„Faden gerissen“

Ehemann gesteht Messerangriff auf Schwiegermutter

Memmingen - Das Verhältnis zu seiner Schwiegermutter war schon lange zerrüttet, als er ausrastete - und zustach: So schilderte es ein wegen versuchten Mordes angeklagter 29-Jähriger in seinem Geständnis.

Zum Prozessauftakt vor dem Landgericht Memmingen beschrieb der Mann am Donnerstag zunächst, wie seine Schwiegermutter ihn und seine Frau über Jahre hinweg unter Druck gesetzt und terrorisiert habe. Sie habe von Anfang an die Beziehung nicht akzeptiert. „Sie wollte nicht, dass wir heiraten und hat später meine Frau aufgefordert, mich zu verlassen.“

Im Oktober 2015 sei die Lage schließlich eskaliert. „Nach allem, was war, ist bei mir ein Faden gerissen. Da habe ich einfach zugestochen“, sagte der Angeklagte vor Gericht. Dem Vater zweier Töchter wird vorgeworfen, mit einem Messer mindestens sieben Mal auf die damals 54-Jährige eingestochen und das Opfer lebensgefährlich verletzt zu haben. Laut Anklage musste die Frau fünfmal operiert werden, durch den Angriff trug sie Lähmungen im Arm davon.

Schwiegermutter stellte sich in den Weg: "Die Kinder bleiben hier"

Kurz vor der Attacke war es zu einem Streit zwischen den jungen Eheleuten gekommen. Die Frau des Angeklagten hatte daraufhin die gemeinsame Wohnung in Blaustein in Baden-Württemberg verlassen und war mit den kleinen Kindern - damals eineinhalb und drei Jahre alt - zu ihren Eltern nach Ellzee nahe Günzburg gezogen.

Der Angeklagte gab an, er sei nach einer Nachricht seiner Frau dorthin gefahren, um nach den Kindern zu sehen und die Mädchen nach Hause zu holen. Als sich seine Schwiegermutter ihm in den Weg stellte und sagte, „die Kinder bleiben hier“, habe er zugestochen. Danach rief er die Polizei. „Ich wollte nicht, dass sie stirbt.“

Der Prozess wird fortgesetzt.

dpa

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