Mit dem Schiff Sea-Eye

Dieser Bayer rettet Flüchtlinge aus Seenot

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Michael Buschheuer betreibt mit Freunden das Rettungsschiff Sea Eye.

München - Mit einem privaten Rettungsschiff will eine Crew Flüchtlinge aus Seenot retten. Unter ihnen: der Bayer Michael Buschheuer.

Ein acht Meter langes schwarzes Schlauchboot. Darauf drängen sich 123 Flüchtlinge, gut 50 Seemeilen von der libyschen Küste entfernt. Unter ihnen eine hochschwangere Frau. Die Hoffnung auf ein Leben ohne Krieg, Gewalt und Mord hat sie auf das Boot getrieben. Die Hoffnung, jemals Land zu erreichen, ist aber ist zunichte gemacht. Das Boot ist manövrierunfähig, droht jeden Augenblick zu sinken.

Die Crew des privaten bayerischen Rettungsschiffes Sea-Eye entdeckt die Hilflosen rechtzeitig, kann sie in einem vierstündigen Einsatz am vergangenen Donnerstag retten und solange betreuen, bis ein größeres Schiff sich um die Flüchtlinge aus Nigeria, Gambia, Kamerun und Libyen kümmern kann.

Am Wochenende wurden neue Freiwillige von Crew-Mitgliedern auf der Donau geschult, wie man Schiffbrüchige rettet.

Bis dahin versorgt die Crew die Menschen im Schlauchboot mit Schwimmwesten, Essen, Trinken und Decken. Da es der Hochschwangeren sehr schlecht geht, wird sie an Bord der Sea-Eye genommen und medizinisch versorgt. Schließlich bringt die Dignity I, ein Schiff der Ärzte ohne Grenzen, die Flüchtlinge nach Italien.Für den Transport der Menschen ist die Sea-Eye nicht geeignet.

Seit Anfang April ist der ehemalige DDR-Hochseekutter Sternhai als privates Rettungsschiff im Mittelmeer unterwegs. In dieser Zeit war die Crew an der Rettung von mehreren hundert Flüchtlingen beteiligt, teilte der Regensburger Unternehmer Michael Buschheuer mit. Der zweifache Familienvater hatte den gut 24 Meter langen Kutter gekauft und auf der Rostocker Werft Tamsen Maritim für die Seenotrettung umbauen lassen. Mit an Bord sind rund 700 Schwimmwesten und Rettungsinseln für 400 Menschen sowie Wasser und Nahrung.

Rund 70 Helfer aus ganz Deutschland wechseln sich als Crewbesatzung ab. Sie alle opfern ihren kompletten Jahresurlaub, um anderen Menschen das Leben zu retten.

tz

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