Ein Kind war erst acht Jahre alt

Enkelkinder der Partnerin sexuell missbraucht - hohe Haftstrafe

Aschaffenburg - „Die Taten wären weitergegangen, wenn sich ein Junge nicht einer Lehrerin anvertraut hätte“ - das sagt die Staatsanwaltschaft. Ein 76-Jähriger hat immer wieder die drei Enkelkinder seiner Partnerin sexuell missbraucht. Jetzt muss er jahrelang hinter Gitter.

Weil er die drei Enkelkinder seiner Partnerin über neun Jahre hinweg immer wieder sexuell missbraucht hat, muss ein 76 Jahre alter Mann ins Gefängnis. Das Landgericht Aschaffenburg verurteilte ihn am Dienstag zu sechs Jahren und neun Monaten Haft. Der Mann hatte zugegeben, die bei der ersten Tat zwischen 8 und 15 Jahre alten Kinder - zwei Jungen und ein Mädchen - sexuell missbraucht zu haben. Sein Geständnis, das den Opfern eine Aussage erspart hatte, werteten die Richter als strafmildernd. Andernfalls, sagte der Vorsitzende Richter, hätte die Strafe im Bereich von neun Jahren Haft gelegen.

Die Anklage hatte sieben Jahre Haft gefordert. „Die Taten wären weitergegangen, wenn sich ein Junge nicht einer Lehrerin anvertraut hätte“, sagte der Oberstaatsanwalt in seinem Plädoyer. Die Verteidigung hatte hingegen nur drei Jahre Haft beantragt - sieben Jahre „würden lebenslang bedeuten“, sagte der Verteidiger.

Der 76-Jährige war nach dem Tod des eigentlichen Großvaters mit der Großmutter der Kinder zusammengekommen. „Ich habe ihn als netten Menschen kennengelernt“, sagte sie vor Gericht. „Die Kinder haben gleich Vertrauen zu ihm gefasst.“ Zwei Jahre nach dem Beginn der Beziehung begann er zunächst, sich an der damals acht Jahre alten Enkelin zu vergehen. Später verlor er das Interesse an ihr und wandte sich ihrem kleinen Bruder und einem Cousin zu.

Eine Gutachterin bescheinigte dem Angeklagten eine „Alterspädophilie“ - er habe sich zuvor noch nie zu Kindern hingezogen gefühlt. Der 76-Jährige bleibt nach dem Urteil in Haft. Die Verteidigung will in den nächsten Tagen entscheiden, ob sie Revision einlegt.

Rubriklistenbild: © dpa

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