Verheerende Katastrophe

Nené (✝16) starb beim Beben: Ihr Papa flog zur Suche nach Ecuador

Augsburg - Es ist traurige Gewissheit: Nené aus Augsburg starb beim Erdbeben in Ecuador. Nach der ersten Meldung über die Katastrophe war ihr Vater nach Südamerika geflogen, um nach seiner Tochter zu suchen.

Seit Donnerstag ist es furchtbare Gewissheit. Bei dem schweren Erdbeben vom Samstagabend in Ecuador mit fast 600 Toten ist auch ein 16-jähriges Mädchen aus Augsburg ums Leben gekommen. Die Jugendliche ist das bislang einzige bekannte deutsche Todesopfer der Tragödie. Austauschschülerin Nené B. war gemeinsam mit ihrer fünfköpfigen Gastfamilie unterwegs gewesen, als plötzlich die Erde gewaltig bebte. Sie wurde verschüttet, ebenso ihre Gastfamilie! Niemand von ihnen überlebte.

Seit rund acht Monaten hatte sich Nené B. in der 220.000-Einwohner-Stadt an der ecuadorianischen Pazifikküste aufgehalten. Die Schülerin war über ein Programm der internationalen Jugendaustausch-Organisation Youth for Understanding (YFU) nach Ecuador gekommen. „Während die Austauschschülerin und ihre Gastfamilie seit dem schweren Erdbeben zunächst als vermisst galten, haben wir nun traurige Gewissheit, dass alle sechs den Einsturz eines dreistöckigen Gebäudes nicht überlebt haben“, heißt es in einer Stellungnahme der deutschen Sektion von YFU. Die Organisation spricht den Angehörigen ihr Mitgefühl aus und bietet Unterstützung an.

Nenés Vater flog zur Suche nach Ecuador

Schon kurz nach dem Beben suchten Familie und Freunde in den sozialen Netzwerken nach der 16-jährigen Schülerin aus Schwaben. Den Meldungen zufolge war Nené B. mit ihrer Gastfamilie in einem Schreibwarengeschäft in der Hafenstadt Manta gewesen, wohl um dort Schulsachen zu kaufen, als es dort gegen 19 Uhr Ortszeit zur Katastrophe kam. Nach den ersten besorgniserregenden Nachrichten flog Nenés Vater, ein Mediziner, nach Ecuador. Zu Hause in Augsburg bangten ihre Mutter, Schwester und Bruder um das hübsche, weltoffene Mädchen. Nach Tagen der quälenden Ungewissheit bargen Rettungskräfte die Schülerin aus den Trümmern. Für das Mädchen sowie ihre Gastfamilie kam die Hilfe zu spät.

Das Auswärtige Amt bestätigte am Donnerstag den Tod einer Deutschen. Die deutsche Botschaft in Quito stehe im engen Kontakt mit den Angehörigen und den Behörden vor Ort. Zuvor hatte bereits die Staatsanwaltschaft Ecuadors mitgeteilt, dass sich ein deutsches Opfer unter den Toten befindet.

Das Beben der Stärke 7,8 hatte vor allem einen rund 100 Kilometer breiten Küstenstreifen westlich der Hauptstadt Quito getroffen. Die Zahl der Verletzten stieg nach Angaben des ecuadorianischen Katastrophendienstes vom Mittwoch auf 7015. Knapp 24.500 Menschen wurden inzwischen in Notunterkünften untergebracht. Nach 155 Vermissten werde weiterhin gesucht.

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