Streit um Feldversuch mit Riesen-Lkw

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Ein "Gigaliner" fährt in Georgsmarienhütte (Landkreis Osnabrück) in einen Kreisverkehr (Archivfoto vom 29.08.2007). 2011 sollen in einem bundesweiten Feldversuch 25 Meter lange Lkw auf deutschen Straßen getestet werden.

Berlin - Ein Bündnis aus Polizei und Verkehrsorganisationen hat den Feldversuch mit 25 Meter langen Riesen-Lkw scharf kritisiert und vor einer erhöhten Unfallgefahr gewarnt.

Die Regierung und die Automobilbranche verteidigten den fünfjährigen Test mit den bis zu 25,25 Meter langen und maximal 44 Tonnen schweren Lastwagen, dem sich nun auch Hamburg als achtes Bundesland angeschlossen hat. Die Befürworter argumentieren, mit zwei Lang-Lkw lasse sich die Fracht von drei herkömmlichen Lastwagen transportieren. Die Spritersparnis soll bei 20 Prozent liegen.

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“Die Mehrheit der Bundesländer ist dagegen und laut einer forsa-Umfrage auch 73 Prozent der Bürger“, sagte der Geschäftsführer der Allianz pro Schiene, Dirk Flege, am Dienstag in Berlin. Der Vorsitzende der Deutschen Polizei-Gewerkschaft (DPolG), Rainer Wendt, betonte, Fehler beim Überholen seien schon heute eine der Hauptunfallursachen. Der Vorsitzende des Auto Club Europa, Wolfgang Rose, sagte: “Autofahrer haben Angst vor Monstertrucks auf unseren Autobahnen.“ Schon heute sei ein Lkw an jedem fünften tödlichen Unfall beteiligt.

Von diesem Jahr an lässt der Bund in acht Bundesländern die Trucks auf ihre Verkehrstauglichkeit testen. Der Feldversuch mit 400 Fahrzeugen soll laut Verkehrsministerium fünf Jahre dauern, damit sich die Ausgaben für die Fahrzeuge lohnen. Die Mehrheit der Länder votierte im Herbst 2010 gegen den Test, weshalb der von Union und FDP bundesweit geplante Versuch zunächst auf die sieben Länder Baden-Württemberg, Bayern, Niedersachsen, Hessen, Sachsen, Schleswig-Holstein und Thüringen beschränkt wurde.

Wie das Ministerium am Dienstag mitteilte, macht nun auch Hamburg mit. Dort hatten die Grünen vor dem Zerbrechen der Koalition mit der CDU gegen den Versuch mobil gemacht. Die acht teilnehmenden Länder repräsentierten rund 70 Prozent der Fläche Deutschlands, sagte der Parlamentarische Staatssekretär Andreas Scheuer (CSU).

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) warb für den Versuch: Nur so könne geprüft werden, ob die Lang-Lkw die Straßen entlasten und damit auch mehr Verkehrssicherheit erreicht wird. Der verkehrspolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Patrick Döring, sagte, dass man angesichts der erwarteten Wachstumsraten im Güterverkehr überall den Verkehr effizienter gestalten müsse. Der Verband der Automobilindustrie (VDA) betonte, die Fahrzeuge seien “echte Öko-Laster, weil sie CO2-Emissionen und Kraftstoff sparen“. Straßen und Brücken würden zudem nicht stärker belastet.

dpa

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