Nach Freispruch im Mordfall Peggy

Neues Gutachten zu geistig behindertem Ulvi K.

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Ulvi K. wurde vom Vorwurf des Mordes an Peggy freigesprochen.

Bayreuth - Vom Vorwurf des Mordes an der kleinen Peggy aus Oberfranken wurde Ulvi K. freigesprochen. Dennoch sitzt er wegen anderer Taten weiter in der Psychiatrie. Nun liegt ein neues Gutachten vor.

Für den geistig behinderten Ulvi K. liegt nach Angaben des Landgerichts Bayreuth ein neues psychiatrisches Gutachten vor. Das „umfangreiche Gutachten“ werde an die zuständige Staatsanwaltschaft in Hof und den Verteidiger von Ulvi K. zur Stellungnahme weitergeleitet, erklärte ein Gerichtssprecher am Donnerstag. Zum Inhalt der Expertise wollte er sich nicht äußern.

Der 36 Jahre alte Ulvi K. war zwar im vergangenen Mai vom Vorwurf des Mordes an der kleinen Peggy aus Oberfranken freigesprochen worden. Wegen Missbrauchs von Kindern sitzt er aber weiter in der Psychiatrie. Der Gutachter sollte nach Angaben des Gerichtssprechers beantworten, „wie groß die Wahrscheinlichkeit ist, dass der Untergebrachte erneut Straftaten begehen wird, welcher Art diese Straftaten sein werden, welche Häufigkeit und welchen Schweregrad sie haben werden“.

„Die Unterlagen sind nach Angaben des Gerichts verschickt, aber noch nicht bei mir eingetroffen“, sagte Verteidiger Michael Euler am Donnerstag. Nun müssen erst einmal Staatsanwaltschaft und Verteidigung ihre Stellungnahmen zu dem neuen Gutachten abgeben. Danach wird das Bayreuther Gericht in nicht-öffentlicher Sitzung beraten, ob Ulvi K. nach 13 Jahren aus der Psychiatrie freikommt.

Ulvi K.'s Betreuerin Gudrun Rödel wertete es unterdessen als „positives Zeichen“, dass dem 36-Jährige im Juli erlaubt worden war, für einige Stunden ins oberfränkische Lichtenberg zurückzukehren. Dort war Peggy am 7. Mai 2001 nicht von der Schule nach Hause gekommen. Eine Leiche wurde nie gefunden. Am 30. April 2004 wurde Ulvi K. dennoch zu lebenslanger Haft wegen Mordes an dem Kind verurteilt. Das Landgericht Hof sah es damals als erwiesen an, dass der Gastwirtssohn die neun Jahre alte Schülerin tötete, um einen sexuellen Missbrauch zu vertuschen. Das Landgericht Bayreuth hob dieses Urteil zehn Jahre später aus Mangel an Beweisen auf.

Nach Lichtenberg zurückkehren will Ulvi K. im Fall seiner Freilassung nicht. „Er muss wegen seiner Behinderung weiter betreut werden“, erklärte sein Betreuerin. Sein Wunsch sei es, in einer Wohngruppe für Behinderte einzuziehen.

dpa

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