Überraschende Erklärung

Darum lässt Augsburg "IS" nicht mehr auf Autokennzeichen zu

Augsburg - Das Kürzel "IS" wird auf keinem neuen Kennzeichen aus dem Augsburger oder Aichach-Friedberger Raum mehr zu sehen sein. Zumindest eine Erklärung der Behörden ist recht überraschend.

Die eigenen Initialen auf dem Autokennzeichen, das hat für viele eine besondere Bedeutung: Mein Auto, mein Schatz, das sollen ruhig alle sehen. Große Erleichterung kommt auf, wenn das Wunschkennzeichen nicht schon vergeben ist und die Zulassungsstelle es absegnet. Für Menschen aus dem Augsburger und Aichach-Friedberger Raum schränken sich die Möglichkeiten ab sofort erheblich ein - zumindest wenn ihr Vorname mit "I" und ihr Nachname mit "S" beginnt. Ingolf Schwarzmann wäre so ein Beispiel. A-IS oder AIC-IS, das geht nicht mehr. Er müsste sich etwas anderes überlegen.

Die Behörden haben die Buchstabenkombination "IS" auf Autokennzeichen laut eines Berichts der Augsburger Allgemeinen untersagt. In Zukunft wird dieses Wunschkennzeichen nicht mehr genehmigt. Die Begründung: Hinter dem Kürzel kann sich ein harmloser deutscher oder auch ausländischer Name verbergen, aber es ist eben auch die gängige Abkürzung für die Terror-Organisation "Islamischer Staat". Die Zulassungsstelle will ausschließen, dass jemand mit dem Kennzeichen seine Sympathie für die Miliz ausdrücken will. Das ist aber nur eine Erklärung. 

Man will arabisch aussehende Menschen vor Übergriffen schützen

Die andere ist, dass man arabisch aussehende Menschen, die durch Zufall "IS" auf ihrem Kennzeichen stehen haben, vor Übergriffen schützen will. Sie könnten schnell unter falschen Verdacht geraten, IS-Unterstützer zu sein, heißt es.

Bisher sind nur Kombinationen per Gesetz verboten, die Symbole für den Nationalsozialismus darstellen könnten (HJ, SS, SA, KZ). Das wiederum bedeutet zum Beispiel für Menschen, die in Köln (Kennzeichen "K") leben, dass sie kein Z beantragen können, weil dies "KZ" ergibt. In Nürnberg ist die Kombi "PD" nicht erlaubt, weil dies NPD ergeben würde.

Und jetzt kommt noch die Kombi IS hinzu, die übrigens auch schon aus anderen Teilen Deutschlands verbannt wurde oder deren Abschaffung zur Debatte steht.  Allerdings: Zumindest in Augsburg wird "IS" laut Zulassungsstelle nicht besonders häufig beantragt. Und alle, die es bereits haben, dürfen es auch behalten.

kg

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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