Suzuki Baleno: Mehr Sein als Schein

Der neue Suzuki Baleno ist fünftürig. Foto: Suzuki
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Der neue Suzuki Baleno ist fünftürig. Foto: Suzuki
Der Kleinwagen bietet im Innenraum viel Platz. Foto: Suzuki
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Der Kleinwagen bietet im Innenraum viel Platz. Foto: Suzuki
Auch hinten ist Platz für Erwachsene. Foto: Suzuki
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Auch hinten ist Platz für Erwachsene. Foto: Suzuki
Der Baleno ist relativ leicht und punktet bei der Beschleunigung. Foto: Suzuki
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Der Baleno ist relativ leicht und punktet bei der Beschleunigung. Foto: Suzuki
Der nächste Halt an der Tankstelle kann warten. Der Benzinverbrauch ist niedrig. Foto: Suzuki
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Der nächste Halt an der Tankstelle kann warten. Der Benzinverbrauch ist niedrig. Foto: Suzuki
Die Xenon-Scheinwerfer beim Baleno machen sich gut. Foto: Suzuki
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Die Xenon-Scheinwerfer beim Baleno machen sich gut. Foto: Suzuki

Am Markt zählt er zu den Kleinen, doch für Suzuki ist der neue Baleno ein ganz großer. Denn der Fünftürer ist nicht nur das Flaggschiff in der Pkw-Flotte des japanischen Herstellers, sondern zugleich ein Technologieträger für die künftige Modellpalette.

Kleinwagen sind für die Automobilhersteller im Augenblick die großen Gewinner. Denn von den SUV einmal abgesehen, gibt es gerade kein Segment mit ähnlich großen Wachstumsraten. Kein Wunder also, dass dort jetzt auch Suzuki ein Wörtchen mitreden will.

Mit dem Baleno wollen die Japaner ihre Pkw-Flotte krönen. 14 Zentimeter länger als der Swift, soll der in Indien gebaute Fünftürer allerdings erst im April nach Deutschland kommen. Deshalb ziert sich Suzuki auch noch ein bisschen bei den Preisen. Doch wenn der Swift für 11 190 Euro zu haben ist, sollten 12 500 Euro eine vernünftige Schätzung sein.

Ein Hoch auf die inneren Werte

Dafür gibt es einen Kleinwagen, der vor allem auf die inneren Werte setzt. Denn auch wenn bei Suzuki sogar von einer neuen Design-Sprache die Rede ist, wirkt der Baleno im Guten wie im Schlechten ziemlich unauffällig. Außen ist er schick aber schnörkellos und innen eher funktional als farbenfroh: Die blaue Instrumentenbeleuchtung und die kunterbunte Grafik auf dem glänzenden Touchscreen in der Mittelkonsole müssen deshalb als Schmuck offenbar reichen.

Aber was dem Baleno an Pepp und Prestige fehlt, macht er mit Platz wett: Selten haben die Entwickler auf vier Meter Länge so viel Raum geschaffen wie bei diesem Fünftürer. Deshalb kann man nicht nur vorne sehr bequem sitzen, sondern auch der Fond ist selbst für Erwachsene zumutbar. Und mit 355 Litern Kofferraum fährt der Baleno auf Golf-Niveau und taugt sogar als Erstwagen oder Familienkutsche.

Neue Plattform für viel Platz und wenig Pfunde

Dass der Baleno so geräumig ist, verdankt er vor allem einer neuen Plattform, mit der ein paar andere Vorteile einhergehen: Der Leichtbau zum Beispiel. Weil die Rohkarosserie weniger wiegt als bei jedem anderen Auto in dieser Klasse, bringt es der Suzuki am Ende auf ein Leergewicht von bestenfalls 865 Kilo.

Davon profitiert der Fahrer gleich dreifach:

1. Beim Beschleunigen:  Die Motoren haben mit dem Fliegengewicht leichtes Spiel.

2. In Kurven: Weniger Masse drängt nach außen. Deshalb geht der Baleno ziemlich behände ums Eck.

3. An der Tankstelle: Mit dem Gewicht sinkt auch der Verbrauch.

In der sparsamsten Konfiguration mit einem neuen Mild-Hybrid-System für die elektrische Unterstützung beim Anfahren und die Energierückgewinnung beim Bremsen kommt der Baleno deshalb auf einen Normwert von 4,0 Litern und einen CO2-Ausstoß von 93 g/km. Da müssen sich die Japaner über einen Diesel erst gar keine Gedanken machen.

Die Illusion von Sportlichkeit

Mindestens genauso stolz wie auf diesen 1,2-Liter-Vierzylinder mit 66 kW/90 PS sind sie auf ihren neuen Einliter. Schließlich kommt er mit Turbo-Hilfe auf 82 kW/112 PS und treibt den Japaner mit bis zu 170 Nm unter dem üblichen Knattern der Dreizylinder auf imposante 200 km/h. Auch das ist er Golf- als Polo-Niveau.

Vom Fahrspaß des kleinen Kraftpakets sind die Ingenieure so überzeugt, dass sie sogar den Bordcomputer umprogrammiert haben. Neben Verbrauch und Reichweite zeigt er deshalb auch Leistungs- und Drehmomentdiagramme oder die Fliehkraft, als wäre der Baleno ein Sportwagen. Das ist des Guten dann vielleicht doch ein bisschen zu viel.

Navi nur eine Augenweide, aber keine Orientierungshilfe

Ähnlich albern ist zumindest mit dem aktuellen Softwarestand der Vorserienfahrzeuge die Navigation. Das System baut sein Grafik so träge auf und bestimmt den Standort so schlampig, dass es fürs erste nur als Farbklecks taugt und man sich bei der Streckenführung besser auf den Orientierungssinn verlässt. Oder man nutzt die für Suzuki ebenfalls neue Option auf Apple CarPlay und navigiert einfach gleich mit dem voll integrierten iPhone.

Weitsicht mit Xenon und Radar

Was Suzuki sonst an neuer Technik einbaut, funktioniert dagegen tadellos: Xenon-Scheinwerfer sind eine sinnvolle Ergänzung in einem noch von Halogen-Funzeln dominierten Segment. Die automatische Abstandsregelung passt zum Anspruch des langstreckentauglichen Kleiwagens. Und wo der Radar schon einmal an Bord ist, kann man gleich auch noch eine elektronische Notbremsregelung umsetzen.

Fazit: Ein großer Wurf unter den Kleinwagen

Wer mit kleinem Budget ein großes Auto ohne Allüren sucht, viel Platz auf kleiner Fläche will und bei den Extras eher auf die Funktion schaut als auf Form und Farbe, für den ist dieser Kleiwagen womöglich ein großer Wurf.

Suzuki Baleno

Motor und Antrieb

Vierzylinder-Benziner mit Mild-Hybrid-Technik

Hubraum:

1242 ccm

Max. Leistung:

66 kW/90 PS bei 6000 U/min

Max. Drehmoment:

120 Nm bei 4400 U/min

Antrieb:

Frontantrieb

Getriebe:

Fünfgang-Schaltgetriebe

Maße und Gewicht

Länge:

3,99 m

Breite:

1,74 m

Höhe:

1,46 m

Radstand:

2,52 m

Leergewicht:

915 kg

Zuladung:

480 kg

Kofferraumvolumen:

355 Liter

Fahrdaten

Höchstgeschwindigkeit:

180 km/h

Beschleunigung 0-100 km/h:

k.A.

Durchschnittsverbrauch:

4,0 Liter/100 km

Reichweite:

930 km

CO2-Emission:

93 g/km

Kraftstoff:

Super

Schadstoffklasse:

Eu6

Energieeffizienzklasse:

k.A.

Wichtige Serienausstattung

Sicherheit:

Sechs Airbags, automatische Notbremse und Abstandsregelung mit Radartechnik

Komfort:

Klimaanlage, Touchscreen-Navigation, Xenon-Scheinwerfer

Spritspartechnik:

Mild-Hybrid-System

Kosten

Basispreis des Suzuki Baleno:

ca. 12 500 Euro

Grundpreis des Suzuki Baleno 1.2 SHVS:

k.A.

Typklassen:

k.A.

Kfz-Steuer:

26 Euro/Jahr

Alle Daten laut Hersteller, GDV, Schwacke

dpa-infocom

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