Stressiges Wochenende

Bergwacht im Berchtesgadener Land im Dauereinsatz

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Bei einem spektakulären Einsatz gelang es den Höhlenrettern sieben von den Wassermassen eingeschlossenen Touristen wohlbehalten an die Oberfläche zu bringen.

München - Schönes Wetter am Wochenende - das bedeutet für die Bergwacht meistens Einsätze am laufenden Band. Im Berchtesgadener Land retteten die Helfer Touristen aus einer Höhle und sammelten einige Bergsteiger ein.

Strahlend blauer Himmel und Sonnenschein - wer möchte bei tollem Wetter nicht die Natur genießen? Allerdings verfügt nicht jeder, der gerne mal zum Wandern oder Klettern geht über ausreichend Erfahrung, Gefahrensituationen abzuschätzen. Manchmal kommt auch eine gehörige Portion Pech dazu. Ist ein Unglück passiert, muss in den meisten Fälle die Bergwacht ran. Am vergangenen Wochenende mussten die freiwilligen Helfer der Bergwachten im Berchtesgadener Land dutzende Male ausrücken, um zu helfen. Vor allem rund um den Königssee häuften sich die Einsätze.

Los ging es mit einem Einsatz am Freitag Morgen gegen 8 Uhr. Ein Bergsteiger meldete sich von der Gotzenalm im Hagengebirge. Er hatte sich am Vortag das Knie verletzt und saß nun auf der Hütte fest. Mit dem Geländewagen konnten die Retter den Bergsteiger ins Tal zur weiteren Behandlung bringen. 

Großeinsatz: Touristen in Höhle eingesperrt

Am Nachmittag dann ein Großeinsatz: Die Salzburger Höhlenrettung forderte Verstärkung an. Die Höhlenretter der Bergwacht Freilassing eilten zur Unterstützung in den Pinzgau. Dort saßen sieben Touristen und ein Hund in einer Höhle gefangen - das Hochwasser des Bachs, der durch die Höhle in Lamprechtsofen fließt, machte ein Entkommen unmöglich. Die Touristen saßen in 100 bis 300 Metern Tiefe fest. Ein Bub wurde von den Fluten mitgerissen und unverletzt ins Freie gespült, er war es auch, der die Retter alarmierte

Über ein Seilgeländer, das die Retter improvisiert durch die Höhle legten, konnte der Rest der Gruppe dann gerettet werden. Nass und frierend aber unverletzt erreichten alle Eingeschlossenen das Freie. 

Nach einem vergleichsweise ruhigen Samstag jagte dann am Sonntag wieder ein Einsatz den nächsten. 

Ein Bergsteiger fiel in der Räuberleiter in sein Set, verletzte sich dabei leicht und kam nicht mehr weiter. Die Bergwacht musste zu ihm aufsteigen und ihn abseilen. Am Nachmittag dann ein Notruf vom Mooslahnerkopf unterhalb des Kleinen Watzmann: Knapp unter dem Gipfel hatte sich ein Bergsteiger die Hand gebrochen. Die zuständige Bergwacht Ramsau versorgte den Verletzten. Die Salzburger Besetzung des "Christophorus 6" flog ihn zum Klinikum Traunstein. Später brauchte ein weiterer Bergsteiger am Grünstein-Klettersteig Hilfe. Er war zwar nicht verletzt, kam aber aus eigener Kraft nicht mehr weiter. Auch er musste abgeseilt werden.

Hund beißt Frau - Wasserwacht muss helfen

Nur kurz darauf musste Wasserwacht ausrücken und eine 79-jährige Frau von der Seelände abholen. In Sankt Bartholomä am Königssee war die Frau von einem fremden Hund gebissen worden. Nach dem Bootstransport lieferten die Retter sie in der Kreisklinik Berchtesgaden ab.

Auch die neue Woche bringt für die freiwilligen Helfer keine Entspannung: Ein erschöpfter Wanderer zwischen der Grünsteinhütte und dem Königssee hielt die Bergwacht Berchtesgaden und den Traunsteiner Rettungshubschrauber „Christoph 14“ am Montag auf Trab. 

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