Spice, Badesalz und Co.

Neuartige Drogen gefährden Sicherheit im Verkehr

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Keine Chance für Drogentests: Wie diese Badesalz-Droge Mephedron können aktuell viele neue Substanzen nicht erkannt werden und gefährden auch den Straßenverkehr.

München - Rauschmittel im Straßenverkehr stellen Verkehrsmediziner vor neue Herausforderungen: Herkömmliche Drogentests können die neuartigen Substanzen oft nicht erfassen.

Auf 400 schätzen die Experten die Zahl der Drogen, die heute im Umlauf sind. Allein im vergangenen Jahr seien in Europa 80 neue Substanzen aufgetreten, sagte der Münchner Toxikologe Frank Mußhoff am Freitag beim gemeinsamen Symposium der Deutschen Gesellschaft für Verkehrsmedizin und der Deutschen Gesellschaft für Verkehrspsychologie. „Da haben wir ganz große Probleme, weil die von normalen Drogentests nicht erfasst werden. Wir finden im Labor nur das, was wir kennen.“ Viele der Substanzen wie Badesalz-Drogen oder Spice fielen auch noch gar nicht unter das Betäubungsmittelgesetz. „Es ist verheerend, was die Leute schlucken und schniefen, ohne zu wissen, was es ist.“

Jeder elfte Verkehrstote starb wegen Alkohol

Bei fast 37.000 Unfällen auf deutschen Straßen war im vergangenen Jahr das Rauschmittel Alkohol im Spiel - mindestens ein Unfallbeteiligter hatte getrunken. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts lag der Anteil der Rauschunfälle bei 1,5 Prozent. Deutlich höher ist der Anteil bei den tödlichen Unfällen: Rund jeder elfte bei einem Autounfall Getötete starb an den Folgen eines Alkoholunfalls.

Das Kraftfahrtbundesamt in Flensburg zählte im Jahr 2013 rund 177.000 Fälle von Alkohol oder Drogen im Straßenverkehr. Die meisten davon in Bayern (rund 33.000), dicht gefolgt von Nordrhein-Westfalen (32.000). Die Gesamtzahl ging im Vergleich zu 2012 um drei Prozent zurück.

Die meisten Verkehrsteilnehmer, die wegen Alkoholkonsum oder Drogen registriert wurden, waren Männer. Insgesamt hatte das Amt am 1. Januar 2013 knapp 1,4 Millionen Verkehrssünder im Bestand, die wegen Alkohol oder Drogen auffällig geworden sind. 1,2 Millionen davon waren männlich.

Senioren als Unfallrisiko

Auch der demografische Wandel beschäftigt die Mediziner und Psychologen. In einer immer älter werdenden Gesellschaft gebe es immer mehr Autofahrer, die hinter dem Steuer eigentlich nichts zu suchen haben, sagte DGVM-Präsident Volker Dittmann. Ab einem Alter von 70 Jahren steige das Unfallrisiko wieder deutlich an, sagte er.

Gefahren seien dabei unter anderem Altersdemenz - aber auch Herz-Kreislauf-Krankheiten oder Diabetes. Medikamente könnten - ebenso wie Psychopharmaka - die Fahrtüchtigkeit einschränken, sagte Dittmann. Nicht immer würden Patienten von ihren Ärzten darauf hingewiesen. „Es fahren mindestens genau so viele Menschen mit gefährlichen Medikamenten durch die Gegend wie mit Alkohol und Drogen.“

dpa

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