LKA-Chefermittler spricht über die harte Arbeit bis zur Verhaftung

Fahndung statt Flitterwochen

LKA-Ermittler Josef Geißdörfer: Die Akten hinter ihm sind alle zum Fall Ursula Herrmann.
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LKA-Ermittler Josef Geißdörfer: Die Akten hinter ihm sind alle zum Fall Ursula Herrmann.

Beim Bayerischen Landeskriminalamt (LKA) ist Erleichterung zu spüren, sagt LKA-Chefermittler Josef Geißdörfer.

In den vergangenen Monaten habe sich die Indizienkette zunehmend verdichtet, die Beamten fieberten der Festnahme von Werner M. entgegen. „Ein Ermittler hat sogar extra seine Hochzeitsreise verschoben, um bei der Festnahme dabei zu sein“, sagte Geißdörfer gestern im BR.

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Es gibt noch viele offene Fragen. Welche Rolle spielte etwa Werner M.s Ehefrau? Wusste sie, dass ihr Mann möglicherweise ein Menschenleben auf dem Gewissen hat? Hatte ein Ehepaar, das jetzt in Nordbayern lebt, an dem perfiden Plan des Entführers mitgefeilt? „Im Moment macht das Paar keine Angaben“, so Geißdörfer.

Werner M. wird bis zum Haftprüfungstermin in einer Einzelzelle der JVA Augsburg sitzen. „Dann entscheidet ein Richter, ob bei dem Verdächtigen Fluchtgefahr besteht“, sagte Karsten Lauber, Sprecher beim LKA. Bis dahin wird ihn das LKA mit den belastenden Indizien und alten Aussagen konfrontieren.

Werner M. schweigt noch immer zu den Vorwürfen. Dabei könnte ein Geständnis für den 58-Jährigen durchaus von Vorteil sein, meint Geißdörfer. Denn beim Tatvorwurf des erpresserischen Menschenraubs kann das Gericht von einer lebenslangen Haft abweichen und eine zeitige Freiheitsstrafe (mindestens 10 Jahre) verhängen. „Wir gehen ja nicht davon aus, dass er den Tod des Mädchens herbeiführen wollte“, erklärte der LKA-Mann. Auch ohne Geständnis ist eine Verurteilung nicht unwahrscheinlich: „Indizienprozesse sind unser tägliches Brot“, so Geißdörfer.

Mittlerweile hat Werner M. einen Anwalt an seiner Seite: den Augsburger Strafverteidiger Walter Rubach.

Quelle: tz

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