Erster Eindruck

VW Sharan 2015: Frisches für die Familie

VW Sharan 2015
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Sanfte Schönheits-OP: LED-Schlitzaugen am Heck und neue Leichtmetallfelgen. Drinnen bietet der neue Sharan viel bequemen Platz. Von vorne zeigt er sein gewohntes Gesicht.

Der Familien-Van soll heute Platz, viel Funktionalität und eine (möglichst spar­same) angenehme Reisegeschwindigkeit mitbringen. Von all dem hat der „neue“ VW Sharan reichlich.

In der dritten Modellgeneration kommt der bewährte Van allerdings „draußen“ nur sanft retuschiert daher: Bloß die schnittigen LED-Schlitzaugen am Heck und die eleganten Leichtmetallfelgen sowie zwei neue Farbtöne (damit jetzt insgesamt elf) machen den neuen Look aus. Dafür haben die Wolfsburger unseren Twen (1995 lief der erste vom Band, rund 800.000 wurden bisher weltweit verkauft) „drinnen“ aber voll auf Höhe der Zeit gebracht. „Drunter“ stecken im Sharan 2015 wahlweise fünf neue (aber konzernerprobte) Motoren.

Die zwei Benziner (mit 150 und 220 PS) und drei Diesel (115, 150 und 184 PS) erfüllen die Euro-6-Norm und sollen auch dank Start-Stopp satte 14 Prozent weniger Verbrauch bringen. Dazu sind clevere Assistenten wie automatische Distanzregelung (ACC), Park-Assistent oder Front Assist mit City-Notbremsfunktion und ein echt starkes Infotainment-System an Bord.

Praktisch für Familien der VW Sharan.

Bei fast 1,8 Tonnen Gewicht sollte man den großen Langen (4,60 Meter) aber nicht gerade mit dem kleinsten 115-PS-Diesel bewegen, um sich die Laune zu erhalten. Ansonsten brachte bei ersten kurzen Testrunden das Spitzenfahrwerk (optionale adaptive Fahrwerksregelung: 1150 Euro), eine samtweiche sechs-stufige DSG (oder wahlweise die zwar recht knackig-einrastende, aber gut abgestimmte Manuelle) in allen übrigen Motorvarianten echtes Fahrvergnügen. Der Spitzenbenziner (2.0-Liter TSI, Turbo, 184 PS) jagt sogar in 7,8 Sekunden auf 100 km/h und zieht bis auf 225 km/h Spitze hoch. Da kann man nicht maulen.

VW Sharan hat 33 Ablagen an Bord

Platz satt und das clever eingeteilt: 33 Ablagen im ganzen Auto, ausreichend Bewegungsfreiheit, flexibler Reisekomfort. Die zweite Reihe hat separate Sitze und Reihe drei lässt sich sogar mit zwei raschen Handgriffen ganz einfach im Kofferraum versenken. Das erhöht das Stauvolumen (955 Liter) des Fünf- bis Siebensitzers enorm! Und wer es gerne piepsen und tuten hört (und dafür auch Geld ausgeben will), kann im neuen Sharan in die Assistenzsystem-Vollen gehen: zum Beispiel beim Spurhalte- und Toter-Winkel-Assistent (kostet 985 Euro), dem Abstandsradar mit Umfeldbeobachtung, der City-Notbremse (680 Euro) oder dem Park Assist. Der macht besonderen Spaß (zum besonderen Preis von 905 Euro): Winker gesetzt, Finger vom Lenker – nur noch Gas und Bremse werden bedient. Und schon findet der Sharan seinen Weg wie von Geisterhand in passende Parklücken. Quer oder längs, vorwärts oder rückwärts. Aber ein bisschen mulmig ist einem bei der Mutprobe schon zumute …

VW Sharan: Blick ins Cockpit.

Zuversicht hingegen verbreitet das neue Infotainment-System. Via Apple CarPlay oder Android Auto lassen sich die gängigen Handy-Systeme (sowie Nokias MirrorLink) ruckzuck koppeln. Einfach einstecken und alle eigenen Inhalte, inklusive z. B. der SMS-Funktion, stehen zur Verfügung! Apps und Handy-Features sind klar und intuitiv auf den 5- bis 6,5-Zoll-Touchscreens bedienbar. Mit immer neuen Apps wird diese Entwicklung in der nächsten Zeit noch richtig abheben. Und ist mit 200 Euro auch noch fast 300 Euro billiger als die klassische Navi-Ausstattung.

Fazit

Volkswagen hat den Sharan auf Vordermann gebracht.

Bewährtes Konzept voll auf Höhe der Zeit gebracht. Rundum solide. Wie auch der (Grund-)Preis, der mit rund 32.000 Euro nur leicht (500 Euro) gestiegen ist. Der Verkaufsstart (dann mit den beiden Sondermodellen Ocean und Beach) ist Mitte Juli.

 

Oliver Menner

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