Wohnwagen aus Holz

Ein Modell der Firma Schäferwagen.

Wohnwagen als rollende Urlaubsdomizile sind in. Doch nicht jedem gefallen die beige-weißen Caravans mit Außenhaut aus Alu oder Kunststoff. Eine Alternative sind Wohnwagen mit Holzaufbauten.

Lange waren die hölzernen Anhänger vor allem als Unterkünfte von Bauarbeitern oder Zirkusartisten bekannt. Zunehmend finden sich aber auch auf dem Freizeitfahrzeugmarkt nostalgisch anmutende, aber flammneue und hochmodern ausgestattete Holz-Caravans. Die Spannbreite reicht dabei von luxuriösen Holzhäusern für den Dauerstellplatz am Ferienort bis zu kleinen Schäferwagen für die nostalgische Nacht im Wald. Selbst rollende Saunen sind im Angebot.

Aus den Hallen von Tischlermeister Martin van Neuß in Krefeld rollen die „TimeOut-Caravans“, in Handarbeit gefertigt nach der Form historischer Zirkuswagen. Die Holzaufbauten bekommen durch ein abgerundetes Kupferdach mit Oberlichtband, Echtholzfenster und Türen mit Messingbeschlägen ihre klassische Optik.

Trotz des „historischen“ Aussehens sind die Caravans technisch voll auf der Höhe der Zeit. Sie rollen auf Markenfahrwerken, sind isoliert und bieten mit Heizung und Kühlschrank den auch von herkömmlichen Caravans gewohnten Komfort. Die Krefelder fertigen individuell und nach Kundenwunsch. Mit seinem Team realisiert Martin van Neuß vom mobilen Multimediabüro bis zum Verkaufswagen fast alle Wünsche. Und der Chef legt großen Wert auf Leichtbau: Auf ein Gewicht von gerade mal 1250 Kilogramm kommt sein Modell Gipsy bei vier Metern Nutzlänge, mit Kupferdach und Massivholzeinrichtung.

So kann der Gipsy im Gespannbetrieb von vielen Pkw problemlos mit 100 km/h-Zulassung gezogen werden. Einen Tick größer ist der Camelot, er wiegt bei einer nutzbaren Länge von 6,24 Metern rund 1 500 Kilogramm. Die Handwerkskunst hat ihren Preis: 27 200 Euro bis 29 700 Euro werden fällig (www.timeout-caravans.de).

Axel Borghorst aus Göttingen kennt Bau- und Zirkuswagen noch aus seiner Studentenzeit. Heute baut und vertreibt er solche rollenden Behausungen unter dem beziehungsreichen Namen „Wohlwagen“. Mit „klassischem“ Camping hat das Luxusmodell jedoch nur wenig zu tun. Das beginnt schon beim Gewicht und den Abmessungen. Das Holzhaus auf Rädern ist satte 9,20 m lang, üppige zweieinhalb Meter breit und obendrein sechs Tonnen schwer. Mit einem Pkw als Zugwagen geht da gar nichts, ein Traktor oder ein zugstarker Laster sind das Mittel der Wahl. Damit taugt das Modell nicht für die große Urlaubsreise, sondern richtet sich eher an Dauercamper mit festem Stellplatz.

Der Wohnraum ist gut acht Meter lang. Zur Erweiterung dient ein Erker, der beim Transport des Wagens ins Fahrzeuginnere geschoben wird. Im Inneren dominieren helles Holz und viel Licht. Rechts der Tür verbreitet ein Kaminofen wohlige Wärme. Die Küche bietet einen Fensterplatz für zwei, die rechte Fahrzeugseite dient als Schlaf- oder Arbeitsraum. Für die Nacht wird ein Doppelbett heruntergeklappt, tagsüber kann ein Schreibtisch genutzt werden. Ein Sanitärabteil im Erker rundet die Ausstattung ab. Je nach Ausstattung sind zwischen 25 000 und 35 000 Euro fällig (www.wohlwagen.de).

Den Nachbau eines historischen Schäferwagens gibt es bei Bernd Wonner aus dem bayerischen Hainsfarth in verschiedenen Größen und Ausführungen als Gartenhaus, für (Urlaubs-)Reisen oder als Gartensauna. Die Wagen sind alle aus Massivholz gebaut und besitzen auf Wunsch ein Fahrgestell mit Straßenzulassung bis 80 km/h Spitze. In der Grundausstattung kostet ein BoWo Schäferwagen „Classic“ 5980 Euro, mit einem Sauna-Ausbau 10 960 Euro. (www.schaeferwagen.de).

osw.

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