Hybrid-Zwerg

Toyota Yaris: Die grüne Welle

Toyota Yaris Hybrid
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Toyota Yaris jetzt als Hybrid-Zwerg.

Noch vor 20 Jahren wurden diejenigen als Ökos belächelt, die mit Hinblick auf gesunde Lebensweise schrumpelige Äpfel und Kartoffeln beim Bio-Laden kauften.

Oder sie gar selbst anbauten. Heute ist Fast Food längst out, ökologisch hergestellte Lebensmittel und Biokost gehören zum Bild eines modernen und gesunden Lifestyle – jedenfalls für den, der es sich leisten kann. Darauf, dass sich in den Köpfen etwas tut, setzt wohl auch Toyota. Die Japaner brachten mit dem Kompakten Prius Ende 1997 den ersten in Serie gebauten Hybriden auf den Markt. Also einen Wagen, der einen Benzinmotor mit einem Elektro-Antrieb kombiniert und Sprit sowie umweltschädliches CO2 spart.

Jetzt rollt mit dem Yaris Hybrid der erste Vollhybrid im heiß umkämpften Kleinwagensegment zu den Händlern. Wir durften schon einsteigen: Äußerlich wie auch im Inneren unterscheidet sich der Yaris Hybrid auf den ersten Blick kaum von seinem Benzin- oder Dieselbruder. Klar, das blaue Toyota-Hybrid-Logo beispielsweise am Heck ist gut in Szene gesetzt. Und sämtliche Leuchten arbeiten mit LED-Technik.
Wer den Zollstock zur Hand nimmt, kann dank der Überhänge einen Zuwachs von 22 Millimetern in der Gesamtlänge abmessen. Das Cockpit ist übersichtlich und funktional gestaltet, rechts vor dem Fahrer sitzt ein Multimedia-System mit 6,1-Zoll-Touchscreen. Es integriert Radio, Bluetooth-Freisprecheinrichtung, Rückfahrkamera und gegen Aufpreis auch ein Navi. Die Sitze sind völlig in Ordnung. Auch in der hinteren Reihe dürfen sich Mitreisende über ausreichend Platz freuen. Der Kofferraum ist mit 286 Litern recht überschaubar, aber durch leichtes Umklappen der Rückbank shoppingtauglich.

Clever platziert: Die kompakte Hybrid-Batterie befindet sich unter den Rücksitzen, sodass in dem kleinen Toyota kein Platz verloren ging.

So weit, so gut. Los geht's. Und es geht erstaunlich gut! Schon aus dem Stand heraus entwickelt der 60-PS-Elektromotor, der unter der Rückbank sitzt, nahezu geräuschlos sein maximales Drehmoment von 169 Nm. Und weil die Ingenieure bei Toyota fleißig gegen den sogenannten "Gummibandeffekt" am CVT-Automatik-Getriebe tüftelten, funktioniert es nun auch mit der flotten und geräuschlosen Anfahrt viel besser.
Im Ergebnis soll der Yaris Hybrid so in nur vier Sekunden von 0 auf 50 km/h beschleunigen. Zum Vergleich: Der Toyota Yaris TS braucht im Sprint von 0 auf 100 km/h 9,3 Sekunden …
Der Elektromotor ist mit dem 1,5- Liter-Vierzylinder (74 PS) über ein Planetengetriebe verbunden, womit der hydraulische Drehmomentwandler entfällt und die Kraft ungehindert fließen kann. Soviel zur Technik, Fakt ist: Der kleine Japaner ist ein recht flinker Bursche, der an der Ampel so manchem die Rücklichter zeigen dürfte. Auf der Überlandfahrt überzeugt er mit recht ansprechendem Fahrverhalten, Überholen wird keineswegs zur Zitterpartie – es geht zügig voran.

Funktional und übersichtlich: Im Cockpit findet sich der Fahrer gut zurecht.

Das Klischee vom Hybrid als Verkehrshindernis darf hier getrost ad acta gelegt werden. Wenn man einen Hybriden fährt, zählt natürlich vor allem eines: Der Verbrauch und damit verbunden die Umweltverträglichkeit, die am CO2-Ausstoß gemessen wird. 3,5 Liter auf 100 Kilometer soll der Kleine kombiniert verbrauchen und damit nur 79 g Kohlendioxid pro Kilometer in die Luft abgeben. Das bekommen wir nicht hin, schaffen aber 5,2 Liter bei durchaus ambitionierter Fahrweise. Mit 16.900 Euro ist der Yaris Hybrid der derzeit günstigste seiner Art in Deutschland. Eine Testfahrt lohnt sich. Und vielleicht fahren wir in 20 Jahren alle Bio, äh, Hybrid.

K.B.

Prius+ mit Platz für Sieben Saubermänner

Seit 16. Juni steht der Toyota-Hybrid Prius* für einen Einstiegspreis

Der Prius+ soll nur 4,1 Liter auf 100 km verbrauchen.

von 29.900 Euro beim Händler. Bei ihm wurde ein 1,8 Liter großes und 99 PS starkes Benzinaggregat mit einem 82 PS starken Elektromotor gekoppelt. Systemleistung:136 PS. Der Prius+ soll nur 4,1 Liter auf 100 km verbrauchen (in einem Kurztest von uns nicht einmal annährend erreicht), was einem CO2-Ausstoß von 96 g/km entspricht. Der Clou an diesem Hybridvan ist zudem seine bei Bedarf zu installierende dritte Sitzreihe. Dafür wurde der Wagen um 15,5 Zentimeter auf 4,62 Meter gestreckt und das Dach angehoben.

Hybrid-Sommer mit dem Toyota Prius +

Hybrid-Sommer mit dem Toyota Prius +

Wir finden: Die dritte Reihe ist nur für Kinder geeignet. Die Beinfreiheit ist gering – das gilt auch für Passagiere der nach vorn verschobenen zweiten Reihe. Kofferraum ist dann praktisch nicht vorhanden.

K.B.

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