Royaler Schriftverkehr

Briefwechsel zwischen Coburg und der Queen - Was ist da los?

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Die royale Antwort an Coburgs OB Norbert Tessmer. Der Vizeadmiral bedankt sich überschwänglich im Namen der Queen.

Coburg - Ein wahrlich königliches Angebot hat die Stadt Coburg der britischen Queen gemacht. Seitdem ist die Stadt auf der Suche nach einem Baum. Die ganze skurrile Geschichte.

Klar, am Sonntag dreht es sich nur um den einen Baum. Jener, der mit Irxenschmalz der Burschen in die Senkrechte gebracht wird. Doch ganz oben, in Coburg, denken sie gut sieben Monate voraus. Sie befinden sich schon im Winter und White Christmas, was zuletzt ja nicht einmal so abwegig war. In Coburg suchen sie nach einem Christbaum – den für die Queen.

Der Ururgroßvater der 90-jährigen Elizabeth II. gilt als berühmtester Sohn der Stadt: Es hieß Prinz Albert von Sachsen-Coburg und Gotha und war Ehemann der britischen Königin Victoria. Und er führte auf der Insel die Tradition des Weihnachtsbaums im Jahr 1848 ein, die das Bürgertum übernahm. Inspiriert von einem entsprechenden Artikel darüber in der heimischen Neue Presse wagte man in Franken mittels eines Schreibens an die Königin, „dass die Bürger und die Stadt Coburg einen ganz besonderen Christbaum schicken wollen, aus dem gleichen Wald, in dem auch Prinz Albert diesen ersten Baum fand …“ Adressiert an Her Majesty The Queen, Buckingham Place.

Michael Selzer, Sprecher der Stadt Coburg: „Nicht einmal zwei Wochen später haben wir die Antwort aus dem Buckingham-Palace erhalten.“ Und zwar Tony Johnstone-Burt im Auftrag von Elizabeth II. herself, der sich als Master of the Household der Queen um eben diesen kümmert. Um den Brief vorzulesen, muss man wohl erst das Kinn nach unten ziehen und Spannung in der Nase fühlen. „Great pleasure“ steht da, große Freude also, gar „delighted to accept“, begeistert anzunehmen“. Kurz, und das will die Queen: Weihnachten steht vor dem Buckingham Palace ein fränkischer Baum.

Selzer und Hubertus Prinz von Sachsen-Coburg und Gotha, Urururenkel von Queen Victoria, haben sich schon einige Hektar im herzoglichen Wald inspiziert und einige Bäume in der Auswahl. Eine Tanne soll es sein. „15 bis 18 Meter hoch“, sagt Selzer. Der Baum wird auch geschmückt, allerdings nicht bayerisch. Glasbläser aus dem thüringischen Lauscha sorgen für weihnachtlichen Glanz. Doch Von der Insel aus, ja Thüringen von Bayern nicht allzuweit entfernt.

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