Verhandlungsbeginn

Angebliche Pentagon-Befehle: Mann missbraucht Nichte (12) und deren Freundin

Deggendorf - Er soll ein perfides Spiel mit der Angst getrieben und sich dann an zwei Mädchen vergangen haben. Dabei setzte ein Mann aus Bayern das Pentagon als Druckmittel ein. Ab Dienstag steht er vor Gericht.

Mit einer erfundenen Überwachungsgeschichte rund um das Pentagon soll ein Mann zwei Mädchen zu sexuellen Handlungen gezwungen haben - seine zwölfjährige Nichte und eine zwei Jahre ältere Freundin. Von Dienstag (19. Juli) an muss sich der 30-Jährige dafür vor dem Landgericht Deggendorf verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann schweren sexuellen Missbrauch von Kindern in 19 Fällen und eine Vielzahl weiterer Sexualstraftaten vor. Der Angeklagte sitzt seit Dezember in Untersuchungshaft.

Der Mann soll in SMS-Kurznachrichten an seine Nichte und deren Freundin behauptet haben, dass sich das US-Verteidigungsministerium in ihre Handys eingehackt habe. So sei eine ständige Überwachung möglich und die Mädchen müssten ab sofort alle Aufgaben erledigen, die ihnen übertragen werden. Eine angebliche Pentagon-Mitarbeiterin habe den Mädchen Befehle gegeben. So sollten sie dem Mann durch Geschlechtsverkehr das Leben retten. Ansonsten würden sie in ein Heim kommen. Daraufhin soll es in der Wohnung des Angeklagten mehrmals zum Geschlechtsverkehr und anderen sexuellen Handlungen gekommen sein.

Sein Leben könne nur mittels Geschlechtsverkehr gerettet werden

Laut Anklage tischte der Mann den Kindern im März 2015 eine besonders üble Lügengeschichte auf: Unter anderem habe er einen vergifteten Schnaps trinken müssen. Sein Leben könne nur mittels Geschlechtsverkehr gerettet werden. Erst als die beiden Mädchen im November 2015 Zweifel bekamen und den Mann zur Rede stellten, soll er ihnen erklärt haben, dass die Angelegenheit nun erledigt sei.

dpa

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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