Fünf Fälle in vier Wochen

Rätselhafte Einbruchserie in Bergbahn-Stationen

In die Talstation der Kreuzeckbahn sind die Täter in der Nacht auf Montag eingebrochen. Die Beute war gering.

Rosenheim - Unbekannte sind in die Betriebsräume der Kreuzeckbahn in Garmisch-Partenkirchen eingebrochen. Es war der fünfte Einbruch in Bergbahnstationen innerhalb von vier Wochen: Die Polizei geht davon aus, dass es sich um dieselben Täter handelt. Sie gehen äußerst rabiat vor. Der Sachschaden ist jedes Mal hoch – die Beute nicht immer.

Den größten Erfolg hatten sie auf dem Obersalzberg. Anfang August waren Unbekannte in das Kehlsteinhaus im Berchtesgadener Land eingebrochen und hatten die zwei Tresore im Kassenhaus geknackt. Die Beute: ein sechsstelliger Betrag. Zwei Wochen später erbeuteten Diebe eine fünfstellige Summe, als sie durch ein Fenster in die Talstation der Jennerbahn in Schönau am Königssee einstiegen. Die beiden Einbrüche waren zwei von fünf innerhalb von einem Monat. Immer waren es Bergbahn-Betriebsgebäude. Immer war der Sachschaden enorm. Aber nicht immer war die Beute so hoch.

Die Vorgehensweise ist immer ähnlich, berichtet Stefan Sonntag, Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd. „Die Täter gehen äußerst rabiat vor. Sie richten jedes Mal einen hohen Sachschaden an.“ Sie brechen Fenster oder Türen gewaltsam auf – meist hinterlassen sie ein Bild der Verwüstung. Allerdings gelingt es ihnen nicht immer, die Tresore aufzubrechen. Bei einem Einbruch in die Talstation der Laberbahn vor wenigen Tagen erbeuteten sie nur eine Geldkassette. Beim Einbruch in die Kampenwandbahn im Chiemgau wurden sie in der Nacht auf Sonntag von einem Wohnmobilfahrer gestört, der auf den Parkplatz fuhr und flüchteten mit geringer Beute.

Der jüngste Einbruch passierte in der Nacht auf Montag in den Betriebsräumen der Kreuzeckbahn in Garmisch-Partenkirchen. Sie befindet sich auf gut 600 Metern Höhe, berichtet Sonntag. Dort konnten sie in aller Ruhe wüten – und so laut sie wollten. „Der Sachschaden beläuft sich auf mehrere Zehntausend Euro“, sagt Sonntag. An den beiden Tresoren scheiterten die Diebe allerdings. Sie ließen diesmal ihr Werkzeug zurück, darunter Spitzhacken, Hammer und Beil. Die Polizei erhofft sich dadurch entscheidende Hinweise. „Das Werkzeug könnte geklaut sein“, sagt Sonntag.

Inzwischen geht die Polizei fest davon aus, dass es sich in allen Fällen um dieselben Täter handelt. Auch in Österreich wurden vermehrt Einbrüche in Bergbahn-Stationen gemeldet. „Das kann durchaus lukrativ sein“, sagt Sonntag. Besonders, wenn die Täter es schaffen, den Tresor zu knacken, in dem sich oft die Einnahmen eines gesamten Wochenendes befinden. Fest steht: „Sie sind bei jedem Einbruch sehr gut vorbereitet.“ Ob es sich um Profis handelt, kann der Polizeisprecher noch nicht sagen.

Die Spurensicherung in der Kreuzeckbahn werde mehrere Tage dauern. Die Polizei will nun die Betreiber weiterer Bergbahnen warnen. Zeugen, die etwas Ungewöhnliches bemerkt haben, werden gebeten sich zu melden.

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