhammer, dem man nicht mit ausgefeilten Schaltprogrammen oder dutzenden verschiedenen Kennlinien kommen muss.

Ohne Dämmung und elektronische Sperenzchen

Wo die anderen M-Modelle eine ganze Klaviatur an Tasten auf dem Mitteltunnel haben, gibt es für den M2 deshalb nur einen ganz normalen "Fahrerlebnisschalter", bei dem die drei Fahrmodi freilich etwas weiter gespreizt sind. Wer will, darf die sechs Gänge noch von Hand durchs eng gestufte Getriebe knüppeln. Und nicht nur weil es Gewicht spart, sondern auch weil es einfach authentischer ist, haben die Entwickler auf so viel Dämmmaterial wie möglich verzichtet.

Reifenquietschen statt Regelelektronik

So spürt man die sprichwörtliche Freude am Fahren intensiver denn je, wenn die kurzfristig bis zu 500 Nm das knapp geschnittene Coupé in bestenfalls 4,3 Sekunden von 0 auf 100 km/h reißen. Wenn man beim Zwischenspurt auf der Landstraße wie von selbst am Vordermann vorbei schießt. Wenn man bei entsprechendem Aufpreis den Auslauf bis 270 km/h genießt. Wenn der Sechszylinder ungehemmt bis an die 7000 Touren dreht. Klar ist das pubertär und politisch völlig inkorrekt. Aber es macht einen Heidenspaß.

Erst das Vergnügen, dann die Vernunft

Und um nichts anderes geht es bei diesem Auto. Wer einen M2 bestellt, der interessiert sich nicht dafür, dass die Rückbank eine dunkle Höhle ist, auf der große Passagiere Platzangst bekommen und kleine sich vor der Finsternis fürchten. Dem ist es egal, dass schon der Normverbrauch bei mindestens 7,9 Litern (CO2-Ausstoß 185 g/km).

Und vor allem stört er sich nicht daran, dass der M2 fast 30 000 Euro mehr kostet als der kleinste 2er und gut 10 000 Euro über dem auch nicht gerade schwächlichen M235i liegt. Nein, wer einen M2 kauft, der freut sich daran, dass er 15 000 Euro weniger bezahlen muss als für einen M3 - und dabei auch noch den größeren Spaß hat.

Fazit: Der junge Wilde

Leidenschaftlich, leistungsstark und ein bisschen ungehobelt - so folgt der M2 dem alten Ideal des 2002 Turbo und gibt in der aktuellen Modellpalette den jungen Wilden. Damit wird er zu einer der erfrischendsten BMW-Neuheiten der letzten Jahre und im Grunde sogar zu einem Friedensangebot an die Fraktion der Weltverbesserer. Denn wenn schon schnell und sportlich, dann doch bitte in einem kleinen und leichten Auto und nicht in einem PS-Panzer wie dem M6.

Datenblatt BMW M2

Motor und Antrieb

Sechszylinder-Turbo-Benziner
Hubraum: 2979 ccm Max.
Leistung: 272 kW/370 PS bei 6500 U/min
Max. Drehmoment: 500 Nm bei 1400 - 5560 U/min
Antrieb: Heckantrieb
Getriebe: Sechsgang-Schaltgetriebe

Maße und Gewichte

Länge: 4,46 m
Breite: 1,85 m
Höhe: 1,41 m
Radstand: 2,69 m
Leergewicht: 1495 kg
Zuladung: 515 kg
Kofferraumvolumen: 390 Liter

Fahrdaten

Höchstgeschwindigkeit: 270 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h: 4,5 s
Durchschnittsverbrauch: 8,5 Liter/100 km
Reichweite: 610 km CO2-Emission: 199 g/km
Kraftstoff: Super
Schadstoffklasse: Eu6
Energieeffizienzklasse: k.A.

Kosten

Basispreis des BMW 2er: 27 850 Euro
Grundpreis des BMW M2: 56 700 Euro
Typklassen: k.A.
Kfz-Steuer: 268 Euro/Jahr

Wichtige Serienausstattung

Sicherheit: Sechs Airbags, Virtuelle Rennstreckentrainer
Komfort: Klimaautomatik, Sportsitze, Zentralverriegelung
Spritspartechnik: Start-Stopp-Automatik

Alle Daten laut Hersteller, GDV, Schwacke

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