Der Geheimtipp: Das Bräustüberl der Forschungsbrauerei in Perlach

So geht's hin.

München - Das Brauen liegt bei den Jakobs in der Familie. Großvater Gottfried Jakob – ein dreifacher Ingenieur und Erfinder – hat 1930 die Forschungsbrauerei in München Perlach gegründet.

Der studierte Maschinenbauer, Chemiker und Brauingenieur erfüllte sich damit – der Name sagt es ja schon – seinen Traum vom Forschen. Über 50 Patente rund um Hopfen und Malz gehen auf sein Konto.

„Mein Großvater hat zum Beispiel das Druck-Kochen erfunden, ein heute gängiges Brauverfahren“, sagt Stefan Jakob (44), der die Brauerei in dritter Generation betreibt. Die dazugehörige Gastronomie, das Bräustüberl, hat Stefans Vater Heinrich Jakob (74) in den 50ern aufgebaut. Wie der Opa sind Vater und Sohn studierte Brauer. Sie produzieren zwei Biersorten: den St. Jakobus Blonder Bock mit 7,5 Prozent Alkohol und 19,5 Prozent Stammwürze. „Mein Großvater wollte immer ein helles Starkbier brauen und hat dazu ein spezielles Maischverfahren entwickelt“, sagt Stefan Jakob. Das Ergebins: ein bernsteinfarbenes, mildes Starkbier, nicht so malzbetont wie seine dunklen Brüder.

Die zweite Sorte, ­Pilsissimus, ist ein helles Exportbier mit 5,2 Prozent Alkohol und 13,4 Prozent Stammwürze. Den klingenden Namen hat Opa Heinrich erfunden, der „die Steigerung von einem Pils“ brauen wollte. „Unser Pilsissimus ist gut gehopft wie ein Pils, hat aber den Malzcharakter eines Exportbiers Münchner Typs.“

Die Biere werden ausschließlich in der Forschungsbrauerei ausgeschenkt. Hier können die Gäste auch ihre Tragerl für daheim kaufen. Wer den Gerstensaft lieber in Keferloher Tonkrügen vor Ort genießen möchte, wird aus der Küche bestens mit der passenden Grundlage versorgt. „Das gibt’s nirgends besser“ steht vielversprechend über den Spezialitäten wie Obatzda nach alter Rezeptur von Oma Frieda, Surhaxn auf Weinkraut oder dem halben Brathendl. Wartezeit: 60 Minuten – die sich lohnen. Die Hendl werden topfrisch auf Bestellung gegrillt. Als Verdauungsschnaps darf’s ein Stamperl vom Bittermalz sein, ein hausgemachter Bierlikör, den auch Opa Heinrich entwickelt hat.

So fein die Speisen in den gemütlichen Stüberln auch munden – die Hauptrolle spielt freilich das Bier. Im Sudhaus direkt nebenan wird es gebraut und lagert bei etwa Null Grad im Keller unter der Gaststätte.

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Bis zum Kirchweihsonntag im Oktober, heuer fällt er auf den 19., hat das Bräustüberl geöffnet, dann beginnt eine viermonatig Durststrecke für die Gäste. Erst zum Starkbieranstich 2009 macht der Betrieb wieder auf – im Sudhaus kocht es in den Kesseln aber weiter. „Unser Starkbier hat eine Lagerzeit von vier bis fünf Monaten“, sagt Stefan Jakob. Auch wenn das Lokal geschlossen ist, läuft das Maischen, Sieden und Gären auf Hochtouren. Teils mit alten Apparaturen. Raten Sie mal, wer die erfunden hat.

Adresse

Bräustüberl der Forschungsbrauerei

Unterhachinger Straße 76

81737 München

Tel. 089/ 670 11 69

www.forschungsbrauerei.de

Sitzplätze: 250 in verschiedenen Stüberln, 250 im Biergarten

Anfahrt: S 6, Haltestelle Perlach

Öffnungszeiten: Von Anfang März bis zum Kirchweihsonntag im Oktober: Di. bis Sa. 11 – 23 Uhr, So.- & Feiertage 10 – 22 Uhr

Montag Ruhetag

November bis Februar geschlossen

Speis & Trank

St. Jakobus Blonder Bock

Maß: 7,50 €

Halbe: 4 €

Tragerl (20 Flaschen): 30 €

Pilsissimus Exportbier

Maß: 6,90 €

Halbe: 3,70 €

Tragerl (20 Flaschen): 26 €

Bittermalz: 2 cl 2,80 €

Apfelschorle (0,4 l): 3,30 €

Obatzda: 6,50 €

Halbes Brathendl vom Grill (60 Min.): 8,50 €

Quelle: tz

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