Pfleger droht mit Veröffentlichung von Fotos

Aiderbichl-Chef übel erpresst

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Michael Aufhauser (64) will sich gegen den Erpresser rechtlich zur Wehr setzen. Am Freitag hatte das Schreiben eines Pflegers Geschäftsführer Dieter Ehrengruber (39) auf Gut Aiderbichl erreicht.

Salzburg - Aiderbichl-Gründer Michael Aufhauser ist seit Mai 2015 schwer krank und war auf einen persönlichen Pfleger angewiesen. Ausgerechnet der soll ihn jetzt erpresst haben.

Dieser Mann hat bekanntermaßen ein ganz großes Herz für Tiere: Vor 16 Jahren hat Michael Aufhauser das Gut Aiderbichl ins Leben gerufen und auf seinen Gnadenhöfen Tausenden Tieren das Leben gerettet. Seit Mai 2015 ist er nun selbst schwer erkrankt – nach einem Aorten-Einriss ist der 64-Jährige bis heute gesundheitlich schwer angeschlagen und war sogar auf einen persönlichen Pfleger angewiesen. Ausgerechnet der soll den Tierpapst jetzt erpresst haben!

Nach tz-Informationen arbeitet Ilko P. (Name geändert) als selbstständiger Personenbetreuer. Täglich war er seit Dezember 2015 an der Seite von Michael Aufhauser – und half ihm durch den Alltag. Das soll der Kroate aber auf kriminelle Weise ausgenutzt haben: Er machte während der Arbeit Fotos, die Aufhauser schutzlos in privaten Momenten zeigen. Beim Baden, im Bett, im Rollstuhl.

Ilko P. soll gedroht haben, diese Fotos zu veröffentlichen – wenn er nicht im Gegenzug Geld erhält. „Am Freitag erreichte mich ein entsprechender Brief“, sagt Dieter Ehrengruber, Geschäftsführer auf Gut Aiderbichl. In dem Schreiben verlangt der Pfleger „eine angemessene Entschädigung“. Ehrengruber ist entsetzt: „Wir fühlen uns erpresst.“

Das fehlerhafte Deutsch in dem Erpresserschreiben ist offenbar auf die kroatische Herkunft des Autors zurückzuführen.

Er selbst hatte den Pfleger noch selbst geschult. „Er kam von einer namhaften Agentur und hat sich sehr fürsorglich um Herrn Aufhauser gekümmert. Wir baten ihn, sensibel mit der Krankheits-Situation umzugehen.“ Ilko P. habe versprochen, sich zu kümmern. „Gerade auch, weil Herr Aufhauser so viel Gutes getan hat. Das hat er oft erwähnt. Ich hatte den Pfleger auch deshalb eingeplant, um die Privatsphäre von Herrn Aufhauser zu schützen. Wir haben ihm voll vertraut. Das hat er komplett missbraucht.“

Besonders perfide: In dem Brief behauptet Ilko P. sogar, für sein Gehalt habe er Michael Aufhauser sexuell befriedigen müssen. „Dieser Vorwurf ist absurd“, sagt Ehrengruber. Tatsächlich habe Ilko P. Probleme gehabt und immer wieder um Geld gebeten – so auch vor seinem Urlaub am 25. Juli. Seitdem ist er nicht mehr zur Arbeit erschienen – und schickte stattdessen das Erpresserschreiben. „Es ist menschlich sehr verwerflich, so etwas zu tun. Das ist fürchterlich für meinen Mandanten“, sagt Rechtsanwalt Dr. Rudolf Maier (69), der Aufhauser vertritt. „Wir werden abklären, ob das eine strafrechtlich relevante Tat ist und dann gegebenenfalls Anzeige erstatten.“ Für Maier steht fest: „Der Pfleger will völlig unberechtigterweise Geld haben. Die Aktion grenzt an Rufmord.“

Und was sagt der Pfleger? Die tz konfrontierte ihn am Sonntag mit den Vorwürfen. „Dazu werde ich mich nicht äußern“, so Ilko P. knapp. „Ich habe in dieser Sache bereits meine Anwälte eingeschaltet.“

Andreas Thieme

Aufhausers Krankheits-Geschichte

Den Tieren ganz nah: So kennt man Michael Aufhauser (64). Am 28. Mai 2015 riss bei ihm die Aorta im Bauch, wodurch er auch Schlaganfälle erlitten hatte. Wochenlang lag Aufhauser im Koma und musste danach über Monate in eine Reha-Klinik. Seit Anfang des Jahres ist er zurück und „auf dem Weg der Besserung“, sagt Dieter Ehrengruber. Noch immer ist Aufhauser aber „24 Stunden auf fremde Hilfe angewiesen“, dazu halbseitig gelähmt und blind. Umso schlimmer jetzt die Schmutz-Kampagne seines Pflegers. „Ich hoffe, dass die Mitglieder des Gut Aiderbichls sich davon nicht verunsichern lassen. Die Tätigkeit zugunsten der armen Tiere geht genauso weiter wie zu der Zeit, wo Herr Aufhauser voll im Einsatz war.“

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