Einzelheiten werden bekannt

IS-Schläfer: Die Spur führt nach Erding

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Einer der drei festgenommenen Terrorverdächtigen wird abgeführt.

Erding - Mindestens einer der drei inhaftierten Terrorverdächtigen soll über Erding nach Deutschland gekommen sein. Das Trio ließ wohl höchste Vorsicht walten.

Mindestens einer der drei mutmaßlichen Terroristen des Islamischen Staates (IS), die vorige Woche in Schleswig-Holstein festgenommen wurden, soll über den Warteraum Asyl Erding nach Deutschland gekommen sein. Das berichtet der Spiegel. Das Bundesinnenministerium hält sich bedeckt.

Am Dienstag voriger Woche wurden in Schleswig-Holstein bei einem Großeinsatz der Polizei, an dem auch die Spezialeinheit GSG 9 beteiligt war, drei Männer festgenommen. Sie lebten in einer Asylunterkunft in Großhansdorf. Die Bundesanwaltschaft verdächtigt die drei Syrer, Handlanger des IS zu sein. Bundesinnenminister Thomas de Maizière erklärte danach, das Bundeskriminalamt habe Hinweise, dass das Trio Bezüge zu den Paris-Attentätern im vorigen Jahr gehabt habe. Es könne sich um sogenannte Schläfer gehandelt haben.

Über Warteraum Asyl im Erdinger Fliegerhorst nach Deutschland gekommen

Flüchtlinge in Deutschland.

Nun sickerte durch, mindestens einer der drei Männer sei über den Warteraum Asyl im Erdinger Fliegerhorst auf deutschen Boden gekommen. Bei den anderen beiden sei es wahrscheinlich, dass sie sich ebenfalls vorübergehend im Camp Shelterschleife aufgehalten haben.

Spiegel-Recherchen zufolge kamen Ibrahim M., Mohamed A. und Mahir Al-H. als Flüchtlinge von Syrien zunächst nach Griechenland. Am 13. November 2015 sollen sie auf der Insel Lesbos erstregistriert worden sein - an dem Tag, an dem IS-Terroristen in Paris 130 Menschen töteten. Danach ging es weiter nach Deutschland. Am 7. Dezember seien sie in Boo­stedt (Schleswig-Holstein) erkennungsdienstlich behandelt worden.

Kontakt zur IS-Hochburg Rakka

Das Trio soll erhebliche Anstrengungen unternommen haben, unentdeckt zu bleiben. Anfangs sei nur über Messenger-Dienste wie Viber und Skype kommuniziert worden, die verschlüsselt und deswegen von den Sicherheitsbehörden schwer zu überwachen seien. Über Handys mit wechselnden Sim-Karten soll ein Kontakt zu einer Person in der syrischen IS-Hochburg Rakka bestanden haben. Auf Nachfrage des Erdinger Anzeiger erklärte das Bundesinnenministerium, man könne den Bericht weder bestätigen noch dementieren.

Über den im Oktober 2015 in Betrieb genommenen Warteraum Asyl sind über 100.000 Flüchtlinge ins Bundesgebiet gekommen. Ab dem Frühsommer wurde er stillgelegt. Seit September werden wieder Asylsuchende in den Fliegerhorst gebracht.

Hans Moritz

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