In der Stadt und auf dem Land

Babys, Straßen, Arbeit: So boomt Bayern

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2015 sind so viele Kinder zur Welt gekommen wie seit 15 Jahren nicht mehr.

München - Bayern wächst, und zwar gleichmäßiger als früher, in den Städten wie auf dem Land. Das sind gute Nachrichten. Aber es gibt noch mehr Dinge, über die sich Bayern freuen darf.

"Bayern ist die Vorstufe zum Paradies“, schwärmt Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) gerne. Sein Minister Markus Söder, der neben dem Finanz- auch das Heimatministerium verantwortet, kam am Montag ebenfalls ins Schwärmen: Als er nämlich den Heimatbericht 2015 vorstellte. In diesem Bericht geht es um die Entwicklung und Zukunftschancen auf dem Land. „Der ländliche Raum zieht wieder Menschen an“, sagte Markus Söder stolz. 

Denn: Bayern wächst, und zwar gleichmäßiger als früher, in den Städten wie auf dem Land. Demnach müssen inzwischen nur noch zehn Landkreise und kreisfreie Städte unter dem Strich einen Bevölkerungsrückgang hinnehmen – im Jahr zuvor waren es noch 21. „Die Tendenz zeigt, dass es langsam, aber sicher mit der Bevölkerungsentwicklung besser wird“, freute sich Söder. In den meisten ländlichen Regionen gab es zuletzt mehr Zu- als Fortzüge. Zudem ist die Lücke zwischen der Zahl der Geburten und der Sterbefälle im ländlichen Raum zurückgegangen.

Über welche Zahlen wir Bayern uns noch freuen können:

Babyboom: 2015 sind so viele Kinder zur Welt gekommen wie seit 15 Jahren nicht mehr. Insgesamt erblickten rund 118.300 Kinder das Licht der Welt. Jedes zweite Baby ist ein „Kind des ländlichen Raums“.

Sterberate: Die Zahl der Sterbefälle sank im Jahr 2014 auf rund 73.700. Im Jahr zuvor waren es noch etwa knapp 75.200 gewesen.

Bevölkerungszuwachs: Der ländliche Raum wird immer attraktiver. Am 30. Juni 2015 hatten im Vergleich zum Vorjahr rund 46.000 mehr Menschen ihren Wohnsitz auf dem Land. Insgesamt leben 7,13 Millionen der gesamten bayerischen Bevölkerung (12,74 Millionen) im ländlichen Raum. Das ist ein Anteil von 56 Prozent!

In 86 der 96 der bayerischen Landkreise und kreisfreien Städte ist die Bevölkerung zwischen Mitte 2014 und Mitte 2015 gewachsen. Lediglich in zehn Landkreisen ging die Einwohnerzahl leicht zurück.

Neue Bewohner: Das höchste Plus hat Oberbayern: 43.578 mehr Menschen ließen sich im Jahr 2014 hier nieder. Ebenfall attraktiv ist Schwaben mit einem Plus von 16.374 Zuzüglern (siehe Tabelle unten).

Der ländliche Raum ist auch wieder für Familien attraktiv: Die Betreuungsquote bei den ein- bis dreijährigen Kindern stieg von 2007 bis 2015 von 10,8 auf 44,4 %.

Die Zahl der Grundschulen blieb laut Heimatminister Söder stabil. Genau 1578 sind es derzeit.

Straßenbau: In den Neu-und Ausbau sowie den Erhalt von Staatsstraßen wurden 2014 rund 208 Millionen Euro investiert. Die Städtebauförderung unterstützte mehr als 600 Maßnahmen im ländlichen Raum. Die Zuschüsse betrugen rund 140 Millionen Euro.

Hochwasserschutz: Mit 96 Millionen Euro unterstützte der Freistaat im Jahr 2014 den ländlichen Raum.

Arbeitslose: Die Quote von Menschen ohne Arbeit im ländlichen Raum betrug im Jahr 2015 nur 3,2 Prozent, Gesamt-Bayern kam auf 3,6 Prozent. Der Regierungsbezirk mit der niedrigsten Arbeitslosenquote war im Jahr 2015 Unterfranken mit 3,3 Prozent (siehe Tabelle).

Sozialversicherung: In Bayern waren im vergangenen Jahr rund 5,1 Millionen Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt – ein historischer Höchststand. Gegenüber dem Jahr 2005 bedeutet dies, dass etwa 900 000 mehr Menschen einen festen Job haben.

Boomende Wirtschaft: In den vergangenen zehn Jahren ist nahezu jeder zweite neue Arbeitsplatz in Bayern im ländlichen Raum entstanden.

Ländlicher Raum: Dort wurde im Jahr 2013 (aktuellere Zahlen gibt es nicht) ein Bruttoinlandsprodukt von stolzen 222 Milliarden Euro erwirtschaftet. Dies entspricht einem Anteil von immerhin 44,1 Prozent an Gesamtbayern. 

Die folgenden Tabellen zeigen den Bevölkerungszuwachs sowie die Arbeitslosenquote:

Bevölkerungszuwachs im Jahr 2014 in den Regierungsbezirken

Oberbayern

Niederbayern

Oberpfalz

Oberfranken

Mittelfranken

Unterfranken

Schwaben

+43 578

+10 883

+6760

+3602

+8239

+3271

+16 374

Arbeitslosenquote im Jahresdurchschnitt in den Regierungsbezirken


Jahr

Oberbayern

Niederbayern

Oberpfalz

Oberfranken

Mittelfranken

Unterfranken

Schwaben

2005

6,7

7,7

8,7

10,1

9,1

7,7

7,4

2015

3,5

3,4

3,3

4,1

4,5

3,3

3,4

jam

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