Studie: Kopfhörer sind für Fußgänger gefährlich

Die Zahl Kopfhörertragender Fußgänger, die von Autos oder Zügen erfasst werden, hat sich laut Forschern der University of Maryland seit 2004 mehr als verdreifacht.
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Die Zahl Kopfhörertragender Fußgänger, die von Autos oder Zügen erfasst werden, hat sich laut Forschern der University of Maryland seit 2004 mehr als verdreifacht.

Baltimore - Ohne Musik gehen viele Teenager kaum mehr aus dem Haus. Die Technik für den Sound zum Mitnehmen gehört schon zum Lifestyle. Doch der Beat im Ohr ist gefährlich, wie eine Studie zeigt.

Die Zahl der Fußgänger mit Kopfhörern an den Ohren, die von Autos oder Zügen erfasst werden, hat sich laut Forschern der University of Maryland seit 2004 mehr als verdreifacht.

Vor allem junge erwachsene Männer werden häufig in Unfälle verwickelt, die tödlich enden. Denn diese Fußgänger können Hupgeräusche von Autos und Zügen nicht hören.  

Dr. Lichenstein und seine Kollegen von der University of Maryland untersuchten Unfälle in nachträglich erstellten Fallstudien.

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Dabei überprüften die Wissenschaftler auch insgesamt 116 Unfälle aus den Jahren 2004 bis 2011, bei denen Fußgänger nachweislich von Kopfhörern Gebrauch machten. 70 Prozent der insgesamt 116 Unfälle endeten für den Fußgänger tödlich. Mehr als zwei Drittel aller Unfallopfer (68 Prozent) waren männlich und unter 30 Jahre alt (67 Prozent).

"Jeder ist sich des Risikos bewusst, das der Gebrauch von Mobiltelefonen oder das Verfassen von Textmitteilungen im Straßenverkehr mit sich bringt. Trotzdem sieht man immer mehr Teenager, die sich Kopfhörer tragend mit ihrem neuesten Gerät beschäftigen und abgelenkt sind", so Dr. med. Richard Lichenstein.

Die über die Jahre gestiegene Unfallhäufigkeit geht mit der nachweislich steigenden Beliebtheit von akustischen Technologien mit Kopfhörerunterstützung einher.

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Laut Dr. Lichenstein sei die Studie nach der Überprüfung eines tragischen pädiatrischen Unfalls eingeleitet worden, bei dem ein einheimischer Teenager bei der Überquerung von Bahnschienen verunglückt ist. Der Teenager habe Kopfhörer getragen und sei dem sich nähernden Zug trotz akustischer Warnsignale nicht ausgewichen.

ml

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Quelle: Lichenstein R, Smith D, Ambrose J, Moody L. "Headphone use and pedestrian injury and death in the United States: 2004-2011" (z. Dt.: "Kopfhörergebrauch von Fussgängern und damit verbundene Verletzungen und Todesfälle in den Vereinigten Staaten von 2004-2011"). Injury Prevention. Onlinepublikation vom 17. Januar 2012

Martina Lippl

Martina Lippl

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