VW Golf Variant

Dynamisches Trio

Dynamisches Trio: VW Golf GTD Variant; VW Alltrack; VW Golf R Variant
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Dreimal VW Golf, doch dreimal anders: VW Golf R Variant, Golf GTD Variant und Golf Alltrack.

Nö, das ist wirklich nicht mein Typ - so ein Satz kann Mann oder Frau mitten ins Herz treffen. Um die Suche nach dem Richtigen zu erleichtern, bringt Volkswagen den Golf Variant dreimal anders.   

Der Rockstar  - VW Golf R Variant

Das Charisma eines Rockstars hatte der VW Variant bislang wohl kaum. Eher zeichnet sein bodenständiger Charakter mit einem Sinn fürs Praktische den Kombi der Golf-Baureihe aus. Aber nun schmückt der Buchstabe „R“ seinen Kühlergrill. Das ist mehr als Deko, nämlich ein Hinweis auf respektable 300 PS.

Der rockt: Satte 300 PS lassen den Wagen zum schnellsten Variant der VW-Geschichte werden.

Mit großen Lufteinlässen, einer Chromspange im Kühlergrill und etwas tiefergelegt, steht der erste VW Golf R Variant der Geschichte an der Ascari-Rennstrecke in Spanien für eine Testfahrt bereit. Innen passen die Ledersportsitze – mit R-Logo versteht sich – perfekt zum Look. Das Dreispeichen-Sportlenkrad liegt gut in der Hand. Highlights sind die hellblau beleuchteten Zeiger des Drehzahlmessers und Tachos beim Starten der Zündung: Zur Begrüßung schlagen die Zeiger einmal komplett aus. Schon geht’s mit dem Kombi auf die Rennstrecke, natürlich im Race-Modus: Ein satterer Sound ertönt, Lenkung und Fahrwerk sind straffer, das Gaspedal sensibler. „Wählhebel auf Sport, ESC aus, linken Fuß auf die Bremse, mit dem rechten Fuß aufs Gas und die Bremse schnalzen lassen“, empfiehlt Guido Sever von der VW Sportwagenentwicklung. Dann prescht der R Variant mit seinem auf 300 PS getunten Vierzylinder-Turbomotor mit 2,0 Litern Hubraum in 5,1 Sekunden auf Tempo 100 (die Spitze ist bei 250 km/h erreicht). Kombi hin oder her – auf der Piste begeistert der Wagen den Fahrer mit seiner überbordenden Kraft. Fahrwerk und Technik bügeln selbst grobe Fahrfehler von Rennsteckenanfängern wieder aus.

Der 4,60 Meter lange R Variant liegt dank Allrad (4Motion) plus abgestimmter Haldex-Kupplung mit seinen serienmäßigen 18-Zoll-Rädern sicher in den Kurven.

Im Durchschnitt verbraucht der VW Golf R Variant (300 PS) laut Hersteller 7,0 Liter auf 100 Kilometer. Die Preise für den schnellsten Variant aller Zeiten starten bei 42.925 Euro – ein ziemlicher Brocken, auch wenn sich der Kofferraum (605 bis 1620 Liter) bis obenhin vollpacken lässt.

Der Unaufgeregte - VW Golf GTD Variant

Völlig unaufgeregt kommt der neue VW Golf Variant GTD daher. Er drängt sich weder auf, noch heischt er nach Aufmerksamkeit. Aber stille Wasser sind tief, heißt es. Bei einem ersten Treffen in Spanien konnte der neue Variant GTD seine wahren Stärken offenbaren.

Vor der Testfahrt ist das Gepäck ruckzuck im Kofferraum verstaut. Die zwei Reisetrolleys sehen im Variant-Laderaum (605 Liter bis 1620 Liter) fast schon verloren aus. Gut so, denn wer sich für einen Kombi entscheidet, will richtig was einpacken können. Los geht’s.

Autorin Martina Lippl fuhr alle drei Modelle – im Foto der Golf Variant GTD.

Die rückenfreundlichen Sportsitze aus Leder bei der Ausstattung „Vienna“ sind bequem. Natürlich gibt es die Sitzbezüge auch im klassischen Golf-Clark-Karo-Muster. Die Mittelkonsole ist ausgesprochen praktisch für zwei Wasserflaschen konzipiert. Unter dem Fahrer- und unter dem Beifahrersitz sind Schubladen versteckt – genügend Platz also für allerlei Krimskrams. Das Navi lässt sich problemlos per Touchscreen oder über das Multifunktionslenkrad bedienen. Das hochwertige Cockpit wirkt trotz diverser Carbon- oder Chromdetails zeitlos.

Schon auf den ersten Metern zeigt sich der VW Golf Variant GTD mit seinen 184 PS und manueller Sechsgang-Handschaltung von seiner Schokoladenseite: Der Unscheinbare zieht locker ab. Im Stadtverkehr bewegt sich der 4,59 Meter lange Kombi (31 Zentimeter länger als der „normale“ Golf) wendig und agil. Wir freuen uns über gute Rundumsicht – so sind Spurwechsel und Parken kein Problem. Das Fahren auf Autobahn und Landstraße ist ein Genuss. Mit viel Spaß lässt sich der Kombi auch aufwärts über kurvige Strecke heizen. Sportfahrwerk und die um 15 Millimeter tiefer gelegte Karosserie zahlen sich aus.

Der GTD beschleunigt aus dem Stand in 7,9 Sekunden auf Tempo 100 und fährt bis 231 Stundenkilometer schnell. Wer schaltfaul ist, bekommt aber umgehend die Quittung: Das Display zeigt sofort die aktuellen Verbrauchswerte an. In unserem Fall 6,4 Liter. Ups! Allerdings sinkt auf der Landstraße der Durst schnell auf 5,2 Liter. Somit verfehlen wir den von VW angegebenen Normverbrauch von 4,5 Liter auf 100 Kilometer knapp.

Und was kostet der Golf GTD Variant? Die Preise starten bei 31.975 Euro, mit dem Automatikgetriebe DSG geht es bei 33.925 Euro los.

Der Verwegene - VW Golf Alltrack

Ganz im Trend der Zeit hat VW einen Golf Variant fürs Gelände gebaut, den Golf Alltrack. Mit ausgestellten Seitenschwellern, Unterfahrtschutz und schwarzen Planken kommt der Offroad-Kombi schon optisch recht naturverbunden daher. Obendrein haben die Wolfsburger dem Alltrack zwei Zentimeter mehr Bodenfreiheit, größere Reifen und den Allradantrieb 4Motion spendiert. Ob der Golf damit wirklich ins Gelände kann?

Das Gelände ist für den Allrader genau sein Metier: der Golf Alltrack in Aktion.

Auf einer Probefahrt hält der Alltrack mit dem 184 PS starken TDI-Motor (380 Newtonmeter Drehmoment), was er verspricht. Der Offroad-Modus ist schnell in der Mittelkonsole ausgewählt, und schon wird die Haldex-Kupplung aktiv, bevor Schlupf auftritt. Das System verteilt das Antriebsmoment zwischen Vorder- und Hinterachse. Dreht das Hinterrad in der Schräg­lage durch, verteilt sich die Kraft sekundenschnell auf die Vorderräder. Ein Gefälle von 60 Prozent ist für den Alltrack mit Bergab-Assistent kein Problem. Einmal kurz auf die Bremse steigen – und schon bewegt sich der Alltrack auf seinen vier Rädern langsam, aber sanft hinunter. Bis Tempo 30 lässt sich die Abfahrt, falls nötig, beschleunigen. Für den VW Alltrack stehen vier Motoren zwischen 110 und 184 PS zur Wahl.

Die Preise für den VW Alltrack starten ab 30.200 Euro. Das Topmodell mit einem 184 PS starken TDI sowie 6-Gang-DSG ist ab 35 775 Euro zu haben. Die Fahrleistungen: von null auf Tempo 100 in 7,9 Sekunden, 219 km/h Spitze. Der Verbrauch beträgt laut VW 5,0 Liter auf 100 Kilometer.

Kernig, aber verdammt nett: VW Golf Alltrack

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Martina Lippl

Martina Lippl

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E-Mail:martina.lippl@merkur.de

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