R wie Riesengaudi

VW Golf R: Der Wolf im Schafspelz

R wie Riesengaudi: der neue VW Golf R auf dem Eisparcours.
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R wie Riesengaudi: der neue VW Golf R auf dem Eisparcours.

Äußerlich fällt der neue Golf R zunächst nicht auf, doch hat er es dick unter der Motorhaube: 300 PS, Beschleunigungswerte wie ein Porsche...

... und beim Tritt aufs Gaspedal röhrt und blubbert er wie ein Rennbolide. Seit elf Jahren ist der „R“ die Sportikone bei VW. Ab 38 386 Euro steht der Vierzylinderturbo mit Allradantrieb, manuellem Sechsganggetriebe oder mit Automatik jetzt bei den Händlern. Mit 30 PS mehr als ein normaler Golf, dafür aber mit erheblich weniger Gewicht und Spritverbrauch. Wir haben den Kompakten auf Schnee und Eis getestet.

Hingucker beim tiefer gelegten neuen Golf R sind die vier verchromten Endrohre der zweiflutigen Auspuffanlage, die mächtigen 18-Zoll-Leichtmetallräder und die mit dem R-Symbol markierten Bremssättel. Das exklusive R-Label prangt ansonsten nur dezent an Kühlergrill, Heck sowie auf den Sportsitzen. Speziell für den R gibt’s ein unten abgeflachtes Sportlederlenkrad sowie einen verkürzten Schalthebel.

Exklusiv sind im neuen Golf R Einstiegs- und Seitenleuchten blau illuminiert. Ins Auge sticht vor allem die neue Tachoskala mit eisblauen Zeigern, die erst bei 320 km/h endet! Allerdings ist das Tempo bei 250 km/h abgeriegelt.

Die technischen Änderungen beim VW-Sportler sind gegenüber dem Vorgängermodell wesentlich umfangreicher: Der um 30 PS verstärkte Motor sprintet jetzt in 5,1 Sekunden auf 100 km/h – damit ist er schneller als ein Porsche Boxster! Das max. Drehmoment von 380 Nm steht schon ab 1800 U/min bereit. Die Schaltwege des manuellen Getriebes wurden spürbar verkürzt, das um zwei Zentimeter tiefer gelegte Fahrwerk mit strammen Dämpfern schafft eine bessere Aerodynamik.

Die Gewichtsreduzierung um 45 Kilo sowie motortechnische Verbesserungen sorgen für einen Durchschnittsverbrauch von 7,1 l/100km – 1,4 Liter weniger als beim Vorgänger. Bei unserer Testfahrt auf einem Eisparcours lassen wir diesen Wert nach absichtlichen Drifts und Schleuderaktionen freilich weit hinter uns.

Dabei liegt unser Kraftpaket dem kurvigen Eisparcours selbst bei Tempo 60 sicher auf der Piste. Dafür sorgen ESP, der überarbeitete Haldex-Allradantrieb und das elektronisch geregelte Fahrwerk. Die XDS+-Differentialsperre bremst bei Schleudergefahr die kurven­inneren Räder an Vorder- und Hinterachse gezielt ab und sorgt gleichzeitig für mehr Traktion bei den anderen Rädern. Selbst bei höherem Tempo und Drifts hält uns das System sicher auf Kurs.

Ultimativen Fahrspaß bietet der Golf R für geübte Fahrer: Das ESP lässt sich an sportlichere Fahrweisen anpassen und im Sport-Modus ganz abschalten. Dann driftet und schleudert der Golf R, wie es seine Brüder früher oft unfreiwillig taten. VW bietet dafür ein spezielles Fahrertraining an.

Die Krönung: VW Golf R mit 300 PS

Die Krönung: VW Golf R mit 300 PS

Noch mehr Fahrspaß und Luxus fordert im Golf R einen satten Aufpreis: Mit Zubehör wie DSG-Automatik (+1950 €), Navi & Infotainment (+2300 €), Lederausstattung (+2600 €) und künstlichem Motorsound (+ 900 €) erreicht der R-Käufer schnell die 50 000-Euro-Grenze. Viel Geld für einen Golf – aber garantiert ist im R eine Riesengaudi.

Heinz Wilhelm

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