In Höhe von 20.000 Euro

Ex-Verdächtigter im Fall "Peggy" verlangt Schadenersatz

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Der Hof des Ex-Verdächtigen wurde von den Ermittlern fast eine Woche lang durchsucht - ohne Ergebnisse.

Bayreuth - Auf der Suche nach Spuren des seit 2001 vermissten Mädchens Peggy gruben Ermittler den Hof eines verdächtigten Mannes metertief auf - jetzt will der Mann Schadenersatz.

Update vom 5. Juli 2016: Nun herrscht Gewissheit: In einem Waldstück wurden nun Skelett-Teile entdeckt, die sehr wahrscheinlich von Peggy stammen. Wir berichten über die weiteren Entwicklungen zum Fall Peggy Knobloch im News-Ticker.

Mann fordert Schadenersatz

Ein im Fall des verschwundenen Mädchens Peggy einst verdächtigter Mann fordert Schadenersatz von mehr als 20 000 Euro. Das teilte am Freitag ein Sprecher der Bayreuther Staatsanwaltschaft mit und bestätigte damit einen Bericht der Münchner „Abendzeitung“ (Freitagausgabe).

Ermittler hatten 2013 auf der Suche nach Spuren des verschwundenen Mädchens das Grundstück des Mannes in Peggys Heimatort Lichtenberg (Landkreis Hof) metertief durchsuchen lassen. Die Ermittler hatten dabei zwar Knochenreste gefunden; sie stammten aber nicht von Peggy. Von der damals neun Jahre alten Schülerin fehlt seit 2001 jede Spur.

Ermittler durchsuchten den Hof fast eine Woche lang

Der Mann verlange nun, sein Grundstück müsse komplett in den Zustand versetzt werden wie vor den Grabungen, berichtete der Leiter der Bayreuther Staatsanwaltschaft, Herbert Potzel. Da sich der Verdacht gegen den Mann nicht bestätigt habe, sei der Anspruch auch unstrittig, betonte der Chef der Anklagebehörde. Zuletzt sei es nur noch um die Höhe der zu veranschlagenden Kosten gegangen. Ein Vorschlag, wie hoch der Mann zu entschädigen sei, liege derzeit bei der Generalstaatsanwaltschaft in Bamberg. Diese prüfe im Moment noch die Kostenaufstellung, berichtete Potzel.

Der Freispruch des 2004 verurteilten geistig behinderten Ulvi K. hatte in den vergangenen Jahren zu mehreren spektakulären Untersuchungsaktionen geführt. Zuletzt wurde im Frühjahr 2015 in einer Talsperre in Sachsen nach Peggys Schulranzen gesucht. 2013 war die Polizei fast eine Woche lang damit beschäftigt, ein Anwesen in Lichtenberg zu durchsuchen - dabei kam es auch zu den ergebnislosen Grabungen auf dem Hof des Mannes.

dpa

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