In Aleppo

Er starb bei Kämpfen in Syrien: Allgäuer Islamist ist tot

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Halit (K. rechts) und ­Erhan A.

München - Erst war es nur ein Gerücht, mittlerweile scheint es Gewissheit zu sein: Der Allgäuer Islamist Erhan A. (23) ist am Morgen des 13. August in Syrien offenbar getötet worden.

Auf diversen Propaganda-Kanälen wird nach Recherchen des Bayerischen Rundfunks verbreitet, dass Erhan im Süden der seit Wochen umkämpften Stadt Aleppo auf Seiten der Rebellen-Truppen an vorderster Front gekämpft habe. In den Bergen von Latakia soll er den Tod gefunden habe. Zu der Nachricht wird auch ein Bild verbreitet, das den Kopf des tödlich verletzten Erhan A. – eingewickelt in eine rote Wolldecke – zeigt. „Möge Allah ihn als Märtyrer akzeptieren und ihm die höchste Stufe des Paradieses geben“, heißt es in dem Bericht. Auch Freunde und Weggefährten des 23-Jährigen trauern um den „Bruder und Märtyrer“. Unter ihnen ist nach BR-Recherchen auch der Münchner Halit K. (23), der im Mai 2015 heimlich in die Türkei ausreiste und sich dort Erhan A. anschloss. Das belegen Fotos, auf denen beide zusammen abgebildet sind. Halit und Erhan schlossen sich in Syrien nicht dem IS, aber einer von Al-Quaida unterstützten Rebellentruppe an.

Erhan H. lebte früher in Kempten – ein ehemaliger Student, der noch 2010 stolz im eleganten Anzug posierte. Bis zum Jahr 2014 jedoch radikalisierte er sich in der Allgäuer Salafisten-Szene derart massiv, dass er bald unter Beobachtung der Sicherheitsbehörden stand. Im Oktober 2014 gab er ein umstrittenes Interview, in dem er das Töten im Namen Allahs rechtfertigte. Auf Betreiben des bayerischen Innenministers Joachim Herrmann wurde Erhan A. in die Türkei abgeschoben, von wo aus er zeitnah die Grenze nach Syrien überquerte.

Die Abschiebung des im Allgäu aufgewachsenen Erhan A. hatte heftige politische Debatten ausgelöst. Herrmann dagegen verteidigte die Entscheidung. A. habe sogar seine eigene Familie mit Mord bedroht. Die Eltern wurden mittlerweile von den Behörden vom sehr wahrscheinlichen Tod ihres Sohnes informiert.

dop

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