Uber will Geschäft in Deutschland nicht aufgeben

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Die Fahrdienst App-Uber auf dem Smartphone.

Erst lockte der Chef des Fahrdienstes Uber europäische Städte mit dem Versprechen zehntausender neuer Jobs. Jetzt zeigt sich Travis Kalanick auch kompromissbereit gegenüber deutschen Behörden.

Der Gründer und Chef des umstrittenen amerikanischen Fahrdienst-Vermittlers Uber, Travis Kalanick, will trotz des massiven Gegenwinds in Deutschland weitermachen. Zwar müsse Uber wegen vielerorts noch laufender Gerichtsverfahren erst abwarten, welche Anforderungen der deutsche Gesetzgeber stelle, sagte Kalanick der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Mittwoch). „Aber wir werden unser Geschäft hier nicht aufgeben. Das wäre auch nicht im Sinne unserer Kunden.“

Kalanick hatte am Sonntag auf der Internet-Konferenz DLD in München versucht, die Skeptiker in Europa mit dem Versprechen zehntausender neuer Jobs zu überzeugen. Uber wolle verstärkt Partnerschaften mit EU-Städten schließen, sagte er. Dadurch könnten schon in diesem Jahr rund 50 000 neue Arbeitsplätze entstehen.

Kalanick bekräftigte, auf die deutschen Behörden zugehen zu wollen. „Wir sind in vielen Punkten sicher kompromissbereit“, sagte er. „Wir wollen Partnerschaften mit deutschen Städten schließen, um eine gemeinsame Vision zu entwickeln, wie Mobilität in Zukunft aussehen kann.“ Uber wolle „im neuen Jahr neu beginnen“, erklärte der Uber-Chef. „Ein Teil davon ist, besser zu verstehen, wie Deutschland tickt.“

Das Taxi-Gewerbe und Behörden werfen Uber unfairen Wettbewerb vor, weil das Startup aus San Francisco auch Dienste privater Fahrer vermittelt, die nicht die Auflagen des Personenbeförderungsgesetzes erfüllen. Das Uber-Angebot wurde in mehreren Gerichtsverfahren deutlich eingeschränkt. Kalanick kontert, viele Regelungen seien veraltet und überhaupt erst geschaffen worden, um das Taxi-Gewerbe zu schützen. „Wir wollen uns an die Gesetze halten, die hier gelten. Und längerfristig hoffen, dass die Gesetze so modernisiert werden, dass wir weiter wachsen können“, sagte er im „FAZ“-Interview. Unter anderem müsse es einfacher werden, als professioneller Fahrer zu arbeiten.

Die Taxibranche macht unterdessen weiter Front gegen Uber und kritisierte auch die indirekte Kooperation ihres Flotten-Lieferanten Daimler mit dem Fahrdienst-Vermittler. „Als Autobauer sollte sich Daimler klar für die Fahrer ihrer Limousinen engagieren, statt eine unheilige Allianz gegen die Taxibranche zu knüpfen“, sagte Hermann Waldner, Geschäftsführer der Plattform Taxi.eu.

Wie vergangene Woche bekannt wurde, will der Münchner Mitfahr-Spezialist Carpooling, zu dessen Investoren Daimler gehört, auch in Deutschland mit Uber zusammenarbeiten. Ziel ist dabei, das Portal Mitfahrgelegenheit.de um weitere Angebote für die erste und letzte Meile zu ergänzen. Damit sinke aber „Daimlers glanzvoller Stern“ bei den Taxifahrern, hieß es aus dem Gewerbe. „Wer sich gemeinsam mit Uber engagiert, arbeitet gegen unsere Branche“, sagte Ertan Ucar, Vorsitzender des Verbands Taxi Deutschland.

dpa

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