Bis zum 27. September

Die Trends der IAA 2015

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Mercedes Concept IAA: Windschnittig und revolutionär: Die neue Designstudie von Mercedes stellt in Sachen Aerodynamik die Konkurrenz in den Schatten. Bewegliche Teile sorgen ab einer Geschwindigkeit von 80 km/h dafür, dass sich die Form des Autos verändert. Das bringt einen besseren Luftwiderstandsbeiwert. Der sogenannte cW-Wert soll so nur 0,19 betragen. Ein Weltrekord, der zudem einen niedrigen Verbrauch garantiert.

Startschuss für die Internationale Automobilausstellung (IAA) 2015 in Frankfurt – eine der wichtigsten Automessen weltweit. 1103 Aussteller aus 39 Ländern präsentieren bis zum 27. September die neuesten Trends der Branche.

Im Mittelpunkt der Automobilausstellung unter dem Motto „Mobilität verbindet“ stehen das vernetzte und das automatisierte Fahren. Auch die Elektromobilität wird die Messe wieder prägen. Zu Beginn sorgte BMW-Boss Harald Krüger für eine Schrecksekunde, als er während seiner Rede zur Vorstellung der neuen Modelle des Münchner Autokonzerns zusammenbrach.

Ab Donnerstag feiert sich die Automobilbranche für zehn Tage in Frankfurt – 210 Weltpremieren, 26 Europapremieren, 30 Deutschlandpremieren. Wir meinen natürlich die 66. Internationale Automobilausstellung IAA. Zwei Tage vor Publikum und Fachbesuchern darf sich die Presse aus aller Herren Länder schon mal umschauen. Wir sind über das Messegelände gegangen und haben nach den wichtigsten Trends gesucht.

Digitalisierung

Es ist das Thema der Branche, auch als Industrie 4.0 bekannt. Autonomes Fahren, Vernetzung des Autos mit seiner Umwelt – das Ziel ist am Ende die „Digitalisierung der gesamten Wertschöpfungskette“, wie es Daimler-Chef Dieter Zetsche formuliert. Nicht umsonst sind auf der IAA auch entsprechende Akteure wie Apple oder Google vertreten. Freilich, die Vernetzung des Autos birgt auch Risiken: Bleiben die gewonnenen Daten mein Eigentum? Wer kann sie nutzen? Und vor allem wie? Niemand kennt meine Gewohnheiten besser als mein Auto – wo ich einkaufe, wo ich hinfahre, wie lange ich auf dem Weg zur Arbeit im Auto sitze. Wird der Fahrer also durch sein Auto gläsern?

Man sei sich der Verantwortung bewusst, versichert Zetsche: „Wir haben die Verantwortung für den Datenschutz und dafür, dass persönliche Informationen unserer Kunden nicht an Dritte gelangen.“ Bei allen Bedenken – Digitalisierung bietet auch großes Potenzial: Wie wäre es, wenn das Auto Blutdruck und Pulsschlag misst und sein Innenraumambiente an den Fahrer anpasst?

Was Digitalisierung für die Entwicklung neuer Autos bringt, zeigt die Marke mit dem Stern: In zehn Monaten bauten die Stuttgarter ein Showcar, für das sonst anderthalb Jahre nötig gewesen wären. Concept IAA heißt das Stück Zukunft, das nicht nur durch sein Design, sondern auch durch Funktionalität auffällt. Wie formuliert es Zetsche so schön: „Das Automobil steht für mich im Jahr 2015 am gleichen Punkt wie das Mobiltelefon, bevor es internetfähig wurde. Es ist ein Produkt, das seine beste Zeit noch vor sich hat.“

SUV

Die SUVs, sie brummen weiter. Das Segment wächst weiter, und inzwischen gibt es kaum einen Hersteller, der nicht ein dickes Ding im Portfolio hat. Jaguar hat jetzt auch eins: Die Briten stellten den F-Pace vor, der mehr als 300 PS abrufen kann. Er ist schick von innen wie außen und seine Optik lässt vermuten, dass es tatsächlich fürs Gelände reichen kann. Ebenfalls mit großer Spannung erwartet: Die Rückkehr der Bremer Traditionsmarke Borgward, jetzt unter chinesischer Führung. Dort präsentierte man den BX 7, Sie ahnen es, ein SUV. Und die Reaktionen der anwesenden Journalisten? Verhalten …

Großen Beifall hingegen ernteten VW Tiguan und ebenso der neue Kia Sportage, letzterer ein gelungenes Beispiel dafür, wie man einen lifestyligen Crossover baut.

Gib mir die Kante! Der neue VW Tiguan

Pick-ups

Weltweit gesehen, vor allem in Amerika, boomen die Pickups, in Europa ist seit geraumer Zeit verstärktes Interesse an sogenannten Midsize-Pick-ups zu beobachten. Und wenn schon Mercedes ankündigt, demnächst einen Pick-up bringen zu wollen … Auf der IAA jedenfalls standen der neue Ford Ranger, der Mitsubishi L200 und der Nissan Navarra. Letzterer übrigens unter besonderer Beobachtung, denn er soll die Stuttgarter dazu inspiriert haben, einen eigenen mit Premiumambiente bringen zu wollen. Zur IAA 2017?

E-Mobilität

Leistung? Na klar, aber bitte auch sauber! Viele Hersteller stellen ihre neuen Hybride vor, ein paar erregten aber auch mit E-Mobilität richtig Aufmerksamkeit: Porsche hatte die Rennwagenstudie Mission E dabei: Der Wagen beschleunigte in weniger als 3,5 Sekunden auf 100 Stundenkilometer. Aber viel beeindruckender noch: Die rein elektrische Reichweite soll bei 500 Kilometern liegen! Auch Audi ließ aufhorchen: Die SUV-Studie Q6 e-tron mit gleicher Reichweite und einer Aufladezeit von gerade mal 50 Minuten. 2018 soll es in Serie gehen – und Elektro-Pionier Tesla wohl auch das Fürchten lehren.

Elektro-Power-Schönheit! Porsche Mission E

Katrin Basaran

Katrin Basaran

Katrin Basaran

E-Mail:Katrin.Basaran@tz.de

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