Erste Details

Ein Passat als Wirbelwind

VW Passat
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Kantiges Gesicht, markige Konturen: So zumindest sieht der neue VW Passat auf Zeichnungen aus.

Acht Fahrzeug-Generationen hat es gedauert, fünf Bundeskanzler bzw. -innen (Brandt, Schmidt, Kohl, Schröder, Merkel*) und zwei deutsche Fußball-Weltmeisterschaften (1974 und 1990) später wird der VW Passat nicht nur erwachsen.

Nein, er dringt erstmals in Dimensionen vor, die bislang BMW, Audi und Mercedes vorbehalten waren. Der Passat schmeckt in das Premiumsegment hinein. Erste Einblicke, vor allem in die Technik, gewährte VW schon jetzt. Am 3. Juli feiert das neue Modell des bislang 22 Millionen Mal in 100 Ländern verkauften Autos seine Weltpremiere.

1973 hatte der Passat noch lustige Farben. Quietschgrün,

Quiekorange und Platschblau. Der heutige Passat wird, wie man den Designskizzen entnimmt, eine breitbeinige, dynamische und bullige Erscheinung, ohne seine komfortable Praxistauglichkeit zu verlieren. Aus dem braven Biedermann wird, scheint es, ein emotionaler Brandstifter. Und dazu bekommt er ein neues Markengesicht, das aber noch nicht gezeigt wurde.

Der Passat B 8, wie er intern genannt wird, im Neuigkeiten-Check: Komfort: Genauso lang (4,77 Meter) wie der Vorgänger, jedoch deutlich bequemer, weil die Fahrgastzelle um 33 Millimeter in der Länge gewachsen ist, die Kopffreiheit um 26 Millimeter, und das obwohl der Passat um 14 Millimeter flacher ist.

Motor

Die Top-Variante, der völlig neu entwickelte Zwei-Liter-Biturbo-Diesel mit 500 Nm Drehmoment und 240 PS, dürfte für ordentlichen Fahrspaß sorgen. Mit viel „Bumms“ von unten heraus ist er vor allem im Drehzahlbereich bis knapp 3000 u/min zumindest auf dem Papier schon mal ein bärenstarkes Aggregat. Der Verbrauch soll bei 5,2 Litern liegen. Dazu gibt es weitere sechs Motorvarianten. Auch ein Plug-In-Hybrid ist geplant, das aus dem Golf bekannte System mit Elektromotor und Benzindirekteinspritzer bringt es auf eine Systemleistung von 211 PS mit 400 Nm Drehmoment in der Spitze. 50 Kilometer soll der Hybride rein elektrisch fahren können, im Verbrauch soll er bei etwa 1,5 Litern liegen und bis zu 1000 Kilometer schaffen.

Leuchten

Xenon wird durch Voll-LED ersetzt und da gibt es dann LED-Projektionsscheinwerfer, die sogar um das vorausfahrende Auto herumstrahlen können. Hinten leuchtet ein neues Bremslichtkonzept: Das Rot wird wie bislang beim Bremsvorgang nicht nur verstärkt, es gibt zusätzliche vertikale Bremsstreifen, die für noch mehr Aufmerksamkeit sorgen sollen.

Assistenzsysteme

Hier zeigt der Passat, warum er eigentlich aus dem B-Segment herausgewachsen ist. Mit einem lernenden Spurassistenten (er hält die Linie, so wie es der Fahrer vorgibt), mit Fußgängererkennung und damit einhergehender Vollbremsung, mit Head-Up-Display und (fast) selbstständigem Fahren im Stop-and-Go-Betrieb bis circa 60 Stundenkilometer sowie dem Notfallassistenten (siehe Kasten) schmeckt der Passat schon fast an die S-Klasse von Mercedes heran. Eine besondere Weltpremiere bietet VW mit dem „trailer assist“: ein Parkassistent für Menschen, die zwar mit einem Anhänger unterwegs sind, aber nicht so ganz damit einparken können.

Kofferraum

Er ist um 47 Liter im Kombi gewachsen und bietet jetzt 650 Liter. Bei umgeklappter Sitzbank sind es 1780 Liter. Dazu bietet VW ein intelligentes Ladesystem an, das über eine schwebende Plattform verfügt, mit der man das Tragerl Bier locker tief in den Innenraum schieben kann, ohne die Bandscheiben zu beanspruchen. Es gibt nicht nur eine automatische Heckklappenöffnung, sondern auch die automatische Klappenschließung, ohne dass man dazu zum Beispiel den Getränketräger abstellen muss, um einen Knopf zu bedienen.

Fazit

Auch ohne den neuen Passat gesehen zu haben, muss man davon ausgehen, dass VW ein mehr als ordentliches Fahrzeug aus der Taufe heben wird. Luxuriöser, progressiver und das Ganze vermutlich zum alten Preis. Luxus für alle scheint da die Devise zu sein. Schaun ma mal!

Der Passat als Pilot

Premiere feiert der neue VW Passat auf dem Autosalon in Paris im Herbst.

So funktioniert der Notfall-Assistent: Der Computer registriert fehlende Lenkbewegungen des Fahrers oder wenn er auffällig lang nicht mehr gebremst oder Gas gegeben hat. Aus diesen Daten schließt das System, ob der Mensch müde ist oder ein Gesundheitsproblem hat. Dann heißt es: Assistent, übernehmen Sie! Zuerst gibt es eine kurze Warnmeldung, dann eine Warnbremse, dann einen lauten Alarm. Wenn immer noch keine Reaktion erkennbar ist, schaltet das Auto die Warnblinkanlage ein, fährt leichte Schlangenlinien, um den nachfließenden Verkehr zu warnen, und bremst bis zum Stillstand herunter.

RDF

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